Rückgang von Diebstahl und Betrug

Zahl der Diebstähle ist gesunken, insbesondere bei den schweren Diebstählen gab es einen Rückgang. (Foto: Polizei Burgdorf)

Polizeiinspektion veröffentlicht Kriminalstatistik für 2018: In Burgdorf hat sie insgesamt weniger Straftaten registriert

BURGDORF (fh). Die Zahl der schweren Diebstähle ist in Burgdorf zuletzt deutlich zurückgegangen. Allein von 2017 auf 2018 ist sie noch einmal um rund 14 Prozent auf nun 292 Taten gesunken. Das ist der niedrigste Wert im Zehn-Jahres-Vergleich. Die Zahl der leichten Diebstähle ist zwar nach einem vorläufigen Tiefststand im Jahr 2017 wieder leicht angestiegen. Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren ist das aber immer noch ein niedriger Wert. Zusammengenommen sind die Diebstahldelikte in Burgdorf damit zum ersten Mal seit zehn Jahren unter die Marke von 600 gesunken. Das geht aus einer Statistik hervor, die die Polizeiinspektion Burgdorf jüngst veröffentlicht hat.
Demzufolge waren die Fallzahlen sowohl bei schweren Diebstählen aus Wohnungen als auch bei schweren Diebstählen von oder aus Kraftfahrzeugen rückläufig. Auch die Zahl der Fahrraddiebstähle sank um knapp zehn Prozent auf 102 gestohlene Räder. Die Aufklärungsquote lag bei den Diebstahldelikten 2018 bei 26,6 Prozent.
Insgesamt hat die Polizei im vergangenen Jahr 1597 Straftaten in Burgdorf registriert; im Jahr davor waren es 1705. Gegenüber ihrem hohen Stand vor etwa zehn Jahren sind die Zahlen deutlich zurückgegangen. So hatte die Polizei 2011 noch insgesamt 2156 Straftaten verzeichnet. Rund 57 Prozent aller Straftaten konnte die Polizeiinspektion aufklären.
Außerdem wurden 302 Gewalttaten zur Anzeige gebracht; in der Polizeistatistik sind sie unter dem Bergiff "Rohheitsdelikte" gefasst. Im Vergleich zu 2017 gibt es damit keine nennenswerte Änderung und die Zahl liegt in etwa im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. 90 Prozent dieser Taten konnte die Polizei aufklären.
Körperverletzungen machen den größten Anteil der Rohheitsdelikte aus; 2018 waren es 219 Fälle. Bei den übrigen Taten in diesem Bereich handelt es sich beispielsweise um Raub, räuberische Erpressung, Bedrohungen und Nötigungen. Sowohl bei den Körperverletzungen als auch bei den Gewalttaten im Allgemeinen zeigt sich im Zehn-Jahres-Vergleich eine unregelmäßige Entwicklung der Straftaten.
Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei einen deutlichen Anstieg der häuslichen Gewalt, nämlich von 58 auf 75 Taten. Ins zwei Drittel der Fälle handelte es sich um eine Körperverletzung. Zu diesem Deliktfeld zählen außerdem sexuelle Nötigung, Stalking, Bedrohung, Beleidigung und Freiheitsberaubung.
Deutlich rückläufige Trends sind bei den Betrugsdelikten festzustellen, die unter dem Oberbegriff "Vermögens- und Fälschungsdelikte" Eingang in die polizeiliche Kriminalstatistik finden sowie bei den Dachbeschädigungen. So verzeichnete die Polizei bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten im vergangenen Jahr 238 Taten. Dies entspricht einem Rückgang um etwa 17 Prozent im Vergleich zu 2017 und stellt den niedrigsten Wert im 10-Jahres-Vergleich dar. Die Aufklärungsquote ist in diesem Deliktsbereich mit über 75 Prozent erfahrungsgemäß hoch.
Die Zahl der bekannt gewordenen Sachbeschädigungen sank um zwölf Prozent auf zuletzt 170 Taten. So wurden vor allem weniger Kraftfahrzeuge beschädigt als ein Jahr zuvor. Die Zahl ging von 87 registrierten Taten im Jahr 2017 auf 57 zurück. Nur in rund 23 Prozent der Fälle konnte die Polizei die Täter ermitteln.
Außerdem haben die Beamten mehr Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mit Cannabis erfasst. So wurden im vergangenen Jahr 29 Verstöße mehr registriert als 2017. Dies entspricht einer Zunahme um mehr als 50 Prozent und stellt den höchsten Wert im Zehn-Jahres-Vergleich dar. Nach wie vor ist der überwiegende Teil der Taten auf den Besitz, Konsum von und Handel mit Cannabisprodukten zurückzuführen. Andere illegale Drogen wie Heroin, Kokain oder Crack spielen nach den Angaben der Polizei in Burgdorf eine eher untergeordnete Rolle.
Gerade in diesem Deliktfeld ist zu berücksichtigen, dass jeweils nur die Fälle in der Statistik auftauchen, die der Polizei bekannt geworden sind. So sei die Steigerung der Fallzahlen nicht unbedingt auf eine Zunahme der Kriminalität zurückzuführen. Vielmehr seien bei Ermittlungen und Strafverfahren zu einzelnen Taten die Mobiltelefone der Beschuldigten sichergestellt und ausgewertet worden, wodurch sich Anhaltspunkte für weitere Straftaten ergeben hätten.
Wenngleich dieser Effekt bei der Drogenkriminalität besonders groß ist, spielt er auch in anderen Deliktfeldern eine Rolle. So betont die Polizei, das die Kriminalstatistik nur das Hellfeld erfasse, also die bekannt gewordenen Straftaten. Das bilde das tatsächliche Geschehen selten vollständig ab.