Sommerpause für die Kitas

Auch in der geplanten Sommerpause soll es in den städtischen Kindertagesstätten ein über 100 Betreuungsplätze geben. (Foto: Pixabay)

Stadt plant zweiwöchige Schließzeit in den städtischen Einrichtungen / 112 Betreuungsplätze werden aber vorgehalten

BURGDORF (fh). Auch Kita-Kinder bekommen bald Ferien: Ab 2021 sollen die städtischen Kindertageseinrichtungen jeweils in den Sommermonaten für zwei Wochen schließen. Das heißt aber nicht, dass Eltern dann auf sich allein gestellt sind. Für Familien, die auch in dieser Zeit darauf angewiesen sind, will die Stadt eine Sommerbetreuung anbieten.
Von den rund 700 Kindern, die in Burgdorf eine städtische Kita besuchen, können in der zweiwöchigen Sommerpause demnach 112 weiterhin werktags von 7 bis 17 Uhr betreut werden. „Und das sogar mit einem besseren Betreuungsschlüssel als im regulären Betrieb“, betonte Thomas Peest, der neue Leiter der Abteilung Familien und Kinder. Denn vier der acht Einrichtungen sollen geöffnet bleiben, jeweils ausgestattet mit sechs Fachkräften, einer Leitung und einer Küchenkraft.
Nach den Plänen der Stadt sollten Eltern ihre Kinder bis zum 31. Januar des jeweiligen Jahres anmelden und dabei auch entscheiden, ob sie die Sommerbetreuung für eine oder zwei Wochen buchen möchten. „Wir werden aber auch immer einige Plätze für Notfälle freihalten, die sich kurzfristig ergeben“, kündig­te Peest an. Außerdem solle beobachtet werden, wie groß der Bedarf tatsächlich ist, um die Anzahl der Plätze in den folgenden Jahren gegebenenfalls zu erhöhen oder zu verringern.
Die Stadt strebt nach eigene Angaben eine einheitliche Regelung in allen Burgdorfer Kitas an und ist dafür bereits mit dem Ev.-luth. Kirchenkreis, der AWO, dem DRK und weiteren freien Trägern im Gespräch. „Sie haben uns signalisiert, dass sie mitziehen wollen, wenn wir ein tragfähiges Konzept vorlegen“, so Peest. Bei den Kitas der anderen Träger gebe es ohnehin bereits Sommerpausen. Nun gehe es nur noch darum, die Schließzeiten in Einklang zu bringen.
Doch der Vorschlag stieß nicht bei allen auf Gegenliebe: Elternvertreter Fabian Schwelgin kritisierte das Konzept und vor allem das Vorgehen der Stadt. „Anfang 2018 haben wir erfahren, dass es eine Schließzeit geben soll und wurden aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben“, schilderte er. Seitdem seien die Eltern nicht mehr mit einbezogen worden. Nun habe es den Anschein, als seien die Pläne schon unter Dach und Fach. „Die Elternschaft ist angesäuert. Ich wünsche mir, dass mit uns ergebnisoffen diskutiert wird“, appellierte Schwelgin.
Er bemängelte insbesondere, dass es bereits im Winter zwischen Weihnachten und Neujahr eine Pause von vier Tagen gebe. „Zusammen mit Fortbildungen, Betriebsausflügen, Personalversammlungen sowie der geplanten Sommerpause kommen insgesamt 21 Schließtage zusammen. Wer nur 20 Tage gesetzlichen Urlaubsanspruch hat, kommt dann schnell ins Schleudern“, so der Elternvertreter.
Der Erste Stadtrat Michael Kugel räumte ein, dass es auch aufgrund des personellen Wechsels an der Abteilungsspitze ein Kommunikationsdefizit gegeben habe und gelobte Besserung. Inhaltlich verteidig­te er das vorgelegte Konzept aber. „Dabei kommt niemand unter die Räder“, betonte auch Bürgermeister Armin Pollehn. Denn wer in Not sei, könne auf die Sommer-Kita zurückgreifen. Außerdem bewege sich die Stadt mit den geplanten Schließzeiten voll im Rahmen.
SPD-Ratsherr Matthias Paul forderte zwar, die Eltern bei den weiteren Schritten stärker einzubeziehen, lobte aber zugleich den Vorschlag der Stadt: „Es ist ein aufwendiges Konzept, das versucht, auch der Kritik und den Ansprüchen der Eltern zu begegnen.“ Dem schloss sich seine Fraktionskollegin Christiane Gersemann an. „Die Schließzeiten sind nicht nur aus finanziellen Gründen für die Stadt von Vorteil, sondern vor allem auch aus pädagogischen Erwägungen wichtig. Genau wie Schulkinder brauchen auch Kinder in der Kita mal eine Auszeit“, befand sie.