Recherche zu Bombenabwürfen

Die Bomben zerstörten unter anderem das damalige Burgdorfer Amtsgericht. (Foto: SMB/Archiv)

Hobbyhistoriker Dieter Heun, Heidi Rust und Tobias Teuber wollen nachzeichnen, was sich in Burgdorf kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges ereignete

BURGDORF (r/fh). Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges haben amerikanische Flugzeuge im Kampf gegen das nationalsozialistische Deutschland zweimal Bomben auf Burgdorf abgeworfen, am 24. Februar und am 7. April. Die Burgdorfer Hobbyhistoriker Dieter Heun, Heidi Rust und Tobias Teuber wollen jetzt Hintergründe, Ablauf und Auswirkungen der beiden Bombenabwürfe untersuchen und ihre Ergebnisse dann in einer Broschüre zusammenfassen.
Die Quellenlage sei schwierig, weil viele Dokumente in den letzten Kriegswochen und in der Nachkriegszeit vernichtet worden seien. Bisherige Beschreibungen gründeten sich im Wesentlichen auf Notizen des damaligen Pastors Friedrich Möller und auf einige Zeitzeugenberichte. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind bei den beiden Bombenangriffen 34 Einwohner ums Leben gekommen, unter ihnen 13 Kinder. Außerdem zerstörten oder beschäftigten die Bomben mehrere Häuser wie beispielsweise das damalige Amtsgericht.
Bezüglich Anlass und Ziel der Bombenabwürfe kursieren unterschiedliche Theorien. Einer Variante nach könnten die Angriffe einer Flugabwehrkanone gegolten haben, die angeblich auf dem Schießstand der Schützen im Bereich Drei Eichen gestanden haben soll. Andere vermuten, dass Burgdorf gar nicht gezielt bombardiert wurde, sondern die Flieger eigentlich die Erdölraffinerie in Misburg zum Ziel hatten und es sich um Notabwürfe aufgrund technischer Probleme der Flugzeuge gehandelt haben soll.
Die drei Burgdorfer Autoren haben bereits wichtige Erkenntnisse aus Archiven der Alliiertenzu den Luftangriffen gewonnen. Nun planen sie weitere Recherchen im amerikanischen Militärarchiv in Maxwell im US-Bundesstaat Alabama. Zugleich hoffen Heun, Rust und Teuber, dass sie auch von Zeitzeugen noch weitere Informationen erhalten. Wer die Bombenabwürfe erlebt hat oder im Besitz alter Fotos beziehungsweise anderer Materialien ist, kann sich an Dieter Heun wenden, unter der Telefonnummer (05136) 2073 oder per E-Mail an dieterheun@aol.com.