Schutz vor Einbrechern

Kriminalrat Savas Gel und Polizeihauptkommissar Michael Nickel zeigen ein Protokoll, das die Berater bei den Hausbesuchern anfertigen.
 
Die blau-weiße Plakette signalisiert Einbrechern, dass das Haus gut gesichert ist und soll dadurch abschreckend wirken. (Foto: r)

Stadt tritt dem Netzwerk "Zuhause sicher" bei / Berater bieten individuelle Hausbesuche an

BURGDORF (fh). Der Einbruchsschutz soll in Burgdorf einen höheren Stellenwert bekommen: Deshalb ist die Stadt kürzlich dem Netzwerk "Zuhause sicher" beigetreten, einem Zusammenschluss von Polizei, Behörden, Handwerkern und Unternehmen. Ziel ist es, Wohnungen und Häuser durch geeignete Fenster, Türen und Schlösser möglichst einbruchssicher zu machen. Letztlich muss dafür zwar jeder einzelne Bürger selbst sorgen, aber das Netzwerk bietet Unterstützung an.
In der Region Hannover sind fünf Polizeibeamte als Berater tätig. Sie halten nicht nur Vorträge zum Thema, sondern statten Interessierten auch einen Hausbesuch ab. Dieses Angebot können nicht nur Haus- und Wohnungsbesitzer in Anspruch nehmen, sondern auch Mieter. "Bevor sie die vorgeschlagenen Maßnahmen umsetzen, sollten sie aber Rücksprache mit ihrem Vermieter halten", rät Polizeihauptkommissar Michael Nickel von der Technischen Prävention der Polizeidirektion Hannover.
Vor Ort untersuchen er uns seine Kollegen, wo Schwachstellen sind und wie der Einbruchsschutz verbessert werden kann. All das halten sie akribisch in einem umfangreichen Protokoll fest. Das können die Betroffenen dann als Grundlage nehmen, um die entsprechenden Maßnahmen, beispielsweise den Austausch der Fenster, Schlösser oder Terrassentüren, bei Handwerkern in Auftrag zu geben. Damit sie sich darauf verlassen können, dass alles fachgerecht umgesetzt wird, geben die Berater des Netzwerks "Zuhause sicher" außerdem eine Liste mit Fachbetrieben an die Hand.
Darin sind nur diejenigen aufgeführt, die vom Landeskriminalamt (LKA) überprüft und abgesegnet sind. Voraussetzung ist außerdem, dass sie sich alle sechs Monate mit den Beratern der Polizei und weiteren Netzwerkpartnern treffen. Außerdem müssen sich die Handwerker regelmäßig bewähren. Denn die Polizei biete auch eine "kostenlose Qualitätskontrolle" an, so Nickel. Dann falle es schnell auf, wenn ein Betrieb pfusche.
Und das funktioniert so: Wer alle vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt hat, kann die Berater noch einmal einladen. Wenn alles in Ordnung ist, überreichen die Polizisten eine blau-weiße Plakette, die die Bewohner am Haus anbringen können, um Einbrecher von vornherein abzuschrecken. "Sie signalisiert ihnen, dass sie vergleichsweise lange brauchen würden, um ins Haus zu gelangen. Dieses Risiko wollen die meisten Einbrecher nicht eingehen und versuchen es dann gar nicht erst", erläutert Nickel.
Auf die Bilanz der vergangenen Jahre ist er stolz: 1500 Häuser und Wohnungen haben eine Plakette erhalten - in nur drei von ihnen wurde eingebrochen. "Ein Restrisiko bleibt immer, wenn Täter bei abgelegenen Häusern und wegen langer Abwesenheit beispielsweise die komplette Verglasung einschlagen", so Nickel. Die Gefahr sei aber deutlich reduziert.
Das Netzwerk "Zuhause sicher" ist 2006 in Nordrhein-Westfalen entstanden und hat seinen Sitz in Münster. Die Schutzgemeinschaft Hannover hat sich 2010 gegründet. Mittlerweile sind ihm 13 der 21 Regionskommunen beigetreten. Auch vor dem offiziellen Beitritt der Stadt waren Nickel und seine Kollegen schon in Burgdorf unterwegs. Im vergangenen Jahr haben sie 84 Beratungen durchgeführt und 18 Plaketten vergeben.
Und was ändert sich durch den Betritt dann? Die Stadtverwaltung will von jetzt an enger mit den Beratern und den übrigen Partnern zusammenarbeiten. Außerdem wird sie für das Netzwerk "Zuhause sicher" Werbung machen. So sollen Infomaterial künftig in den Rathäusern und anderen städtischen Einrichtungen ausliegen. Und auch wer ein Grundstück in einem Neubaugebiet kauft, soll auf das Beratungsangebot aufmerksam gemacht werden, um die Empfehlungen von vornherein zu berücksichtigen. Weitere Infos gibt es auf der Internetseite www.zuhause-sicher.de.