Schillerslage bereitet sich auf „Mitbürger auf Zeit“ vor

Nicht nur Alfred Baxmann (l.) hörte genau hin, als Sabine Genters, Camilla Hilzendeger, Susanne Höhlich und Carmen Danker (BMGH; v.l.) ihre Erfahrungen im Umgang mit männlichen Asylsuchenden und Flüchtlingen schilderten. (Foto: Georg Bosse)

Informations- und Fragestunde zum Thema „Flüchtlinge in Schillerslage“

SCHILLERSLAGE (gb). „Schillerslage – ein Dorf lebt Gemeinschaft!“ Dieses sympathische Motto haben die Schillerslager schon bei zahlreichen Dorfveranstaltungen mit Leben erfüllt. Diese Gemeinschaft wird sich wohl ab dem 16. November um 2x 20 Personen erweitern, wenn registrierte männliche Asylsuchende und Flüchtlinge in der dafür eigens hergerichteten Mehrzweckhalle untergebracht werden müssen.
Eine Arbeitsgruppe um Ortsbürgermeister Manfred Dunker mit Renate Janzen (SSV) und Ortsratsmitglied Volker Plaß, mit Barthold Plaß (Reitgemeinschaft) und Timo Scheffler (Feuerwehr) sowie mit Jörg Meyer und Johannes Reuter (Sportverein) hatte die Vorlaufzeit genutzt, um mit Unterstützung des DRK alle nötigen Vorkehrungen für eine geregelte Unterbringung zu treffen. Dazu hatte Dunker am vergangenen Montagabend zu einer Informations- und Fragestunde ins Sport- und Schützenheim eingeladen. Diese besondere Bürgerversammlung war mit gut 100 Personen nicht ganz überraschend gut besucht. Galt es doch den Schillerslagern den aktuellen Stand der Dinge mitzuteilen und (besorgte) Frage zu den organisatorischen Abläufen zu beantworten.
Bürgermeister Alfred Baxmann bedankte sich bei der Dorfgemeinschaft für das unaufgeregte Engagement, die bevorstehenden Herausforderungen als „gemeinsames Problem“ mit stemmen helfen zu wollen und schickte gleich vorweg: „Diese Übereinkunft ist nur eine Übergangslösung, die sich nicht verfestigen soll. Wir wollen die Schillerslager Mehrzweckhalle nicht über Gebühr zweckentfremden.“
Ziel sei es, zu versuchen, „unsere Gäste und Mitbürger auf Zeit von Anfang an zu beschäftigen und zu integrieren“, stellte Manfred Dunker voran. Um dabei die Schillerslager mitzunehmen, hatte die Arbeitsgruppe einen Fragebogen ermittelt, mit dem Interessierten Vorschläge gemacht wurden, wie sie sich eventuell persönlich bei diesem Integrationsprojekt einbringen könnten. Beispielsweise mit „Deutschunterricht“, mit der „Begleitung bei Behördengängen“ oder mit einer gemeinsamen „Weihnachtsfeier“.
Die gewünschte und gewollte Zuweisung von 40 männlichen Flüchtlingen begründete Dunker mit der Schwierigkeit, in dem einen großen Raum „Mehrzweckhalle“ Geschlechtertrennung mit genügender Privatsphäre herzustellen. Aber gerade dieser Umstand trieb einige weibliche Anwesende um, die bei ihren Einlassungen durchblicken ließen, (sexuelle) Übergriffe auf Frauen und Kinder zu befürchten. Diesen Bedenken traten Sabine Genters, Camilla Hilzendeger, Susanne Höhlich und Carmen Danker ganz entschieden entgegen. Das vierköpfige Integrations- und Kompetenzteam aus dem Burgdorfer Mehr-Generationen-Haus (BMGH) hat bereits längere Erfahrung bei der Betreuung von (jungen) Männern aus verschiedenen Herkunftsländern: „Das ist alles eine Frage des Kennenlernens. Beim Deutschunterricht und beim Schwimmen im Hallen-/Freibad ist nie etwas Derartiges oder gar „Schlüpfriges“ passiert.“
Der alltägliche Betrieb der Schillerslager Flüchtlingsunterkunft obliegt dem DRK. Es wird einen 24 Stunden-Sicherheitsdienst sowie mit Bernhard Brunnecker einen erfahrenen Sozialarbeiter geben.
So wie es aussieht, scheint die Burgdorfer Ortschaft ihrem Leitgedanken „Schillerslage – ein Dorf lebt Gemeinschaft!“ wieder einmal Ehre zu machen.