Sonne satt beim offenen Sonntag

Entspannt bummeln die Besucher beim verkaufsoffenen Sonntag über die autofreie Marktstraße.
 
Lena und Hannes Munzel schauen sich mit ihren Söhnen Eddi und Hardi einen "gläsernen" Bienenstock an.

Besucher genießen bei ihrem Bummel über die Marktstraße ein Stückchen unbeschwerte Normalität

Burgdorf (fh). Ein blauer Himmel und strahlender Sonnenschein haben die Besucher beim ersten verkaufsoffenen Sonntag des Jahres in der Burgdorfer Innenstadt begrüßt. Nach dem langen Corona-Lockdown genossen sie die entspannte Atmosphäre und schlenderten über die autofreie Marktstraße – manch einer etwas träge von der nachmittäglichen Hitze. Weil sich viele zwischendurch nach einer kleinen Abkühlung sehnten, war im Außenbereich beim Eiscafé ­Adria selten ein Platz frei und am Verkaufstresen bildete sich immer wieder eine Schlange.
Viele hatten sich lange nach diesem kleinen Stückchen Normalität gesehnt. So zum Beispiel Saadet Akdas, die sich zusammen mit ihren Kindern Dayyan und Sine an einem Tisch am Straßenrand eine Portion Pommes schmecken ließ. „Wir konnten so lange Zeit nur spazieren gehen oder im Garten spielen. Es ist schön, endlich mal wieder etwas zu erleben und unter Leute zu kommen“, sagte sie. Nach dem kleinen Imbiss sollte es weiter zum Kinderkarussell gehen und zum Nachtisch später natürlich noch ein Eis geben.
In den örtlichen Fachgeschäften waren vor allem T-Shirts, Shorts, luftige Kleider, Sandalen, Sonnenbrillen und viele weitere Saisonartikel gefragt. „Wir haben uns gern um die Kunden gekümmert, die bei dem heißen Wetter Lust auf leichte Sommerware hatten“, sagt Martin Polch vom gleichnamigen Schuhhaus.
Der Geschäftsführer des Stadtmarketing Burgdorf (SMB) Gerhard Bleich zieht insgesamt eine positive Bilanz. „Sicherlich konnte bei der Hitze nicht der gleiche Umsatz erreicht werden, wie sonst bei den Terminen im Frühling und Herbst, aber es war trotzdem ein wichtiges Signal. Wir haben nach dem monatelangen Lockdown gezeigt, dass wir wieder da sind“, betont er.
Auch Jörg Fehling vom gleichnamigen Modehaus zeigt sich zufrieden. „Vor acht bis zehn Wochen war eine solche Veranstaltung noch gar nicht denkbar. Wir sind happy, dass wir das jetzt machen durften und uns damit wieder ein kleines Stückchen mehr aus der Zeit des Lockdowns herausgekämpft haben“, sagt er und lobt, dass sich das Organisationsteam vom Stadtmarketing trotz aller Skepsis nicht habe entmutigen lassen. „Einen solchen Tag darf man nicht allein nach dem Umsatz beurteilen, zumal in dieser besonderen Situation. Wichtig war vor allem, dass wir uns wieder zurückmelden und uns bei einem breiteren Publikum auch über die Grenzen von Burgdorf hinaus in Erinnerung zu rufen“, so Fehling.
Lena und Hannes Munzel schauten sich derweil mit ihren Söhnen Eddi und Hardi auf dem Sommermarkt auf dem Spittaplatz um. Den Brüdern hatte es vor allem der Stand des Hobby-Imkers Alfons Bölinger angetan. Er hatte eine Königin und einen Teil ihres Volks in einem transparenten Bienenstock mitgebracht und erklärte den Jungs anschaulich, wie die Tiere darin leben und wie der Honig entsteht.
Ein Stück weiter hatte Dirk Beisert am Rande des Spittaplatzes mit Moos und Rindenmulch eine kleine Waldlandschaft geschaffen, in der seine selbst geschnitzten und bemalten Pilze, Eulen und Erdmännchen besonders gut zur Geltung kamen. Und direkt am Brunnen auf der Platzmitte bot Falk Laxander nicht nur traditionelles Kunsthandwerk aus Metall an, sondern ließ sich auch bei Schmiedevorführungen über die Schulter schauen, bis nachmittags die Hitze am Feuer unter der brütenden Sonne kaum noch auszuhalten war.
Auch an der Marktstraße gab es viel zu sehen: Auf dem unteren Teil nahe des Kreisels stellten Autohäuser aus Burgdorf und Lehrte ihre neuesten Modelle vor und ein Stück weiter konnten die Besucher die historischen Fahrzeuge des VVV-Oldtimer-Treffs bewundern. Die einzigen Autos übrigens, die an diesem Sonntag hin und wieder im Schritttempo über die Marktstraße rollen durften und für ein nostalgisches Flair sorgten.
Der nächste verkaufsoffene Sonntag ist für den 5. September mit dem traditionellen Kunstmarkt geplant.