Rot-Grün verfügt über eine satte Mehrheit im Burgdorfer Stadtrat

Gebannt verfolgt Karl-Ludwig Schrader (FDP, hinten Mitte) den Eingang der einzelnen Wahlergebnisse. Für ihn hat es gerade noch zum Einzug in den Burgdorfer Rat gelangt. (Foto: Jens Kamm)
 
Mirco Zschoch (rechts) zeigte sich enttäuscht über die Ergebnisse der Bürgermeisterwahl. (Foto: Jens Kamm)

Grüne sind der Wahlsieger in Burgdorf / FDP stürzt um 4,9 Prozent ab

BURGDORF (jk). SPD und Grüne heißen die Gewinner der Stadtratswahl in Burgdorf. Mit einem Zugewinn von sechs Prozent gegenüber der vergangenen Kommunalwahl konnten die Grünen die Zahl ihrer Mandate im künftigen Rat auf vier verdoppeln. Auch die SPD konnte ihr Ergebnis verbessern und stellt mit 39,3 Prozent (+2,5 Prozent) nun einen Sitz mehr im Rat. Damit würden SPD (13 Sitze) und Grüne (4 Sitze) zusammen mit der Stimme von Bürgermeister Alfred Baxmann über eine satte Mehrheit im 33-köpfigen Rat verfügen. Darüber hinaus wurde von Seiten der SPD und der Grünen auch schon signalisiert, dass die WGS (2 Sitze), die einen Sitz im Rat verlor, wie in der vergangenen Legislaturperiode wieder in die Mehrheitsgruppe eingebunden werden soll.
Die CDU hat zwar 1,9 Prozent gegenüber 2006 verloren, behält aber trotzdem ihre bisherigen 11 Sitze, darunter auch der unterlegene Bürgermeisterkandidat Mirco Zschoch, der mit 2815 persönlichen Stimmen das beste Ergebnis aller 97 Ratskandidaten erzielte.
Eine schwere Schlappe musste unterdessen die FDP in Burgdorf einstecken. Um 4,9 Prozent rutschten die Freidemokraten auf nur noch 2,9 Prozent ab und sind lediglich mit einem Sitz (Karl-Ludwig Schrader) im Burgdorfer Stadtrat vertreten.
Die LINKE hat in Burgdorf leicht zugelegt. Mit 3,8 Prozent für den Rat hat die Partei im ehemaligen Landkreis Hannover in Burgdorf das mit Abstand beste Ergebnis eingefahren und stellt mit Michael Fleischmann einen Ratsherren.
Folgende und Ratfrauen und Ratsherren sind in den Burgdorfer Stadtrat gewählt worden:
- SPD: Ursula Bochmann, Karl-Heinz Dralle, Kristi Falkenhagen, Christiane Gersemann, Gerald Hinz, Ahmet Kuyucu, Hans-Dieter Morich, Adolf W. Pilgrim, Michael Rheinhardt, Horst Ruser, Christa Weilert-Penk, Olaf Weinel.
- CDU: Robert Apel, Gurbet Birgin, Alfred Brönnemann, Carl Hunze, Klaus Köneke, Claudia Meißner, Wolfgang Obst, Gero von Oettingen, Kai Peters, Barthold Plaß, Mirco Zschoch.
- Grüne: Hartmut Braun, Simone Heller, Detlef Knauer, Maria Leykum.
- WGS: Gabriele Heldt, Kurt-Ulrich Schulz
- FDP: Karl-Ludwig Schrader
- LINKE: Michael Fleischmann

Überraschend war der Ausgang der Wahlen zum Ortsrat in einigen Ortschaften. Im „schwarzen Ramlingen-Ehlershausen“, das seit Jahrzehnten von der CDU dominiert wird, siegte zur großen Überraschung die SPD mit 55 Prozent der Stimmen. Birgit Meinig wird hier voraussichtlich neue Ortsbürgermeisterin. Ein Grund für den plötzlichen Stimmenwandel könnte der Verzicht des bisherigen CDU-Bürgermeisters Klaus-Dieter Walter sein, der kurz vor der Wahl erklärt hatte, sich aus der politischen Arbeit zurückziehen zu wollen.
In Dachtmissen wird wahrscheinlich das Los über das Recht zur Bestimmung des Ortsvorstehers entscheiden. Kurioserweise haben SPD und CDU exakt die gleiche Stimmenzahl (211) erhalten. Eventuell wird es aber auch eine Lösung geben, bei der die SPD den bisherigen Amtsinhaber Jörg Neitzel (CDU) toleriert.
Eine kleine Sensation gab es dagegen in Beinhorn, dem Familiensitz des Ex-Ministerpräsidenten Ernst Albrecht und seiner Tochter, der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU): Mit 39,6 Prozent siegten hier die Sozialdemokraten und könnten das Amt des Ortsvorstehers bestimmen, das bisher von Klaus Köneke (CDU) ausgefüllt wurde.
Die WGS hat nicht nur bei der Stadtratswahl Stimmen verloren, sondern auch in „ihrer Heimat Schillerslage“ die Mehrheit im Ortsrat. Mit 50,3 Prozent eroberte die CDU knapp die meisten Stimmen und wird wohl Manfred Dunker zum Ortsbürgermeister wählen.
Nachdem in Sorgensen Walter Degenhard (CDU) nicht wieder angetreten war, wird in Zukunft Dirk Schwerdtfeger für die CDU, die sich deutlich absetzen konnte, den Posten des Ortsvorstehers bekleiden.
Nichts Neues dagegen in Otze. Hier blieb es bei der Mehrheit der CDU, die weiterhin von Carl Hunze im Ortsrat angeführt wird.
In Heeßel soll Heiko Reißer (CDU) neuer Ortsvorsteher werden, während in Hülptingsen die SPD mit Hans-Joachim Erhardt und in Weferlingsen die CDU mit Bernhard Kracke vorne liegt.