Paulus-Glocken nehmen Rücksicht auf Krippenkinder

Die Glocke in der Paulusgemeinde läutet zu besonderen Anlässen in der Woche tagsüber nur noch um 12.00 Uhr. (Foto: Paulusgemeinde)

Kein Glockenklang mehr während des Mittagsschlafs

BURGDORF (r/jk). Seit 20 Jahren rufen in der Burgdorfer Südstadt die drei Glocken zum Gottesdienst und zum Gebet. Es ist eine gute Tradition, dass sie auch bei einer Beerdigung erklingen. Sie setzen damit ein Zeichen in unserer betriebsamen Zeit: Das Abschiednehmen und der Tod gehören mitten hinein in das Leben.
Manche fragen danach, ob für das Glockengeläut dann extra eine Gebühr zu entrichten ist - das ist selbstverständlich nicht so. Bisher war es so, dass zu den jeweiligen Beerdigungszeiten die Glocken erklungen sind - wobei sie je nach Windrichtung auf dem betreffenden Friedhof auch zu hören waren.
Naturgemäß besonders gut allerdings sind die Glocken unter dem Glockenturm zu hören - und damit in unmittelbarer Nähe zu den 45 Krippenkindern, die dort betreut werden. In der normalen Spielzeit sind die Kinder fasziniert von den Glocken, der Klang gehört wie das gelegentliche Orgelspiel zu den Tönen, mit denen sie im Paulus-Kirchenzentrum aufwachsen.
Aber die Mittagszeit: Zum festen Ablauf des Krippentages gehört ein erholsamer Mittagsschlaf für die Kinder. Darum soll diese Schlafzeit nun möglichst „glockenfrei“ gehalten werden. Der Paulus-Kirchenvorstand hat beschlossen, an den Tagen, an denen ein Mitglied der Paulus-Gemeinde beerdigt wird, generell um 12.00 Uhr für 10 Minuten zu läuten. Damit soll beiden gedient werden: Den Erwachsenen, damit sie innehalten und innerlich mit Abschied nehmen können - und den Kindern, die ihren Schlaf bekommen. Und der ist ja heilig…