Probleme für Feuerwehrleute mit Arbeitgebern bei Alarmierungen

Zugführer Helmut Laue (li.) zeichnete die „Historiker“ Horst Schulz, Ernst Bätje und Walter Noll (v.re.) für ihr 25-jährige Engagement mit Urkunden aus. Stadtbrandmeister Ulf Anderson (2.v.li.) hielt sich währenddessen im Hintergrund. (Foto: Georg Bosse)
 
Mit einem Bembel verabschiedete Ortsbrandmeister Karsten Lübbe (li.) den Heeßeler Feuerwehrkameraden und ehemaligen Feuerwehrausschuss-Vorsitzenden, Werner Bublitz (re.), aus dem aktiven Dienst. (Foto: Georg Bosse)

„Es ist noch viel Überzeugungsarbeit bei den Arbeitgebern zu leisten“

HEESSEL (gb). Auf der jüngsten Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Ortswehr Heeßel blickte Ortsbrandmeister Karsten Lübbe auf ein ereignisreiches Jahr 2010 zurück. Er scheute sich auch nicht, die vergangenen zwölf Monate als „historisch“ zu bezeichnen. Denn immerhin konnte im Oktober 2010 der lange geforderte neue Feuerwehrhaus-Anbau eingeweiht werden.
Die 39 aktiven Heeßeler Feuerwehrleute wurden im zurückliegenden Jahr zu 42 (2009: 36) Einsätzen gerufen, bei denen 395 Stunden anfielen. Insgesamt hatte Lübbe 9.766 (9.928) Dienst- und Arbeitsstunden für 2010 auf dem Zettel. Einzelheiten zu den Brand-, Hilfeleistungs- und Übungsalarmierungen erläuterte der stellvertretende Ortsbrandmeister Reinhard Nicks. Als eine der größten Herausforderungen benannte Nicks das Leerpumpen von Kellern und einer Tiefgarage in der „Norderneystraße“ nach einem Starkregenereignis. Ferner habe man gemeinsam mit den Feuerwehrkameraden aus Kirchhorst und Altwarmbüchen einen Böschungsbrand an der Mittelleitplanke auf der A37 erfolgreich abgearbeitet. „Als zunehmend problematisch für die aktiven Kameraden haben sich die Alarmierungen während der Arbeitszeiten erwiesen. Hier kann es bei den Freistellungen zu Konflikten mit den Arbeitgebern kommen“, monierte Reinhard Nicks. Dazu merkte Bürgermeister Alfred Baxmann an, dass in solchen Fällen noch viel Überzeugungsarbeit bei den Arbeitgebern zu leisten sei. „Aktive Feuerwehrleute sind in der Regel auch die Leistungsträger in ihren Firmen, die bei wichtigen betrieblichen Belangen auch mal Fünfe grade lassen“, zeigte Baxmann wenig Verständnis für das Verhalten einiger „Brötchengeber“, die eigentlich froh über ihre (Rettungs-)Fachkräfte im eigenen Unternehmen sein sollten.
Gerald Hinz, Vorsitzender des Feuerwehrausschusses, war nach der Fertigstellung des Feuerwehrhaus-Anbaus „leichten Herzens“ der Heeßeler Einladung gefolgt. „Bei den Burgdorfer Ortswehren gibt es keine „nice to have“-Requisiten, sondern die notwendigen Ausrüstungen und Ausstattungen, die sicherlich nicht als zu üppig bezeichnet werden können“, betonte Hinz.
Gegen Ende der Versammlung wurden die obligatorischen Ehrungen und Ernennungen vorgenommen. Karsten Lübbe und Stadtbrandmeister Ulf Anderson ernannten Eric Lehnert und Lukas Raddatz zu Feuerwehrmännern, Max von Bredow und Catharina Ebeling zu Feuerwehrmann bzw. -frau, Jugendfeuerwehrleiterin Claudia Riccoboni zur Hauptfeuerwehrfrau sowie Reinhard Nicks zum Oberlöschmeister. Werner Bublitz wurde mit Erreichen der Altersgrenze von Karsten Lübbe mit einem Bembel aus dem aktiven Dienst verabschiedet.
Helmut Laue, Zugführer des „Historischen Löschzugs“, erinnerte an das 34-jährige Bestehen dieser höchst engagierten „Botschafter“ Burgdorfs, die bis heute auf zahlreichen Veranstaltungen in und außerhalb der Auestadt rund 127.000 ehrenamtliche „Löschstunden“ geleistet haben. Daran maßgeblich beteiligt waren und sind Ernst Bätje, Walter Noll sowie Heeßels Ehrenortsbrandmeister Horst Schulz, die von Laue für ihre 25-jährige Zugehörigkeit im „Historischen“ ausgezeichnet wurden.
Die Freiwillige Ortswehr Heeßel richtet am Samstag, 23. April, wieder ihr überregional wohlbekanntes Osterfeuer aus.