Schutzinsel für Kinder

Filialdirektor Eckhard Paga bringt den neuen Aufkleber an der Eingangstür der Hannoverschen Volksbank in Burgdorf an.

Die Hannoversche Volksbank hilft bei kleinen und großen Nöten

Burgdorf (fh). Auf Augenhöhe der Kinder hat die Hannoversche Volksbank einen neuen Aufkleber an der Eingangstür ihrer Filiale in Burgdorf angebracht: "Kinderschutzinsel" ist in großen Buchstaben darauf zu lesen. Denn in den Räumen an der Poststraße können sich Kinder von nun an spontan und unkompliziert Hilfe holen, wenn sie nicht mehr weiterwissen. "Wir kennzeichnen unsere Geschäftsstellen als Kinderschutzinseln und geben Kindern so einen sicheren Anlaufpunkt, wenn sie sich gefährdet fühlen", sagt Filialdirektor Eckhard Paga.
Dabei kann es um kleine Nöte des Alltags gehen, wenn zum Beispiel der Handy-Akku leer, ein Bus ausgefallen, der Schlüssel verloren gegangen oder die Fahrradkette abgesprungen ist. Aber auch bei großen Sorgen von Mobbing in der Schule, über Konflikte zu Hause, bis hin zu sexuellem Missbrauch können die Kinderschutzinseln eine erste Anlaufstelle sein, wenn die Kinder nicht wissen, an wen sie sich sonst wenden können. Je nach Situation helfen die Mitarbeiter selbst, benachrichtigen die Eltern, kontaktieren andere Vertrauenspersonen oder rufen im schlimmsten Fall die Polizei.
Damit sie wissen, wie sie sich gegenüber Kindern in Not am besten verhalten, haben die Beschäftigten der Hannoverschen Volksbank einen einfachen Leitfaden zur Hand bekommen. "Das Wichtigste ist, zuzuhören, die Angst des Kindes ernst zu nehmen und ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln", führt Paga aus. Es gehe aber auch um ganz praktische Hinweise. "Der erste Impuls wäre vielleicht, ein verängstigtes oder verunsichertes Kind, nach hinten ins Büro zu bitten, um es zu trösten. Das ist aber der falsche Weg. Das Gespräch sollte auf jeden Fall im öffentlichen Raum stattfinden", nennt Pressesprecher Matthias Mollenhauer ein Beispiel.
Das ganze Team der Burgdorfer Geschäftsstelle stehe hinter dem Projekt und wolle sich aktiv beteiligen. "Schon als wir es erstmalig auf einer firmeninternen Plattform vorgestellt haben, gab es viele positive Reaktionen. Der Beitrag hat innerhalb kurzer Zeit so viele 'Likes' bekommen, wie ich es schon lange nicht mehr gesehen habe", sagt Mollenhauer.
Die "Kinderschutzinseln" sind auf Initiative der Kinderschutzallianz entstanden, die beim Niedersächsischen Innenministerium angesiedelt ist. Die Hannoversche Volksbank beteiligt sich mit mehr als 30 Niederlassungen in ihrem gesamten Geschäftsgebiet daran. Auch die Sparkasse Hannover hat kürzlich beispielsweise ihre Filiale in Burgwedel als Kinderschutzinsel gekennzeichnet. "Ich hoffe, dass sich noch weitere Kooperationspartner finden, sodass möglichst viele sichere Anlaufstellen entstehen", sagt Paga.