„Schornsteinfeger, Post und Feuerwehr kamen mit dem Rad daher“

Der achtjährige Jannis, Enkel von Radfahrgalerist Walter Euhus, kurbelte die Sirene des Feuerwehrfahrrades an. (Foto: Georg Bosse)

Radfahrgalerie Burgdorf zeigt „Fahrräder im Dienst“ in der KulturWerkStadt

BURGDORF (gb). „Bäckerjunge, Feuerwehr kamen mit dem Rad daher. Schornsteinfeger, Polizei waren immer schon dabei. Lastenfahrer, die Armee, Krankentransport auch okay. Täglich Post- und Zeitungsbote halten hoch die Fahrradquote. Die Umwelt freut sich sicher sehr, würden`s wieder einmal mehr. Und Doktoren tun es kund, Radeln, liebe Leute, ist gesund!“ Dieses kleine Gedicht beschreibt vortrefflich das Thema der neuen Ausstellung „Fahrräder im Dienst“, die am 15. April in der Burgdorfer KulturWerkStadt eröffnet wurde und dort noch bis zum 6. Juni zu besichtigen ist.
Das Fahrrad im Allgemeinen ist bis heute das preiswerteste Individualverkehrsmittel, das hierzulande seine größte Verbreitung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlangte. In dieser Zeit diente das Rad nicht nur der eigenen Fortbewegung, sondern tat selber „Dienst“. Früher gehörte das Dienstfahrrad zum Alltagsbild. Der Eismann erschien im Sommer auf seinem Dreirad, die Postboten erledigte ihre Arbeit mit und auf dem gelben Zweirad und auch der radelnde Schornsteinfeger wird noch vielen Leuten in Erinnerung sein. Aber es gab beispielsweise auch robuste Militärfahrräder, rote Feuerwehrfahrräder und Krankentransport-Fahrräder.
Die von Walter Euhus (Langenhagen) gestaltete Themenausstellung der Radfahrgalerie Burgdorf, des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) sowie der Stadt Burgdorf zeigt bemerkenswerte Zweiradkonstruktionen, die in verblüffenden Einsatzfeldern genutzt wurden. „Fahrräder im Dienst“ lässt die vielschichtige und überraschende Geschichte des Dienstfahrrades ausgezeichnet nachvollziehen.
Die (Sozial-)Geschichte zum „Fortbewegungsmittel der kleinen Leute“ werde sicherlich ein weiterer Publikumsmagnet im Ausstellungsreigen der Stadt, war sich Bürgermeister Alfred Baxmann im Verlauf seiner Eröffnungsrede sicher. Und Hauptkommissar Gerhard Haase von der Polizeiakademie Niedersachsen erinnerte in seiner Einführung nicht nur an die frühen Zeiten als Polizisten zu ihren Einsätzen in den Sattel springen mussten, sondern auch daran, dass es heute wieder radelnde Polizeistreifen gibt, die die Wendigkeit ihres „Dienstfahrzeugs“ zu schätzen wissen.
Die Renaissance des Rades, so Baxmann, veranlasst viele Städte und Regionen in Radfahrinfrastruktur zu investieren und Radroutennetze anzulegen, um den Anteil der Radler am Gesamtverkehrsaufkommen weiter zu erhöhen.
„Fahrräder im Dienst“ ist bis zum 6. Juni samstags und sonntags jeweils von 14.00 bis 17.00 Uhr in der Burgdorfer KulturWerkStadt (Poststraße 2) zu sehen. Gruppenführungen sind auch an anderen Wochentagen möglich. Anmeldungen dazu werden bei Gerhard Bleich (VVV) unter Tel. 05136/18 62 erbeten.