SPD gewinnt Direktmandat zurück

Rebecca Schamber mit Wedemarks Bürgermeister Helge Zychslinski und ihrem Wahlkampfkoodinator Jean Schramke. (Foto: Anke Wiese)
 
Hendrik Hoppenstedt und seine Ehefrau Julia haben am Sonntag im Amtshof Großburgwedel gewählt. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Rebecca Schamber hat im Wahlkreis Hannover-Land I die meisten Erststimmen erhalten

Burgdorf (fh). Bei der Bundestagswahl am vergangenen Sonntag haben die Sozialdemokraten den Wahlkreis 43 Hannover-Land I zurückgewonnen, der unter anderem Burg­dorf, Burgwedel und Isernhagen umfasst. SPD-Kandidatin Rebecca Schamber hat sich mit 33,7 Prozent der Erststimmen das Direktmandat gesichert. Damit setzte sie sich knapp gegen den CDU-Kandidaten Hendrik Hoppenstedt durch, der den Wahlkreis bei den beiden zurückliegenden Bundestagswahlen 2013 und 2017 gewonnen hatte.
Jetzt musste er sich mit 31,9 Prozent der Stimmen knapp geschlagen geben. Er bleibt aber weiterhin Mitglied des Bundestags, da er als Spitzenkandidat der Niedersächsischen CDU einen Sitz über die Landesliste erhält. Noch am Wahlabend hat Hoppenstedt bei Rebecca Schamber auf dem Handy angerufen und ihr zum Sieg gratuliert.
Hinter Schamber liegen aufregende Monate. „Als ich im Februar gegen vier weitere Bewerber aus dem Wahlkreis nominiert worden bin, war absolut nicht absehbar, dass es für einen Direkteinzug über den Gewinn des Wahlkreises reichen würde. Da lag die SPD in den Umfragewerten noch überhaupt nicht gut“, blickt sie zurück. Doch durch den positiven Bundestrend der Partei und den engagierten Wahlkampf vor Ort seien ihre Chancen dann kontinuierlich gestiegen.
Hendrik Hoppenstedt resümiert nach der Wahl: „Das Ergebnis kam für mich nicht überraschend. Traditionell war das immer ein SPD-Wahlkreis. Bei den zurückliegenden beiden Wahlen habe ich vom guten Bundestrend meiner Partei profitiert. Diesmal war die Ausgangslage anders. Deshalb war mir seit mindestens zwei bis drei Wochen klar, dass das diesmal wohl nichts werden würde.“ Angesichts dessen könne sich sein Ergebnis durchaus sehen lassen. „Es ist schon ein kleiner Erfolg, dass ich überhaupt noch so dicht herangekommen bin, aber das hat bei der Direktwahl ja keine Auswirkungen. Und trotz aller rationalen Überlegungen bin ich natürlich enttäuscht, dass ich den Wahlkreis verloren habe“, so Hoppenstedt.
Die Wahlbeteiligung lag im Wahlkreis Hannover Land I bei 75,5 Prozent. Bei den Erststimmen folgten nach Schamber und Hoppenstedt mit Abstand: Jens Palandt (Grüne) mit 13 Prozent, Dietmar Friedhoff (AfD) mit 7,5 Prozent, Grigorios Aggelidis (FDP) mit 7,3 Prozent und Michael Braedt (Linke) mit 2,3 Prozent. 4,4 Prozent der Stimmen verteilten sich auf die übrigen 16 Kandidaten, die für kleinere Parteien angetreten waren.
Rebecca Schamber hat sich zum ersten Mal zur Wahl gestellt. Zuvor war seit 2002 Caren Marks für die SPD angetreten und hatte das Direktmandat dreimal in Folge gewonnen, bevor sie sich bei den zurückliegenden beiden Durchläufen Hoppenstedt geschlagen geben musste, jedoch beide Male über die SPD-Landesliste in den Bundestag einzog. Diesmal hatte sie frühzeitig angekündigt, nicht wieder kandidieren zu wollen.
Schamber ist 45 Jahre alt, verheiratet und hat zwei jugendliche Söhne. Seit 2017 lebt die Familie in Neustadt am Rübenberge. Vorher war sie in der Wedemark zuhause. Den Weg in die Politik hatte sie über das Landesprogramm „Politik sucht Frauen“ gefunden. Darüber lernte sie auch Marks kennen, für die sie seit 2013 im Wahlkreis-Büro und in ihrem Berliner Büro als Juristin und wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig war.
Auch bei den Zweitstimmen liegt die SPD im Wahlkreis Hannover-Land I mit 31,1 Prozent deutlich vor der CDU mit 25,8 Prozent. Danach folgen die Grünen mit 15,2 Prozent, die FDP mit 11,3 Prozent, die AfD mit 7,7 Prozent und die Linken mit 2,6 Prozent. In Burgwedel und Isernhagen hat jeweils die CDU die meisten Zweitstimmen auf sich vereint, in Burgdorf hat die SPD die Nase vorn.