Radwege, Schutzstreifen & Co.

Bild 1: Getrennter Geh- und Radweg - Fußgänger und Radfahrer bleiben jeweils auf ihrer Seite. (Foto: Region Hannover)
 
Bild 2: Gemeinsamer Geh- und Radweg - die Nutzer müssen Rücksicht aufeinander nehmen. (Foto: Region Hannover)

Die Region Hannover informiert über die Verkehrsregeln

Region (r/fh) Radfahrer haben es nicht immer leicht: Je nach Lage, Verkehrsaufkommen und Breite der Straße ist ihr Platz auf oder neben der Fahrbahn. Auch auf den Ortsdurchfahrten in Städten und Dörfern der Region Hannover gelten je nach Beschilderung unterschiedliche Regeln. Der Fachbereich Verkehr der Region gibt einen Überblick über die gängigsten Varianten.
Am klarsten ist die Situation, wenn ein Radweg ausgeschildert ist. Dann besteht eine Benutzungspflicht: Radfahrer dürfen nur dort fahren - und nicht etwa auf der Straße. Dies gilt immer dann, wenn ein rundes Schild mit blauem Grund und weißem Fahrrad darauf angebracht ist. Ist kein anderes Symbol abgebildet, handelt es sich um einen reinen Radweg. Wesentlich häufiger kommt es vor, dass zusätzlich stilisierte Fußgänger zu sehen sind. Befinden sie sich neben dem Fahrrad mit einem senkrechten Strich dazwischen (Bild1), so handelt es sich um einen getrennten Geh- und Radweg, die nebeneinander geführt werden. Fußgänger und Radfahrer bleiben dann jeweils auf ihrer Seite. Befindet sich das Fußgänger-Symbol oberhalb des Fahrrads, getrennt durch eine horizontale Linie (Bild 2), so handelt es sich um einen gemeinsamen Geh- und Radweg. Dann müssen alle Nutzer Rücksicht aufeinander nehmen.
Ist ein Gehweg mit dem Zusatz-Schild „Radfahrer frei“ versehen (Bild 3), nutzen die Radfahrer in der Regel die Fahrbahn zusammen mit den Autos. Wer unsicher ist, darf aber auch auf dem Gehweg fahren – allerdings nur in Schrittgeschwindigkeit! „Die Schilderkombination zeigt ganz klar an: Hier haben Fußgängerinnen und Fußgänger Vorrang. Radfahrende müssen Rücksicht nehmen und notfalls absteigen und schieben“, erläutert Wiebke Schepelmann, Leiterin des Teams Infrastruktur Straße der Region Hannover. Die stark reduzierte Geschwindigkeit solle aber nicht nur die Fußgänger schützen, sondern auch die Radfahrer selbst. „Kraftfahrzeuge kommen oft unvermittelt aus Zufahrten, die von Hecken oder Mauern umgeben sind. Bei höheren Geschwindigkeiten kann es schnell zu einem Zusammenstoß kommen“, so die Expertin.
Ist kein separater Radweg ausgeschildert, teilen sich Radfahrer und Autos die Fahrbahn. „Leider ist vielen Kraftfahrzeugführenden nicht bewusst, dass Radlerinnen und Radler auf der Straße gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer sind. Dann kommt es zu Konflikten“, berichtet Schepelmann. Die Region markiere daher auf vielen Ortsdurchfahrten Schutzstreifen. Die weiß gestrichelten Leitlinien mit Fahrradpiktogrammen (Bild 4) machen den Radverkehr auf der Fahrbahn deutlich sichtbar. „Studien zeigen, dass Autos und Lkw auf Straßen mit Schutzstreifen langsamer unterwegs sind“, weiß Schepelmann. Um die Sicherheit und Sichtbarkeit der Radfahrenden zu erhöhen, wird die Region nach und nach die Schutzstreifen zusätzlich noch flächig rot markieren (Bild 5). Radfahrer dürfen die Schutzstreifen übrigens nur in Fahrtrichtung benutzen, was durch zusätzlich markierte Pfeile verdeutlicht ist.
Schutzstreifen haben direkte rechtliche Auswirkungen: Kraftfahrzeuge dürfen die gestrichelte Linie nur überfahren, wenn es unbedingt notwendig ist – zum Beispiel bei der Begegnung mit einem Lkw oder Bus. Halten und Parken ist auf Schutzstreifen generell verboten.
Wo kein Platz für einen Schutzstreifen ist, kommen vermehrt Piktogrammketten zum Einsatz. Die stilisierten Fahrrad-Abbildungen auf der Straße haben dabei lediglich eine hinweisende Funktion. Sie machen auf den Radverkehr aufmerksam, wirken sich aber nicht auf die Benutzung der Fahrbahn oder die vorhandenen Regelungen zum Parken und Halten aus. In beiden Fällen (Schutzstreifen oder Piktogrammkette) ist beim Überholen innerorts ein Abstand von 1,50 Metern einzuhalten, außerorts von zwei Metern. Bei Gegenverkehr ist daher ein Überholen der Radfahrenden in der Regel nicht möglich!
Eine Ausnahme gilt übrigens für Kinder: Da sie im Allgemeinen nicht so schnell unterwegs sind, müssen sie bis zur Vollendung ihres achten Lebensjahres auf dem Gehweg fahren, bis einschließlich zehn Jahren dürfen sie es - unabhängig von der Beschilderung.