Pläne für schnelleres Internet

Bürgermeister Armin Pollehn (vorne) und Harald Lange von der Telekom Deutschland unterschreiben die Kooperationsvereinbarung für den Glasfaserausbau. (Foto: Stadt Burgdorf)

Drei Unternehmen wollen in Burgdorf Glasfaser verlegen / Stadt sagt Unterstützung zu

Burgdorf (fh). Lange Zeit ist der Glasfaserausbau in Burgdorf nicht so recht vorangegangen - jetzt wollen gleich drei Unternehmen schnelle Datenleitungen in die Kernstadt und die Ortsteile bringen. Wer einen entsprechenden Vertrag abschließt, könnte dann bald mit Geschwindigkeiten von bis zu 1000 Mbit pro Sekunde im Internet surfen. Die Stadt Burgdorf hat dafür Kooperationsvereinbarungen mit der Telekom und dem Hänigser Unternehmen FNOH unterschrieben. Der hannoversche Anbieter htp hatte bereits vor einigen Wochen angekündigt, in Otze, Ramlingen und Ehlershausen neue Leitungen für das Hochgeschwindigkeitsinternet zu verlegen.
Die Telekom plant zunächst den Ausbau in einem kleinen Teil der Innenstadt und in Hülptingsen. Insgesamt könnten davon 1800 Haushalte profitieren. In der Innenstadt geht es im Wesentlichen um den Bereich zwischen der Gartenstraße im Norden und der Marktstraße im Süden, sowie zwischen der Bahnhofsstraße im Westen und der Straße Vor dem Celler Tor im Osten. Zusätzlich hat die Telekom einen Teil der Rolandstraße sowie die Poststraße/Braunschweiger Straße, inklusive der angrenzenden Straße wie Schlossstraße und Wächterstieg im Blick. In Hülptingsen will die sie das Neubaugebiet zwischen Magarethe-Cohn-Straße und Ortsrand ausbauen. Im Westen wird der Bereich von der Verlängerung des Grafhornweges und im Osten von der Rotdornstraße begrenzt.
Mit der sogenannten Vorvermarktung will die Telekom bereits Anfang 2022 beginnen und ab dem Frühjahr könne dann der Ausbau erfolgen. Das neue Glasfasernetz solle noch im Laufe des Jahres in Betrieb gehen. In der Regel erschließen Unternehmen Gebiete nur dann mit Glasfaser, wenn vorab genügend Haushalte einen Vertrag abschließend. Die Telekom will in den beiden Ausbaugebieten nach eigenem Bekunden auf eine solche Mindestquote verzichten, sondern die Interessierten in jedem Fall versorgen. "Wir wollen aber so viele Haushalte wie möglich von dem Angebot überzeugen. Ein Glasfaseranschluss bis ins Haus oder in die eigene Wohnung ist eine Investition in die eigene digitale Zukunft und in die Immobilie", betont eine Unternehmenssprecherin.
Auch das Hänigser Unternehmen FNOH will in Burgdorf Glasfaser verlegen, nennt aber noch keine Details. Zunächst gelte es nun zu entscheiden, in welchen Gebieten ausgebaut werden solle. Dabei hat die Firma auch ihre Konkurrenz im Blick. "Es macht in der Regel keinen Sinn, dass zwei Unternehmen in ein und demselben Bereich ausbauen. Deshalb schauen wir uns genau an, was die anderen Unternehmen vorhaben", sagt Geschäftsführer Cord Homann. Mit der Vorvermarktung wolle FNOH ebenso wie die Telekom Anfang nächsten Jahres beginnen."Wir freuen uns, dass die Stadt mit uns eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen hat. Es ist wichtig, dass sich Politik und Verwaltung zum Glasfaserausbau bekennen und ihn unterstützen", so Homann.
Im Mai 2020 war bereits der bundesweite Anbieter Deutsche Glasfaser bei der Stadt vorstellig geworden. Doch auf Empfehlung der Stadtverwaltung hatten die Kommunalpolitiker im Rat einen Kooperationsvertrag mit dem Unternehmen abgelehnt. Die Stadt hatte dabei schlechte Erfahrungen in Burgwedel und weiteren Kommunen angeführt, in denen es Mängel bei den Bauarbeiten und massive Beschwerden von Anwohnern gegeben habe.
In der Folge war dann lange nichts passiert. Die Ratspolitiker, insbesondere von CDU und SPD, hatten den Stillstand mehrfach kritisiert und von der Stadt gefordert, das Gespräch mit anderen Anbietern zu suchen. Zumal der Bedarf nach schnellen und zuverlässigen Internetverbindungen durch Home-Office und Homeschooling während der Pandemie weiter stieg. Vor allem Einwohner aus Hülptingsen hatten sich bei Rats- und Ausschusssitzungen über massive Probleme bei Videokonferenzen beklagt.
Nachdem er die Kooperationsvereinbarung mit der Telekom unterzeichnet hatte, betonte Bürgermeister Armin Pollehn: "Ich freue mich, dass die Weichen für ein schnelleres Internet für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Burgdorf gestellt sind. Für mich gehört eine Glasfaserleitung mittlerweile genauso zu einem Haus dazu wie eine Wasser- oder Stromleitung!"