Sehnde geht wieder auf „Zeitreise“

Die Erste Stadträtin Bettina Conrady mit dem Autorenteam der "Zeitreise", v.l. Jürgen Wattenberg, Dietrich Vollbrecht, Hans-Gustav Gorray, Dieter Knauth, Wolfgang Struß, Otto Lesemann und Peter Jungclaus. (Es fehlt: Manfred Rosengarten)

Stadtarchiv zeigt die Ortsentwicklung rund um den Slogan „Ganz nah draußen“

VON DANA NOLL

SEHNDE. „Es gibt ein Fleckchen Erde ohne Schienenwege, ohne gepflasterte Fußwege, ohne ordentliche Landstraße, nicht in der Einöde, sondern nahe...Hannover, nämlich um ….Ilten herum.......Hannover liegt für die Leute hier auf dem Mond, wenigstens ist letzterer dann fast so leicht zu erreichen wie ersteres“, so heißt es in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 14. April 1855.
Diese und weitere Anekdoten finden sich in der neuesten Broschüre „Die Zeitreise“ vom Stadtarchiv Sehnde. Die 11. Ausgabe steht unter dem Titel „Willkommen in Sehnde – Ganz nah draußen“. Dieser Slogan von 1992 war richtungsweisend für die Entwicklung des Ortes. „Nahe genug um von den Vorteilen der Metropole Hannover zu profitieren, aber auch weit genug entfernt, um mit eigenen Vorzügen zu werben“, so das Autorenteam.
Hans-Gustav Gorray, Dieter Knauth, Otto Lesemann, Peter Jungclaus, Manfred Rosengarten, Wolfgang Struß, Dietrich Vollbrecht und Jürgen Wattenberg haben viel Zeit, Recherchen und Herzblut in ihr neuestes Werk gesteckt, dass sie „manchmal sehr gefordert hat“, erzählen die Autoren, „das Thema war sehr sperrig.“ So wurden Ortsbürgermeister als auch Bürger befragt – obwohl die Rückläufer nicht so zahlreich wie erhofft waren, zeigten sie dennoch durchweg positive Meinungen über Sehnde und „es wurde nur wenig Kritik geäußert“, berichtet Dietrich Vollbrecht. Fast 1,5 Jahre brauchte es, um die 90-seitige Broschüre auf den Weg zu bringen.
„Wir stellen Sehndes Entwicklung nach der Gebietsreform von 1974 bis heute dar“, so Dietrich Vollbrecht, „Es ist alles nachprüfbar und zeigt, wie sich Sehnde entwickelt hat. Den Slogan zu kreieren war das eine, aber er musste mit Leben gefüllt werden.“
Auch Bettina Conrady „würdigte das Engagement des Autorenteams und die Ernsthaftigkeit, mit der das Projekt umgesetzt wurde.“ „Es zeigt, was Sehnde auszeichnet und ist auch für Neubürger eine interessante Lektüre“, so die Erste Stadträtin.
Die aktuelle Ausgabe „Die Zeitreise“ ist ab sofort im Rathaus kostenfrei erhältlich. Auch auf der Homepage der Stadt Sehnde kann die Broschüre heruntergeladen werden. Seit 2006 erscheinen die Ausgaben der „Zeitreise“ mit einer Auflage von jeweils etwa 1.200 Exemplaren. Ursprünglich entstand es als Folge der Orts-Chronik. Auch eine 12. Ausgabe ist in Planung – das Thema steht noch nicht fest. Sehnder, die Interesse haben, daran mitzuwirken, können sich gern beim Stadtarchiv melden.