Sicher zur Schule

Schulwegpläne sollen auf Gefahrenstellen aufmerksam machen und in der Verkehrserziehung zum Einsatz kommen. (Foto: GTÜ/pixelio.de)

Planungsbüro soll für die Stadt Schulwegpläne erstellen / An den Kosten von rund 50.000 Euro könnte sich die Region zur Hälfte beteiligen

BURGDORF (fh). Wie kommen Kinder und Jugendliche am sichersten zur Schule? Welche Verhaltensregeln sollten sie verinnerlichen? Und wo können Unfallschwerpunkte durch bauliche Maßnahmen entschärft werden? Um diese Fragen zu beantworten, will die Stadt jetzt sogenannte Schulwegpläne erstellen lassen.
Damit kommt sie einer Forderung aus der Politik nach: Im September hatte der Verwaltungsausschuss mehrheitlich für einen entsprechenden Antrag der CDU/FDP-Gruppe gestimmt. Ziel ist es, die Sicherheit vor allem für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen und Unfälle zu vermeiden. Das soll auch Eltern dazu ermutigen, ihren Kindern den Schulweg alleine zuzutrauen, anstatt sie Tag für Tag mit dem Auto zu bringen und abzuholen, wie es vielfach unter dem Stichwort "Eltern-Taxi" angeprangert wird.
Beim Runden Tisch Radverkehr hat Claudia Vollmert von der städtischen Tiefbauabteilung den Teilnehmern vergangene Woche nun erste Details genannt: Demnach seien zunächst die Schulen in der Kernstadt an der Reihe, mit besonderem Schwerpunkt auf der Nord-Süd-Achse vom neuen Standort der IGS und der Wasserwerksschule Vor dem Celler Tor bis hin zur Gudrun-Pausewang-Grundschule und dem Gymnasium am Berliner Ring. Aber auch die Grundschule an der Gartenstraße und die Astrid-Lindgren-Grundschule in der Weststadt sollen berücksichtigt werden.
Voraussichtlich im Frühjahr 2020 will die Stadt ein Planungsbüro damit beauftragen. Vorher sind aber noch einmal die Politiker gefragt, die wahrscheinlich im Januar im Verwaltungsausschuss darüber abstimmen werden. Insgesamt wird das Projekt rund 50.000 Euro kosten; doch darauf bleibt die Stadt voraussichtlich nicht alleine sitzen. "Die Region hat signalisiert die Hälfte zu übernehmen", sagt Pressesprecher Sebastian Kattler.
Falls es wie geplant im Frühjahr losgehen kann, wird es trotzdem noch einige Zeit dauern, bis die fertigen Schulwegpläne auf dem Tisch liegen. "Damit ist in etwa zwei Jahren zu rechnen", kündigt Vollmert an. Denn bis dahin liege vor den Beteiligten noch viel Arbeit: Das Planungsbüro wird beispielsweise Verkehrszählungen vornehmen, die Situation vor Ort analysieren, aber auch Workshops anbieten, bei denen Eltern, Lehrer und die Schüler selbst zu Wort kommen. Polizei und Verkehrswacht sollen ebenfalls mit einbezogen werden.
Und wie sieht so ein Schulwegplan am Ende aus? Angedacht ist eine Broschüre mit Stadtplänen, in denen für jede Schule die sichersten Wege eingezeichnet sind - sowohl für Radfahrer als auch für Fußgänger. Dazu können je nach Bedarf kurze Erläuterungstexte und Fotos von potenziellen Gefahrenstellen entlang des Weges kommen, um Schüler besonders dafür zu sensibilisieren. Denkbar sind außerdem Hinweise zum Einüben des Schulwegs, zur Bedeutung von Verkehrszeichen und zu sicheren Überwegen.
Die Pläne sollen den Eltern dabei helfen, den sichersten Weg für ihr Kind auszuwählen. Außerdem können sie auch in der Verkehrserziehung genutzt werden. Die Analysen und Diskussionen zeigen gleichzeitig aber auch auf, wo Handlungsbedarf besteht. Sie können beispielsweise auf Unfallschwerpunkte und Mängel in der Infrastruktur aufmerksam machen und Lösungsansätze dafür entwickeln. Und so ein wichtiger Fingerzeig für Politik und Verwaltung sein.