Rathaus-Zeichnung schmückt Fassade

Freuen sich über den neuen Schmuck an der Rathaus-Fassade: Bürgermeister Armin Pollehn (von links), SMB-Geschäftsführer Gerhard Bleich, seine Stellvertreterin Carmen Bleicher, die CKT-Geschäftsführer Carsten Thormann und Thomas Lattner, der stellvertretende SMB-Vorsitzende Heiko Nebel, SMB-Vorstandsmitglied Karl-Ludwig Schrader und der SMB-Vorsitzende Markus Wzietek.

Der Stadtmarketingverein und das Unternehmen CKT. FolienTechnik verhüllen das Baugerüst

Burgdorf (r/fh). Wer an der Marktstraße unterwegs ist und am Rathaus I vorbeikommt, kann jetzt wieder die Fassade des historischen Bauwerks in Augenschein nehmen. Denn das Burgdorfer Unternehmen CKT. FolienTechnik hat eine Federzeichnung des Rathauses aus dem Jahr 1979 mit speziellen Verfahren auf eine große Plane aufgebracht und sie vor dem Baugerüst an der Frontseite zur Marktstraße hin befestigt. Die Abbildung in Originalgröße reicht vom Bürgersteig bis hinauf zum Dach.
Das Dach des Rathauses I ist marode und soll nächstes Jahr saniert werden. Um bis dahin zu verhindern, dass Ziegel oder abgebrochene Kleinteile herabstürzen, hat die Stadt im vergangenen August ein Gerüst mit blau-weißen Schutznetzen aufstellen lassen, die seitdem einen großen Teil der Fassade verdecken. Viele Bürger hätten bemängelt, dass dieses Provisorium das historische Stadtbild über so lange Zeit beeinträchtige, so der Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins (SMB) Gerhard Bleich. Deshalb sei die Idee einer Verhüllungsaktion im Stile des verstorbenen Künstlers Christo entstanden.
Mit dem SMB-Mitgliedsunternehmen CKT. FolienTechnik war schnell ein Partner gefunden, der das Projekt nicht nur technisch umsetzte, sondern auch einen großen Teil der Kosten von rund 3000 Euro übernahm. Der Stadtmarketingverein bezahlte das Bannermaterial zum Einkaufspreis. Die Kosten für Grafik, Konfektionierung, Produktion und Montage trägt CKT.
Doch eine Frage bereitete den Beteiligten Kopfzerbrechen. „Es war gar nicht so einfach, ein geeignetes Bild für die Verhüllungsaktion zu finden. Denn auf neueren Fotos ist ein Teil des Rathauses immer von den beiden großen Bäumen verdeckt“, sagt Bleich. Deshalb habe man schließlich auf die Federzeichnung des Burgdorfer Grafikers Karl Mahn zurückgegriffen. Aber auch die konnte nicht eins zu eins auf die Plane aufgebracht werden. „Damit es passt, haben wir nur die eine Hälfte übernommen und sie für die andere Seite gespiegelt“, verrät CKT-Geschäftsführer Thomas Lattner.

Geschichte des Rathauses I

An dem Standort war 1802 ein erstes Rathaus errichtet worden, das fünf Jahre später beim großen Stadtbrand von 1809 wieder zerstört wurde. Wenig später begann an der gleichen Stelle der Neubau des heutigen Rathauses I, der 1817 bezogen wurde. Der Magistrat nutzte nur die Rats- und Polizeistube. Die übrigen Räume mit dem Festsaal im Obergeschoss waren als Gaststätte und Hotel eingerichtet und als „Ratskeller“ verpachtet. 1868 erwarb der Ratskellerwirt das Haus. 1920 kaufte die Stadt ihr altes Rathaus zurück und vermietete es an das Finanzamt. Der Ratskeller schloss im Dezember 1920. Bei einem Umbau im Jahr 1950 erhielt das Gebäude ein Satteldach mit zwei zusätzlichen Dachgeschossen. Den holzgeschnitzten Erker fertigte der Burgdorfer Bildhauer Georg Hildebrandt. Die Stadtverwaltung zog 1951 von der Marktstraße 13 wieder in ihr altes Rathaus ein. Das Glockenspiel am Giebel des Rathauses haben Burgdorfer Kaufleute gestiftet.