Rathäuser I und II werden barrierefrei

Die Sanierung des Rathauses soll nächstes Jahr konkret geplant und 2022 umgesetzt werden. Schon jetzt soll ein Gerüst mit blau-weißem Schutznetz vor herabfallenden Ziegeln schützen, weil das Dach marode ist.
 
Verwaltung und Politik wollen abwägen, ob sie das Rathaus III sanieren lassen oder durch einen Neubau ersetzen.

Politiker stimmen für umfangreiche Sanierung der historischen Gebäude / Rathaus III wird noch geprüft

Burgdorf (fh). Gleich drei der fünf Burgdorfer Rathäuser sollen in den nächsten Jahren saniert werden. Dafür haben die Kommunalpolitiker jetzt den Weg frei gemacht. Für das Rathaus I an der Marktstraße und das Rathaus II, Vor dem Hannoverschen Tor, gibt es schon konkrete Konzepte. Die Stadt veranschlagt dafür insgesamt Kosten von rund 7,8 Millionen Euro. Beim Rathaus III sollen hingegen noch unterschiedliche Varianten geprüft werden. Für eine Sanierung würden nach jetzigem Stand zwischen 2,1 und 2,7 Millionen Euro anfallen, aber auch ein Neubau wird in Erwägung gezogen.
Nachdem die Politiker grünes Licht gegeben haben, will die Verwaltung nun zügig loslegen: Die Planungen für das Rathaus I sollen bereits nächstes Jahr beginnen und 2022 umgesetzt werden. Das Rathaus II könnte dann 2023/24 folgen und das Rathaus III voraussichtlich ab 2025. Die Ertüchtigung des Brandschutzes kann allerdings auch in diesem Gebäude nicht mehr solange warten und soll deshalb bereits ab dem nächsten Jahr erfolgen.

Dach des Rathauses I ist marode


Bevor die Politiker Anfang Oktober in der nicht-öffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses den Beschluss gefasst haben, war im Bauausschuss mehrfach kon­trovers darüber diskutiert worden. In der Debatte ging es aber nicht so sehr um die Frage, ob saniert werden soll, sondern wie und in welchem Umfang. Denn schon als das Burgdorfer Architekturbüro Höhlich und Schmotz vor knapp einem Jahr, im November 2019, die Machbarkeitsstudie für das Rathaus I zum ersten Mal öffentlich vorgestellt hatte, war weitgehend unstrittig, dass etwas passieren müsse.
Gerade bei dem historischen Bau an der Marktstraße ist das mittlerweile auch für Passanten kaum zu übersehen. Denn seit August verdeckt ein Gerüst mit blau-weißem Schutznetz einen Teil der Fassade. Dadurch will die Stadt verhindern, dass marode Ziegel oder abgebrochene Kleinteile vom Dach herabstürzen.

Rathäuser I und II sollen Aufzüge bekommen


Die Dachsanierung und -sicherung sind den Architekten zufolge beim Rathaus I deshalb ebenso unumgänglich wie die Ertüchtigung des Brandschutzes und die Instandsetzung der Haustechnik. Und auch eine Innen- sowie eine Fassadensanierung legen sie Politik und Verwaltung dringend ans Herz. Für diese „Minimallösung“ fallen ihren Berechnungen zufolge etwa 2,8 Millionen Euro an. Das Manko: Bei dieser Variante wäre das Rathaus I auch weiterhin nicht barrierefrei zugänglich.
Deshalb entschieden sich die Politiker letztlich für die von den Architekten vorgeschlagene „Optimallösung“, die auch den Einbau eines Aufzugs vorsieht und die Geschossflächen außerdem effizienter nutzt. Das schlägt nun mit insgesamt 3,5 Millionen Euro zu Buche.
Und auch bei der Sanierung vom Rathaus II und dem benachbarten Kutscherhaus haben sich die Politiker für die „große Variante“ entschieden, wie sie in der Machbarkeitsstudie betitelt wird. Die Kosten dafür beziffern die Architekten mit 4,2 Millionen Euro gegenüber 3,2 Millionen Euro bei der „kleinen Variante“. Hauptargument ist auch hier die Barrierefreiheit. Außerdem wird sich die Zahl der Arbeitsplätze dadurch von 52 auf 64 erhöhen.

Weitere Untersuchung für Rathaus III


Beim Rathaus III haben die Politiker noch nicht entschieden, wie umfangreich die Sanierung ausfallen soll oder ob es gar durch einen Neubau ersetzt wird. Das wollen sie auch davon abhängig machen, ob dafür in den angemieteten Rathäusern IV und V Arbeitsplätze wegfallen und dadurch Mietkosten gespart werden könnten. Darüber soll jetzt eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung Aufschluss geben.
Einem Neubau wären allerdings Grenzen gesetzt, weil er den Eindruck des benachbarten Schlosses nicht stören dürfte, da dieses unter Denkmalschutz steht. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand wäre der Verwaltung zufolge deshalb ausschließlich ein Satteldach mit relativ steiler Neigung von mindestens 45 Grad zulässig.