Retter führen Einsatz vor

In der Blaulichtmeile auf dem nächsten Pferdemarkt wird die Feuerwehr wieder ihre Fahrzeuge vorstellen. (Foto: SMB)
 
Der historische Löschzug der Burgdorfer Feuerwehr zeigt, wie Brände im 19. Jahrhundert bekämpft wurden. (Foto: SMB)

Auf dem Pferdemarkt zeigen Polizei, Feuerwehr, DRK und Hundestaffel, was sie nach einem Unfall leisten / Auch DLRG und historischer Löschzug präsentieren sich

BURGDORF (fh). Wie verhalte ich mich, wenn ich morgens auf dem Weg zur Arbeit einen Unfall beobachte? Was muss ich beim Notruf unbedingt beachten? Und warum wird die Strecke noch immer nicht freigegeben, obwohl die Krankenwagen mit den Verletzten längst abgefahren sind? Anschauliche und praxisnahe Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhalten Interessierte beim nächsten Pferdemarkt am Samstag, 17. August, von 8 bis 13 Uhr auf dem Gelände am Kleinen Brückendamm. Zum dritten Mal veranstalten Polizei, Feuerwehr, DRK, DLRG und Hundestaffel gemeinsam eine Blaulichtmeile, um ihre Tätigkeitsfelder vorzustellen. "Aber diesmal stellen wir nicht nur unsere Fahrzeuge aus, sondern es gibt richtig Action", sagt der DRK-Vorsitzende Gero von Oettingen.
Etwa 50 Einsatzkräfte werden ab 9 Uhr die Rettungskette nach einem Unfall darstellen. Der Lehrter Abschlepp- und Pannendienst stellt dafür einen beschädigten Wagen bereit. "In dem fiktiven Szenario wurde der Fahrer aus dem Auto geschleudert, während der Beifahrer eingeklemmt ist", erläutert Stefanie Eckler von der Polizeiinspektion Burgdorf. Moderatorin Christine Buchholz wird die Zuschauer durch das Geschehen führen und sie immer wieder mit einbinden. "So sucht sie zum Beispiel zusammen mit dem Publikum die sieben W-Fragen, die man bei einem Notruf unbedingt beantworten muss", so Eckler.

Die Rettungskette Schritt für Schritt


Und so soll die Vorführung ablaufen: Ist die Leitstelle dann erst einmal alarmiert, fährt zunächst ein Streifenwagen der Polizei vor. Nachdem die Beamten die Einsatzstelle abgesichert haben, geht es darum, den Verletzten so schnell wie möglich zu helfen. Die Feuerwehr spreizt die Tür auf, um den eingeklemmten Beifahrer zu befreien, die Sanitäter vom DRK leisten Erste Hilfe und transportieren ihn mit dem Rettungswagen ab. Weil von dem Fahrer jede Spur fehlt, kommt dann auch noch die Hundestaffel zum Einsatz, die ihn schließlich im Gebüsch findet.
Moderatorin Christine Buchholz wird jeden dieser Schritte kommentieren und jeweils einen Experten dazu befragen. "Wenn beispielsweise die Polizei im Einsatz ist, werde ich ihr zur Seite stehen und Fragen beantworten", sagt Polizeiinspektorin Eckler. Sie ist nicht nur ganz am Anfang an der Reihe, sondern auch noch einmal zum Schluss. "Wenn die Verletzten versorgt sind, macht die Polizei Fotos, misst die Unfallstelle aus und räumt anschließend zusammen mit der Feuerwehr auf, damit beispielsweise keine Glassplitter mehr herumliegen", so Eckler.

Handspritzen aus dem 19. Jahrhundert

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ist als einzige Organisation nicht an der Rettungskette beteiligt, wird dafür im Anschluss aber noch einen eigenen Einsatz vorführen: Dabei wird ein Boot mit einem Kran emporgezogen und an der gewünschten Stelle wieder abgesetzt. Nur so kann es im Ernstfall in der Aue zu Wasser gelassen werden.
Danach wird der Historische Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Burgdorf dann noch vorführen, wie ein Brand im 19. Jahrhundert bekämpft wurde. Dabei werden vier originale Handdruckspritzen zum Einsatz kommen. Zwei von ihnen werden von Hand gezogen, zwei mit Pferden. "Für diese Übung bauen wir ein Holzhäuschen auf und zünden es an", sagt Zugführer Werner de Pauke und fügt hinzu: "Auch die Zuschauer können mal versuchen, eine historische Handspritze zu bedienen."

Aufklärung leisten und fürs Ehrenamt werben


Mit diesen aufwendigen Aktionen wollen Polizei, Feuerwehr, DRK und DLRG mehrere Ziele erreichen: "Wir wollen damit Interesse für die jeweiligen Berufsfelder wecken, aber natürlich auch für die vielen Aufgaben, die Ehrenamtliche bei uns übernehmen", so der DRK-Vorsitzende von Oettingen.
Zudem ginge es darum Verständnis für die Abläufe zu wecken und die Zuschauer dafür zu sensibilisieren, wie sie sich am besten verhalten sollten. "Wir wollen Aufklärungsarbeit leisten, auch was die Rettungsgasse angeht und die Menschen dazu bringen, im Ernstfall zu helfen anstatt zu gaffen", betont Polizeiinspektorin Eckler. Anschließend haben Besucher die Gelegenheit, sich Fahrzeuge von Feuerwehr, DRK und Polizei anzuschauen und an den Infoständen weitere Fragen zu stellen.

Tierverkauf und Aktionen für Kinder

Zusätzlich zur Blaulichtmeile gibt es beim Pferdemarkt am Samstag, 17. August, noch viele weitere Programmpunkte. Von 8 bis 13 Uhr werden sich auf dem Gelände am Kleinen Brückendamm zahlreiche Aussteller präsentieren, die Klein- und Hobbytieren aller Art anbieten, darunter Geflügel, Ziervögel, Nager und Fische.
Die Schau „Land & Garten“ gibt einen Einblick in altes Handwerk. Als Aussteller kommen unter anderem der Schmied Erhard Niemann, Sattler Karl-Heinrich Oberste-Lehn, Holzbrandmaler Dieter Kuklinski, Drechsler Lothar Ostheider, Kunstkeramiker Horst Günzel und der Holzschnitzer Dirk Beisert.
Für die jüngsten Pferdemarktbesucher bieten ein Ponyparcours und eine Tierschau spannende Unterhaltung. Außerdem können sie sich im Kinderzelt der Stadtsparkasse Burgdorf und von Car Wash beim Mitmachzirkus des JohnnyB. mit entsprechender Hilfestellung im Einradfahren, Jonglieren oder Tellerdrehen versuchen. Der Malort-Burgdorf lädt nicht nur Kinder dazu ein, ihren Phantasien freien Lauf zu lassen. Die Schminkaktionen des Frauen- und Mütterzentrums und ein Kinderkarussell sorgen ebenfalls dafür, dass keine Langeweile aufkommt.