Region verkauft altes FTZ-Gelände

Der alte Schlauchturm soll bald neuen Sozialwohnungen weichen. Die Regionsversammlung hat den Verkauf des Grundstücks an die KSG Hannover beschlossen. (Foto: privat)
 
Die Finanz- und Gebäudedezernentin der Region Hannover Cordula Drautz freut sich über die erfolgreichen Verhandlungen mit der KSG. (Foto: Christina Kreutz/Archiv)

KSG Hannover wird auf dem Grundstück am Marris-Mühlen-Weg Sozialwohnungen bauen

Burgdorf (fh). Auch über zehn Jahre nach dem Auszug der Einsatzkräfte ragt am Marris-Mühlen-Weg noch immer der alte Pumpenturm in die Höhe und das Grundstück der ehemaligen Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) liegt weitgehend brach. Doch das soll sich nun bald ändern. Die Region Hannover, der die rund 2000 Quadratmeter große Fläche gehört, hat jetzt die Weichen für die künftige Entwicklung gestellt. Die Kreissiedlungsgesellschaft (KSG) Hannover soll dort in den nächsten Jahren bezahlbaren Wohnraum schaffen.
Denn dafür sei das Grundstück aufgrund seiner Lage bestens geeignet. "Zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreicht man von dort aus in wenigen Minuten den Bahnhof und die Innenstadt. Andererseits ist man mit dem Auto schnell auf der B188, um beispielsweise nach Hannover zu fahren", fasste der Burgdorfer Bürgermeister Armin Pollehn zusammen und fügte hinzu: "Das ist eine große Chance für uns in Burgdorf."
Und mit der KSG sei ein verlässlicher Partner an Bord, mit dem die Stadt Burgdorf schon gute Erfahrungen gemacht habe. Gegenwärtig errichtet das kommunale Unternehmen im Baugebiet An den Hecken zwei Mehrfamilien- und mehrere Reihenhäuser. Die 16 Sozialwohnungen seien innerhalb kürzester Zeit vermietet gewesen, berichtet Geschäftsführer Karl Heinz Range. Das zeige, wie groß der Bedarf in diesem Preissegment sei.
Daran wolle das Unternehmen auch am Marris-Mühlen-Weg anknüpfen. "Wir planen dort vor allem Zwei- und kleine Drei-Zimmerwohnungen mit Mietpreisen von 5,60 bis 7,20 Euro pro Quadratmeter bauen", kündigt er an. Etwa 20 Wohneinheiten sollen auf der Fläche entstehen. Falls die Verhandlungen mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) bezüglich des Nachbargrundstücks erfolgreich sein sollten, könnten es sogar noch deutlich mehr werden.
Zumindest dem Verkauf des ehemaligen FTZ-Grundstücks an die KSG steht jetzt nichts mehr im Weg. Die Regionsversammlung hat ihn bereits einstimmig beschlossen. "Ich freue ich mich, dass die Politiker unseren Vorschlag mittragen", sagt die Finanz- und Gebäudedezernentin der Region Hannover Cordula Drautz. Auf diese Weise könne ein kleiner Beitrag zur Entspannung des Wohnungsmarktes insbesondere für niedrige und mittlere Einkommen geleistet werden. "Andererseits war es uns auch wichtig, die Fläche nicht unter Wert zu verkaufen", betont die Dezernentin. Mit der KSG habe man sich nun auf einen marktüblichen Preis geeinigt, der zuvor in einem Gutachten ermittelt worden war. Ein weiterer Vorteil sei, dass das kommunale Unternehmen nicht gewinnorientiert arbeite und die Steuerung bei den Städten und Gemeinden liege.

Der lange Weg bis zum Verkauf


Nachdem die Burgdorfer Feuerwehr 2010 in das neue Gebäude Vor dem Celler Tor gezogen war, hatte die Region zunächst ein öffentliche Bieterverfahren für das Grundstück am Marris-Mühlen-Weg angekündigt. Danach wurde es lange still um das Gelände. Doch der Burgdorfer Regionsabgeordneten Oliver Brandt (CDU) ließ nicht locker und hakte mehrfach nach. Ende 2018 teilte die Regionsverwaltung dann auf seine Anfrage hin mit, dass sie das Grundstück ohne Bieterverfahren an ein Wohnungsbauunternehmen verkaufen wolle und die Verhandlungen bereits weit fortgeschritten seien.
Daraufhin meldeten sich andere Interessenten zu Wort, die sich übergangen fühlten. Oliver Brandt und sein Kollege Rudolf Alker (SPD) forderten deshalb mehr Transparenz bei der Vergabe des Grundstücks. Die Region lenkte ein, brach die Verhandlungen ab und stellte zunächst ein öffentliches Bieterverfahren in Aussicht. Das verwarf sie jedoch wieder und entschied sich stattdessen doch für eine direkte Vergabe, bei der sie besser beeinflussen könne, dass dort bezahlbarer Wohnraum entstehe.
Mit dem Endergebnis zeigt sich Oliver Brandt nun aber zufrieden: "Ich freue mich, dass es endlich nach mehreren Anläufen gelungen ist, das alte Gebäude an eine Tochtergesellschaft der Region zu verkaufen. Dadurch können wir gewährleisten, dass an dieser verkehrlich sehr gut gelegen Stellen fußläufig zu Bahnhof und Innenstadt preiswerter Wohnraum geschaffen wird!"