Schlosskonzerte feiern Jubiläum

Beim 250. Schlosskonzert tritt das Tschechische Nonett auf. (Foto: privat)
 
Im Februar 1983 berichtete der Marktspiegel über das erste Schlosskonzert, das damals noch von der städtischen Kulturabteilung veranstaltet wurde. (Foto: Archiv/Marktspiegel)

Bei der 250. Ausgabe der Reihe tritt das Tschechische Nonett auf

Burgdorf (fh). Der Kulturverein Scena lädt zum 250. Schlosskonzert ein – und will dieses Jubiläum am Sonntag, 15. Mai, mit einem Auftritt des Tschechischen Nonetts feiern. Bürgermeister Armin Pollehn und die stellvertretende Regionspräsidentin Michaela Michalowitz werden Grußworte sprechen.
Bei der Organisation des Jubiläumskonzert hatte der Kulturverein Scena mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen. Zunächst musste er viele geplante Auftritte wegen der Corona-Epidemie verschieben. Nun kann das 250. Schlosskonzert endlich stattfinden – allerdings nicht im Schloss. Denn der Ratssaal des historischen Gebäudes ist aus baulichen Gründen derzeit gesperrt. Deshalb weicht der Kulturverein nun auf die St.-Pankratius-Kirche aus.
Dabei war die Konzertreihe Anfang der achtziger Jahre eigens für das Burgdorfer Schloss konzipiert worden, kurz nachdem es umfangreich renoviert worden war. Mit den Auftritten im Sitzungssaal wolle man „das sanierte Schloss den Burgdorfer Bürgern näherbringen“, hieß es damals. Die Idee stammte vom damaligen Bürgermeister Hans-Jürgen Huth, dem Musikschulleiter Kurt Eschmann und dem Kreis­chorleiter Ronald Paduch. Die Organisation übernahm die städtische Kulturabteilung.
Zum Auftakt trat im Februar 1983 das Jugendorchester der Musikschulen aus dem Landkreis unter Leitung von Kurt Eschmann auf. Der Saal mit 150 Besucherplätzen war voll besetzt. Bereits wenige Stunden nach Vorverkaufsbeginn waren die Karten vergriffen gewesen, berichtete damals der Marktspiegel. „Bei vielen Interessen, die zum ersten Konzert keine Karte mehr erhielten, wurde Unmut laut“, heißt es in dem Artikel von 1983. Die Kulturabteilung habe deshalb versprochen, fortan „die Termine für den Vorverkauf so rechtzeitig vorher anzukündigen, dass alle Interessenten – auch die Berufstätigen – gleiche Chancen haben.“
Trotz dieses Andrangs konnte sich die Veranstaltungsreihe finanziell nicht selbst tragen, wie es die Initiatoren optimistisch angenommen hatten. Die erforderlichen Zuschüsse aus der Stadtkasse sorgten bei den Kommunalpolitikern für Diskussionen. Aus Sorge um den Fortbestand der Schlosskonzerte gründeten Burgdorfer Musikfreunde 1998 den Kulturverein Scena. 2006 übertrug die Stadt ihm die Organisation der Konzerte.
Auch wenn die 250. Ausgabe nun nicht standesgemäß im Ratssaal des Schlosses stattfinden kann, wartet Scena musikalisch mit einem Höhepunkt auf. Das Tschechische Nonett ist eines der am längsten bestehenden Kammermusikensembles der Welt. Mit seiner außergewöhnlichen Kammermusikbesetzung aus vier Streichern und fünf Bläsern erzeugt das Ensemble einen beinahe orchestralen Klang. Auf dem Programm stehen Werke des polnischen Komponisten Witold Lutoslawski (1913-1994), des tschechischen Komponisten Bohuslav Martinu (1890-1959), des russischen Komponisten Sergei Prokofiev sowie das Große Nonett des aus Braunschweig stammenden Komponisten ­Louis Spohr.
Das 250. Schlosskonzert beginnt am Sonntag, 15. Mai, um 17 Uhr, in der St.-Pankratius-Kirche am Spittaplatz. Karten gibt es im Vorverkauf bei Wege­ners Buchhandlung (Marktstraße 65), in der VVV-Geschäftsstelle (Braunschweiger Straße 2), unter der Scena-Service­nummer (05147) 720937 sowie an der Abendkasse. Jugendliche und Kriegsflüchtlinge haben freien Eintritt.