Schüler entwerfen eine Paketbox

Lehrerin Antje Koopmann (rechts) und der pädagogische Mitarbeiter Jörg Appel (zweiter von links) haben mit den Schülern des Wahlpflichtkurses erfolgreich an der "First Lego League" teilgenommen.
 
Für den ersten Platz in der Kategorie Forschung hat das Team von der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule einen Pokal bekommen.

Bei einem Forschungs- und Roboterwettbewerb gewinnt die Rudolf-Bembenneck Gesamtschule einen Pokal

Burgdorf (fh). Als die Schüler auf den Start-Knopf drücken, rollt der Lego-Roboter über das Spielfeld, das mit aufgedruckten Straßen und Grünflächen an einen großen Autoteppich erinnert. Dann hat er sein Ziel erreicht und legt ein kleines gelbes Paket aus Lego-Steinen an einem festgelegten Platz ab. Im Wahlpflichtkursus von Technik-Lehrerin Antje Koopmann haben die Zehntklässler der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule (RBG) am Roboter-Wettbewerb „First Lego League“ teilgenommen – und sich dabei sogar einen Pokal gesichert.
Denn beim Regionalwettbewerb Hamburg-Braunschweig haben sie sich in der Kategorie „Forschung“ an die Spitze gesetzt und unter allen teilnehmenden Teams den ersten Platz belegt. In der Gesamtwertung verpassten sie das Treppchen nur knapp und landeten auf dem vierten Platz. „Unsere Schule hat zum allerersten Mal an dem Wettbewerb teilgenommen. Wir hätten nicht gedacht, dass wir gleich so gut abschneiden und sind jetzt richtig stolz auf diese tolle Leistung“, sagt Koopmann. Bei der Leitung des Kurses wurde sie von dem pädagogischen Mitarbeiter Jörg Appel unterstützt.
Bei dem Wettbewerb drehte sich diesmal alles um Transport und Logistik. So musste nicht nur der kleine Lego-Roboter Schiffe und Flugzeuge entladen, Pakete ausliefern und eine Klappbrücke absenken, sondern auch in der Kategorie Forschung sollten sich die Schüler mit diesem Thema beschäftigen. Die größte Herausforderung dabei: Im Wettbewerb war keine konkrete Aufgabe vorgegeben, sondern die Jugendlichen sollten sich zunächst selbst überlegen, welches Pro­blem sie lösen wollten.
Das Team von der RBG entschied sich für die Paketzustellung. „Es kommt ja immer wieder vor, dass der Postbote genau dann klingelt, wenn man gerade nicht zu Hause ist“, sagen Larissa und Jule. Während ihre Mitschüler den Roboter programmierten, haben sie sich schwerpunktmäßig um die Forschungsaufgabe gekümmert. Ihre Idee: Zusätzlich zum Briefkasten könnte an der Haustür eine Paketbox aufgestellt werden. Der Bote kann sie mit einem elektronischen Chip oben öffnen und das Paket hineinlegen. Erst wenn sie wieder geschlossen ist, klappt automatisch ein Zwischenboden zur Seite, sodass das Paket ins untere Fach gelangt. „Dort kommt dann nur der Besitzer mit einem individuellen Chip ran“, erläutern die Schülerinnen ihr Konzept.
Nachdem sie schon Skizzen für ihre Erfindung gezeichnet und sogar einen ersten Prototyp aus Pappe gebastelt hatten, erlebten sie einen Rückschlag. „Wir haben dann ein bisschen recherchiert und herausgefunden, dass es schon ähnliche Modelle gibt, zum Beispiel von Amazon oder von der Deutschen Post“, so Larissa. Doch anstatt ihr Projekt nun einfach enttäuscht an den Nagel zu hängen, analysierten sie genau, was ihr Konzept von den bestehenden unterscheidet und welche Vorteile es bietet. Weil die Box vor der eigenen Haustür stehe, spare man sich beispielsweise den Weg zu einer zentralen Packstation. „Und vor allem ist sie durch die Technik sehr sicher, weil wirklich nur der Besitzer Zugriff hat“, betont Jule.
Als i-Tüpfelchen haben sie dann auch gleich noch ein bisschen Marktforschung betrieben und eine Umfrage unter den Schülern der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule, Familien, Freunden und Nachbarn gestartet. „Wir haben sie gefragt, ob öfter Pakete bei ihnen ankommen, wenn niemand zu Hause ist, ob sie Platz für eine Paketbox hätten und ob sie sich eine kaufen würden“, fasst Larissa zusammen. Das Ergebnis: Eine überwältigende Mehrheit bekundete Interesse. Das hat offensichtlich auch die Jury des Wettbewerbs überzeugt.
Am Anfang von Klasse 9 haben sich Larissa und Jule eher durch ein Missverständnis für den zweijährigen Wahlpflichtkursus bei Antje Koopmann entschieden. „Wir dachten, dass es da vor allem um Lego geht. Damit haben wir früher immer gerne gebaut und gespielt“, erinnert sich Jule. Und Larissa ergänzt: „Wir waren dann überrascht, dass es so viel um Technik und Programmieren geht.“ Doch bereut haben sie ihre Entscheidung trotzdem nicht. „Es hat wirklich Spaß gemacht“, sind sie sich einig.