Post für 9000 Burgdorfer

Hartwig Laack (von links), Diethard Mühge und Manfred Kuchenbecker werben dafür, sich an der Umfrage des Seniorenrates zu beteiligen und zur Erfahrungskonferenz zu kommen.

Seniorenrat verschickt an alle Bewohner ab 60 Jahren Einladungen und Fragebögen / Erfahrungskonferenz am 14. September

BURGDORF (fh). Etwa zwölf Jahre nach seiner Gründung steht der Seniorenrat Burgdorf vor einem personellen Wechsel: Wenn die laufende Wahlperiode am 23. Oktober endet, werden mindestens drei der sieben Mitglieder nicht wieder kandidieren. "Wir sind bereits mit möglichen Nachfolgern im Gespräch", sagt Hartwig Laack, der zu den Begründern des Seniorenrates gehört. Es gebe aber trotzdem noch Unterstützungsbedarf: Wer sich eine ehrenamtliche Mitarbeit vorstellen könne, sei herzlich willkommen.
"Das gilt aber nicht nur für all diejenigen, die sich vorstellen können, für einen festen Platz in dem Gremium zu kandieren. Wir brauchen auch darüber hinaus Hilfe, zum Beispiel bei Veranstaltungen oder einzelnen Vorhaben", ergänzt Laak. Das habe sich zuletzt insbesondere bei der Notfallkarte gezeigt, die der Seniorenrat zusammen mit dem DRK und dem Verein Bürger für Bürger auf den Weg gebracht hat. "Das war sehr zeitintensiv und hat uns an unsere Grenzen gebracht", so Laak.
Um mit möglichst vielen Senioren ins Gespräch zu kommen, lädt der Seniorenrat zu einer Erfahrungskonferenz ein. Sie findet am Samstag, 14. September, von 9 bis 12 Uhr im Paulus-Kirchenzentrum, Berliner Ring 17, statt. Bürgermeister Alfred Baxmann und Monika Stadtmüller vom Seniorenbeirat Hannover werden Impulsreferate halten. Danach sollen in Kleingruppen unterschiedliche Themen diskutiert werden, die dann künftig in die Arbeit des Seniorenrats einfließen können. Beispielsweise aus den Bereichen Mobilität, Barrierefreiheit oder Pflege.
"Wir haben mit Hilfe der Stadt insgesamt 9000 Einladungen verschickt, an alle Burgdorfer Bürger ab 60 Jahren", betont Diethart Mühge, der seit der jüngsten Wahl vor drei Jahren Mitglied im Seniorenrat ist. Einigen Empfängern sei der Brief allerdings sauer aufgestoßen. "Sie haben sich beschwert, dass wir sie als Senioren bezeichnen, obwohl sie sich noch gar nicht so fühlen", berichtet Mühge und ergänzt: "Damit wollen wir doch niemanden älter machen, als er ist. Wir brauchen ja gerade auch fitte Senioren, die sich für andere einsetzen wollen."
In dem Briefumschlag befindet sich zusätzlich zu der Einladung auch ein Fragebogen zur Lebensqualität in Burgdorf und zur Bedeutung des Seniorenrates. "So wollen wir ein möglichst breites Stimmungsbild bekommen", betont Manfred Kuchenbecker. Die Ergebnisse sollen dann auf der Erfahrungskonferenz vorgestellt werden und Eingang in die Diskussionen finden. "Wir erhoffen uns Rückmeldungen darüber, welche Themen, den Burgdorfer Senioren besonders am Herzen liegen und wo sie am ehesten Handlungsbedarf sehen", so Kuchenbecker.
Bei dem Anschreiben sei ein Fehler unterlaufen. "Es wird auf einen Rückumschlag hingewiesen, der aber gar nicht beiliegt", entschuldigt sich Kuchenbecker. Stattdessen müsse jeder nun selbst einen Umschlag heraussuchen, um den Fragebogen einzutüten und zurückzusenden. Alternativ kann er auch persönlich abgegeben werden - und zwar entweder dienstags von 10 bis 12 Uhr während der Sprechstunde des Seniorenrates im Rathaus I oder an der Information im Eingangsbereich des Rathauses III, Spittaplatz 4.
Im Oktober 2007 wurde der Seniorenrat Burgdorf als überparteiliches und überkonfessionelles Gremium gegründet. Er hat sich damals das Ziel gesetzt, für die Interessen der älteren Menschen in Burgdorf einzutreten und ihre Lebenssituation zu verbessern. Auf seine Initiative gehen beispielsweise der Fitness-Park im Stadtpark, der Defibrillator in der Marktstraße, der Einkaufs-Fahrdienst, der Seniorenratgeber und das aktuelle Projekt die Notfall-Karte zurück. Seine Aufgabe sieht das Gremium außerdem darin, die bestehende Angebote für Senioren zu vernetzen und zu koordinieren, beispielsweise im Austausch mit dem SoVD, der Diakonie, dem DRK, der Lebenshilfe und Selbsthilfegruppen.