Spannende Geschichten über Burgdorfer Straßennamen

Die Schradersche Badeanstalt an der Braunschweiger Straße im Jahr 1923. (Foto: VVV)

Neue Ausstellung vom 27. August bis 30. Oktober im Stadtmuseum

BURGDORF (r/jk). Der VVV und die Stadt Burgdorf präsentieren vom 27. August bis zum 30. Oktober 2011 mit „Wer ist Theodor? - Burgdorfer Straßennamen“ eine weitere attraktive, stadtgeschichtliche Ausstellung im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6). Sie beleuchtet die Hintergründe der Namensgebung von bekannten Burgdorfer Straßenzügen und stellt eine Reihe von Kuriositäten vor. Öffnungszeiten sind sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Anlass für die Ausstellung ist das von Dieter Heun zusammengestellte Buch „Die Straßennamen in Burgdorf“, das im Frühjahr herauskam und nun seine 2. Auflage erfährt. Dieter Heun hält daher auch den Einführungsvortrag bei der Ausstellungseröffnung am Sonnabend, 27. August, um 11.00 Uhr. Das Buch kann ab 27. August auch bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, erworben werden.
Wie überall, ist auch in Burgdorf ein Bedürfnis für Straßennamen erst nach und nach gewachsen. Lange Zeit ist eine Durchnummerierung der Grundstücke und Häuser als ausreichend angesehen worden. Noch im Jahr 1848 enthielt ein Verzeichnis der Hausbesitzer keine Straßennamen, sondern Ordnungsnummern. Sie waren nach der Gründung der „Brand-Assecuranz – Societät des Fürstenthums Lüneburg“ im Jahr 1752 eingeführt worden und dienten der Feuerversicherung (Brandkasse) als Organisationsmerkmal („Brandkassennummern“).
Gleichwohl hat es schon in früheren Jahrhunderten in Burgdorf Straßen gegeben, die Namen hatten. Sie entwickelten sich jedoch aus dem Sprachgebrauch und nicht auf Anordnung. Die ältesten bekannten Quellen, in denen Straßen auch erwähnt werden, stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Zu den darin genannten Straßen gehören der Steinweg (die heutige Marktstraße), die Hinterstraße (die heutige Schmiedestraße), die Wallstraße und der Wächterstieg.
Die Schau stellt folgende Straßen mit historischen Fotos und Exponaten (u.a. ein Stück Schiene der legendären „Kasparbahn“, der Bürgermeisterstuhl aus den 1920er Jahren, die Werkstatt der Stellmacherei Menke, historische Einrichtungsgegenstände aus dem Haus Sannemann) vor: Am Flugplatz, Bahnhofstraße, Beatenbergstraße, Braunschweiger Straße, Bremerweg, Freiengericht, Hannoversche Neustadt, Heiligenbeiler Straße, Kreisbahnstraße, Margarethe von Cohn-Straße, Marktstraße, Poststraße, Raiffeisenstraße, Schloßstraße, Schmiedestraße, Schützenplatz/ Schützenweg, Streckenposten, Vizestraße und Zollstraße. Dazu kommen die Kuriositäten: Akazienweg, Bergstraße, Duderstädter Weg, Grupenstraße, Hühnergarten, Knickstraße, Louisenstraße, Mönkeburgstraße, Reuterstraße, Rolandstraße, Sackstraße, Scheibenbergsweg, Scheibenbier und Vor dem Braunschweiger Tor.
Für die Zusammenstellung der Ausstellung, die auf zwei Etagen gezeigt wird, zeichnen Kristine Bäuerle, Gerhard Bleich, Peter Ginnow, Dieter Heun, Jürgen Mollenhauer, Heinz Neumann, Erich Rode, Heidi Rust, Wolfgang Strohmeyer und Helmut Treichel verantwortlich. Führungen (auch wochentags) organisiert der VVV (Telefon 05136/1862).