Schottland meets Kirchhorst

Dudelsack-Klänge hallten am Wochenende durch Kirchhorst.

8 Clans bewiesen Geschicklichkeit, Kraft und Teamgeist

VON DANA NOLL

KIRCHHORST. Ob die Herren etwas unter ihren Schottenröcken trugen, wollte mir niemand verraten. Aber in Anbetracht der sportlichen Aufgaben, die auf dem Festplatz zu bewältigen waren, war es wohl wahrscheinlich.
Zum zweiten Mal fanden in Kirchhorst die Highland Games statt, organisiert vom bewährten Zehntfest-Team. Hier galt es im Vorfeld Mannschaften (Clans) zu bilden, die in neun Disziplinen, Kraft, Geschicklichkeit und Verstand unter Beweis stellen mussten.
Die 57 Teilnehmer bildeten acht Clans, die sich bei sommerlichen Temperaturen durch den Nachmittag kämpften. Die Motivation war groß und die Schlachtrufe hallten durch den Ort. Angetreten wurde stilecht im Kilt – dabei war man großzügig, ob dieser aus echter Wolle in den traditionellen Farben gestaltet war oder nur aus Omas altem Vorhang – der Kreativität war eben keine Grenzen gesetzt. Auch bei der Namensgebung. So gingen beispielsweise die Connors Girls, die Bravehearts oder auch die Hot Scots an den Start.
Beim Einhalten der Spielvorschriften gab es dann kein Pardon. Hier sorgten die Spielleiter für ein korrektes Ausüben, allen voran „Chef“ Eric Peter.
So mussten die Clans beim „Scotish Football“ einem „Menschen-Krökler“, gegeneinander antreten. Beim „Tug-o-War“ handelte es sich um das klassische Tauziehen. Der „Walking the Timber“ (Holzstangenlauf) stellte die Clans vor eine große Herausforderung. Hier musste im Team mit einem Holzstamm balanciert und ein Parkour durchlaufen werden. Beim „Sheaf Toss“ wurden mit Stroh gefüllte Säcke über ein Hindernis geworfen. Das „Boghadareachd“ (Bogenschießen) sah für einige Teilnehmer einfacher aus, als gedacht. Auch beim „Tossing the caber“, dem Baumstammwerfen, kamen die Clans ganz schön ins Schwitzen. Denn hier war nicht Höhe oder Weite gefragt, sondern es galt, den Baumstamm, der aus Sicherheitsgründen aus Pappe war, so exakt wie möglich an eine Linie zu werfen. Logik und Wissen war beim „Knowledge Game“ gefragt und beim „Todrive a nailhouse“, dem Nagelbalken, kam es noch einmal auf Geschicklichkeit und Teamgeist an. Den krönenden Abschluss machte das „Bottle pipen“ oder auch Flaschen pfeifen.
Am Ende hatten die Mc Duke of Kink vor den The Mac Abhainn`s und den Connors Girls die Nase vorn und trugen Urkunden, Ruhm und Ehre davon. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt und Albert Huizeling von „The Islanders“ sorgte mit seinem Dudelsack für stilechte musikalische Unterhaltung bei den Wettkämpfen.
„Die Highland Games haben richtig Spaß gemacht. Über 80 Ehrenamtliche waren im Einsatz. Besonders gefreut hat uns, dass viele junge Leute an den Ständen geholfen haben. Fast 1.000 Gäste waren auf der Schlagerparty am Vorabend, das ist schon toll“, lobte Dr. Andreas Glombik vom Orga-Team.