Paul Celan-Gedichte wurden ins Bild gesetzt

Gedichte zur Ausstellung von Uwe Appold werden gelesen

BURGDORF (r/jk). „Schweigespuren – Requiem in elf Bildern“ nennt der Flensburger Künstler Uwe Appold den Bilderzyklus, der noch bis zum 3. Juli 2011 im Ratssaal des Schlosses gezeigt wird. Diese Bilder stehen in einer inhaltlichen wie materiellen Beziehung zum Gedenkfries, der an die Burgdorfer Jüdinnen und Juden erinnert, die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung geworden sind. Als die Namen und Ziffern aus dem erdigen Grund von der Leinwand gelöst wurden, blieb eine große Anzahl an Buchstaben und Zahlen übrig. Diese Namens- und Datenreste hat Uwe Appold zusammen mit Erde vom jüdischen Friedhof zu einem Bilderzyklus verarbeitet, der schicksalhafte Texte von Paul Celan bildnerisch reflektiert.
Während der Öffnungszeiten der Ausstellung, immer am Samstag und Sonntag von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr, liegen die Gedichte aus, von denen Uwe Appold inspiriert worden ist. Einige der Gedichte werden von denen, die die Ausstellung begleiten, vorgetragen werden. Und zwar an allen Ausstellungstagen jeweils um 15.00 Uhr und um 16.00 Uhr. Zwei der Celan-Gedichte können darüber hinaus von einem Tonband gehört werden, das die Stimme des Dichters im Originalton vernehmen lässt. Es handelt sich um das Gedicht „Assisi“, das Uwe Appold zu dem Bild „Umbrische Nacht“ angeregt hat. Celan hatte es bei einem Besuch in Assisi verfasst. Und um ein Gedicht, das er „Psalm“ genannt hat und mit den Worten beginnt: „Niemand knetet uns wieder aus Erde und Lehm, / niemand bespricht unseren Staub. / Niemand.“//