Senioren sammeln Ideen

Bei der Erfahrungskonferenz tauscht sich eine Arbeitsgruppe über soziale Teilhabe aus.
 
Manfred Kuchenbecker stellt die Ergebnisse der Umfrage vor.

Bei der Erfahrungskonferenz im Paulus-Kirchenzentrum haben die Teilnehmer darüber diskutiert, was sich in Burgdorf noch verbessern sollte

BURGDORF (fh). Radwegverbindungen zwischen den Ortsteilen und der Kernstadt, Parkplätze in der Nähe der Geschäfte und einen Besuchsdienst für Alleinlebende - etwa 530 Bewohner ab 60 Jahren haben an der Umfrage des Seniorenrates teilgenommen und viele Vorschläge gemacht, was sich in der Stadt verbessern ließe. "Eine ganz wichtige Botschaft ist aber, dass fast 90 Prozent der Teilnehmer angegeben haben, gern oder sogar sehr gern hier zu leben", betont Manfred Kuchenbecker, als er die Ergebnisse bei der Erfahrungskonferenz im Paulus-Kirchenzentrum vorstellte. Positiv wurden beispielsweise die Ruhe und die gute Luft, die Arbeit der Verwaltung und Ämter, die vielen Veranstaltungen und abgesehen von einigen fehlenden Fachärzten im Großen und Ganzen auch die medizinische Versorgung.
Etwa 50 Senioren waren zu der Veranstaltung gekommen, unter ihnen viele, die sich schon jetzt im Seniorenrat, im Förderkreis, im Verein Bürger für Bürger, beim DRK oder anderen Institutionen engagieren. Die Organisatoren hätten sich etwas mehr Zuspruch gewünscht, doch am Ende zogen sie trotzdem ein positives Fazit. "Die Ergebnisse zeigen, dass es nicht unbedingt entscheidend ist, wie viele Leute da sind, sondern was diese Leute machen. Und hier ist wirklich eine ganze Menge herausgekommen", lobte Hartwig Laak.
Nach Impulsreferaten von Bürgermeister Alfred Baxmann und der Vorsitzenden des Seniorenbeirates Hannover, Monika Stadtmüller, tauschten sich die Teilnehmer in vier Arbeitsgruppen zu den Themen Soziale Teilhabe, Verkehr und Straßen, Ortsteile und Kernstadt sowie Wohnen aus. Und an Ideen mangelte es ihnen nicht. So wünschten sie sich beispielsweise mehr Einbahnstraßen (vor allem auf der Marktstraße und der Hannoverschen Neustadt), ein großes Schachspiel im Stadtpark, einen mobilen Bankschalter, mehr barrierefreies und betreutes Wohnen und eine bessere Sauberkeit im Bahnhof.
Mit einem ganz konkreten Anliegen war auch Heike Metzger zur Erfahrungskonferenz gekommen, die vor neun Jahren von Lehrte nach Burgdorf gezogen war. "Mir gefällt hier ganz vieles und ich bin immer wieder erstaunt, was die Burgdorfer alles auf die Beine stellen", sagt sie. An einigen Stellen hake es aber. Was sie besonders ärgert: "Obwohl das Freibad für viel Geld aufwendig umgebaut wurde, ist es für Menschen mit einer Gehbehinderung nicht barrierefrei zugänglich", kritisiert sie.
So konnten alle Gruppen am Ende im Plenum lange Listen mit möglichen Themen und Projekten vorstellen. "Da hat der neu gewählte Seniorenrat gleich viel zu tun", sagte Hartwig Laak mit einem Augenzwinkern. Denn am 23. Oktober endet die laufende Wahlperiode und bei der Seniorenversammlung muss neu abgestimmt werden. Mindestens drei der sieben Mitglieder werden dann nicht wieder kandidieren.
Laak nutzte sein Schlusswort deshalb auch, um noch mal um Unterstützung zu werben. "Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, ist herzlich willkommen", betonte er. Etwa 13 bis 14 Teilnehmer hätten in der Umfrage schon angegeben, dass sie sich eine Mitarbeit grundsätzlich vorstellen könnten, ob nun als gewählte Vertreter oder punktuell bei einzelnen Projekten. Alle, die sich ernsthaft dafür interessieren, will der Seniorenrat Anfang Oktober noch mal zu einem Infotreffen einladen.
Ursula Meyer könnte sich gut vorstellen, dem Seniorenrat künftig zuzuarbeiten. "Ich möchte im Rentenalter etwas tun, was der Gemeinschaft hilft", begründet sie. Deshalb war sie auch zu der Erfahrungskonferenz gekommen, um Kontakte zu knüpfen und die Arbeit des Gremiums kennenzulernen. "Ich bin alte Burgdorferin, war aber aus beruflichen Gründen 20 Jahre lang weg. Im vergangenen Jahr bin ich wieder hierher gezogen und möchte mich jetzt gern einbringen", so Meyer.