Sie wagt sich ins Provisorium

Saskia van Waveren-Matschke leitet seit dem 1. Februar die Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule.

Saskia van Waveren-Matschke übernimmt mitten im Umbruch die Leitung der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule

BURGDORF (fh). Reibungsloser Übergang an der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule (RBG): Schon eine Woche nach der Abschiedsfeier für den scheidenden Schulleiter Rudolf Alker ist seine Nachfolgerin im Amt. Den Posten übernimmt die bisherige Didaktische Leiterin der Integrierten Gesamtschule (IGS) Saskia van Waveren-Matschke, die mit ihrem Mann, zwei eigenen Kindern und einer Stieftochter im Alter von fünf bis 18 Jahren in Burgdorf lebt.
Von jetzt an trägt die die Hauptverantwortung für die Gesamtschule mit gegenwärtig 565 Schülern und 50 Lehrern – Tendenz steigend. Doch für diese anspruchsvolle Aufgabe sieht sie sich gut gerüstet. „Kaum jemand kennt diese Schule so gut wie ich“, sagt die 37-Jährige selbstbewusst. Schließlich sei sie schon von 2015 an bei der Planungsgruppe dabei gewesen, lange bevor die Schule ihren Betrieb aufnahm: „Von Anfang an habe ich viele Gedanken und viel Herzblut investiert.“
An Herausforderungen werde es ihr in den nächsten Monaten und Jahren nicht mangeln, ist sie überzeugt. Schließlich gelte es nicht nur wie an vielen anderen Schulen, die Digitalisierung weiter voranzubringen. An der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule müsse außerdem, eine Interimslösung mit Containern gefunden, die kürzlich beantragte Oberstufe räumlich untergebracht und der entsprechende Unterricht gestaltet werden.
„Wir werden in der nächsten Zeit viel Kreativität brauchen, um mit Provisorien umzugehen“, kündigt die neue Schulleiterin an. Doch mit Ausblick auf den Neubau und die Möglichkeit, die Schüler bis zum Abitur begleiten zu können, nehme sie das gern in Kauf. Und noch etwas liege ihr am Herzen: „Wir wollen den neuen Namen 'Rudolf-Bembenneck-Schule' mit Leben füllen und den Kindern unseren Namenspaten näher bringen.“
Zusätzlich zu diesen langfristigen Themen kümmert sich die 37-Järhige ab sofort auch um den laufenden Betrieb: So stehen beispielsweise die Informationsveranstaltungen für die Viertklässler an. „Zum ersten Mal laden wir sie nicht nur zu uns ein, sondern gehen auch an die einzelnen Grundschulen, um uns vorzustellen“, kündigt van Waveren-Matschke an. Am 22. Februar findet dann der Tag der offenen Tür an der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule statt und danach folgen noch Schnuppertage, an denen die Viertklässler schon mal am Unterricht teilnehmen können. „Außerdem haben wir viele junge Lehrerkollegen, die kurz vor ihrer Verbeamtung auf Lebenszeit stehen. Ich werde in den nächsten Wochen also viele Unterrichtsbesuche machen“, sagt die neue Schulleiterin.
Van Waveren-Matschke hat in Hannover studiert und ist verbeamtete Realschullehrerin für die Fächer Deutsch und evangelische Religion. Nach ihrem Referendariat in Celle hat sie an einer Oberschule in Hambüren unterricht – auch dort schon unter Leitung von Rudolf Alker. Als diese Schule abgewickelt wurde, haben sich beide nach Burgdorf versetzen lassen. Für van Waveren-Matschke ein logischer Schritt: Schließlich ist sie in der Stadt an der Aue aufgewachsen, wo sie auch während ihrer Tätigkeit in Hambüren gewohnt hat. So hatte der erzwungene Wechsel immerhin den Vorteil, ihre Pendelwege zu verkürzen.
Die Integrierte Gesamtschule gab es zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht; van Waveren-Matschke wurde zunächst an der Grund- und Hauptschule eingestellt. Als dann die Planungen für die IGS begannen, zögerte sie nicht lange, sondern brachte sich von Anfang an ein. „Mein Herz schlägt für diese Schulform. Ich habe ein großes Geschick im Umgang mit Kindern, die nicht immer geradeaus gehen und finde es toll, wie viel man durch entsprechende Unterstützung erreichen kann“, beschreibt sie ihre Motivation.