Segelflieger sind Wochenendsieger in der Bundesliga

Die erfolgreiche Bundesligamannschaft des LSV Burgdorf (v.l.): Michael Möker, Frerk Frommholz und Andreas Klapproth. (Foto: LSV Burgdorf)

Thermik ermöglichte tolle Flüge für den LSV Burgdorf

EHLERSHAUSEN (r/jk). Das schnittige Segelflugzeug vom Typ LS 8 rollt vor der Halle auf dem Segelflugplatz in Ehlershausen aus, die Cockpithaube klappt auf und der Pilot strahlt: „Ein perfektes Bundesligawetter.“ Michael Möker vom LSV Burgdorf ist an diesem Tag beim Bundesligafliegen einen sagenhaften Schnitt von 145 Kilometern pro Stunde geflogen, nur mit Hilfe der Sonne und Wolkenthermik. Der Sieg in der 1. Segelflug-Bundesliga gehört an diesem Wochenende dem LSV Burgdorf. „Wir haben es besser gemacht als 96“, grinst der Burgdorfer Andreas Klapproth, eingefleischter 96-Fan und erfolgreicher Segelflugpilot im LSV.
Zwei Wochen lang starteten die Pilotinnen und Piloten vom Flugplatz Ehlershausen zum Training am Platz oder zu Überlandflügen. „Ein idealer Saisonstart für uns. Wer viel fliegt ist auch sicher“, so erläutert Ausbildungsleiter Jürgen Habel den Start in die neue Saison. 14 Tage Osterlager bei fast immer gutem Wetter verdanken die Flieger auch dem späten Ostertermin.
Besonderen Ehrgeiz entwickeln die Burgdorfer in diesem Jahr beim Bundesligafliegen. Das ist so etwas wie die Formel 1 des Segelflugs. Jedes Vereinsmitglied kann starten, die schnellsten drei Schnittgeschwindigkeiten zählen dann als Mannschaftsleistung. Insgesamt starten in Deutschland 30 Vereine in der 1. Bundesliga, die Burgdorfer sind in diesem Jahr einer der Aufsteiger aus der 2. Liga.
Michael Möker, der in Deutschland zu den Spitzenpiloten zählt, treibt den Verein immer wieder an. Jeder wählt seine Flugstrecke so aus, dass in einem Zeitfenster von zweieinhalb Stunden eine möglichst hohe Schnittgeschwindigkeit im Bordcomputer steht. Michael Möker, der 47 Jahre alte Ingenieur, hat den Vogel abgeschossen, bundesweit. In der Lüneburger Heide schaffte er durch geschicktes Ausnutzen des Windes eine Schnittgeschwindigkeit von 145 Stundenkilometern über ein Zeitfenster von zweieinhalb Stunden. Andreas Klapproth aus Burgdorf schaffte noch den sehr guten Wert von 128 Stundenkilometern ebenso wie Frerk Frommholz.
Am Abend nach der Auswertung aller Flüge in einem Zentralcomputer stand fest: Der LSV Burgdorf, der Aufsteiger, hat in Deutschland den Wochenendsieg. „Ostern hatten die Süddeutschen das bessere Wetter. An diesem Wochenende hatten wir großes Glück mit einem Wetterfenster mit sehr guter Thermik und kräftigem Wind“ schwärmt Michael Möker beim Feierabendtrunk vor dem Vereinsheim.
Aber es gab noch andere große Erfolge zu feiern. Der technische Referent des Vereins, Burhardt Veldten, hatte die Wetterlage richtig eingeschätzt und einen klassischen Dreiecksflug über 500 Kilometer absolviert. In seiner Klasse hatte er damit weltweit an diesem Tag den besten Flug gemacht. Das gelingt Burgdorfer Piloten auch nicht alle Tage.
Auch der Nachwuchs machte auf sich aufmerksam. Der zwanzigjährige Abiturient Lukas Büsse, neu im LSV Burgdorf, hat ein 400-Kilometer-Dreieck in sehr guter Zeit zurückgelegt. Büsse wird im Juli bei den Niedersächsischen Meisterschaften der Junioren auf dem Segelflugplatz in Ehlershausen auch für den LSV starten.
Die guten Wetterlagen mit einem Hoch in Skandinavien, das die richtige Luftmasse für gute Thermik nach Norddeutschland bringt, hält an. Die LSVer sind in Hochstimmung. In diesem Jahr stehen schon mehr als 1000 Starts in den Startkladden, auch das ist ein Beleg für einen guten Start in die Segelflugsaison.