Respektvoller Umgang miteinander muss ins Bewusstsein eingehen

Berichtet über reale Probleme aus Berlin-Neukölln: Fadi Saad beeindruckte die Schüler durch Authentizität und Direktheit. (Foto: Daniela Rosendahl)

Lesung mit Ex-Jugendgang-Mitglied und Buchautor Fadi Saad

ALTKREIS BURGDORF (r/jk). Vorurteile gegen andere Nationalitäten und Religionen? Worin bestehen sie und wo kommen sie her? Worin besteht das eigentliche Problem, das dahinter liegt? Fadi Saad, Quartiermanager und Buchautor, versuchte in mehreren Lesungen in der Berufsbildenden Schule Burgdorf zu genau diesen Fragen Antworten zu formulieren. Er las Auszüge aus seinem neuen Buch „Kampfzone Straße“ und stieg über die beschriebenen Situationen und Probleme mit den Schülerinnen und Schülern in Gespräche ein.
Zentrales Thema ist für ihn immer wieder Respekt, respektvoller Umgang miteinander sowie Zivilcourage zu zeigen: Wer hat schon mal Zivilcourage bewiesen? „Hingucken, helfen, Mitmenschen wahrnehmen“, das, so Saad, müsse viel stärker in unser Bewusstsein eingehen, „wir müssen uns gegenseitig kennenlernen – unsere Kulturen, Religionen, unsere Lebensgeschichten.“
Zahlreiche Geschichten aus dem Alltag - aus dem Leben Saads - beeindruckten die Zuhörer, auch und besonders die Lebensgeschichte des Referenten lässt jedes Gespräch verstummen. Fadi Saad war früher Mitglied einer Jugendgang und bewegte sich im kriminellen Milieu, bevor er sein Leben in die Hand nahm, einen Schulabschluss und eine Berufsausbildung absolvierte. Heute engagiert er sich in Problemvierteln und für „Problemkids“ in Berlin, aber auch für Toleranz zwischen Kulturen und Menschen.
Das, was die Schüler aus dieser Lesung mitnahmen, war für die meisten spontan nicht in Worte zu fassen. Die Themen, die hier angesprochen wurden, werden auch in Zukunft noch für reichlich Gesprächsstoff unter den Schülern sorgen. Insbesondere die parallel laufende Ausstellung zum Thema Zivilcourage am Berliner Ring bietet hier zahlreiche Gelegenheiten.