Pastorin Paul bat zum Picknick in Weiß

Zahlreiche Einwohner des Burgdorfer Doppeldorfs Ramlingen/Ehlershausen trafen sich in Weiß gekleidet zum lauschigen Dîner en blanc unter freiem Augusthimmel. Foto: Georg Bosse
Burgdorf: Georg Bosse |

Genussvolle Begegnungen beim Dîner en blanc

EHLERSHAUSEN (gb). Die Idee kommt aus Frankreich. 1988 trafen sich in Paris Freunde zu einer Gartenparty ganz in Weiß („dîner en blanc“) im Bois de Boulogne. In der Folge verabredete man sich jeden Juni zu einem gemeinsamen Picknick an außergewöhnlichen, prominenten Plätzen. Diese öffentliche Form des Weißen Dinners wurde 2008 in Deutschland erstmals in Hannover aufgegriffen. In Ehlershausen feierte die „Weiße Tafel“ auf Initiative der Martin-Luther-Gemeinde im vergangenen Jahr ihr Debüt.
Am zurückliegenden Freitagabend wurden auf der für den Autoverkehr abgesperrten „Alten Heerstraße“ Tische und Bänke aufgestellt, weiß dekoriert und für das gemeinsame Picknick zur Verfügung gestellt. Merkmal: Alle Teilnehmer sind weiß gekleidet, bringen alle erforderlichen Utensilien selbst mit und hinterlassen keine Spuren, wenn die Tafel beendet ist. „Die Weiße Tafel ist ein wunderbares Ereignis, bei dem sich teils völlig unbekannte Personen ungezwungen zum Essen und Gedankenaustausch begegnen. Eben eine „bunte Mischung“ an langer weißer Tafel“, erklärt Pastorin Susanne Paul.
In Ehlershausen waren sich die Teilnehmer am Weißen Dinner (Dîner en blanc) unter freiem Himmel größtenteils nicht fremd. Da saßen sich mit ihren Gattinnen beispielsweise der Vorsitzende des Fußball-Landesligisten SV Ramlingen/Ehlershausen (RSE), Jürgen Stern, und der Präsident des Burgdorfer Golfclubs (BGC), Alfred Runge, gegenüber. Die ehemals geschäftsführende Gesellschafterin der Hartmann Valves GmbH, Ute Hartmann, behielt ihre kleinen Enkel im Blick, während Sohn Werner (Sales & Marketing) mit Burgdorfs Stadtbrandmeister Dennis F. Heuer plauderte und Fußballlehrer Reinhold Fanz freute sich über Besuch aus „Down Under“. Tochter Christina Fanz war mit Enkelin Karlie (2 Jahre) aus der australischen Millionenmetropole Melbourne zu einem großen Familientreffen in die alte Heimat angereist. Auch große und kleine Familienmitglieder aus Frankfurt/Main und Wuppertal waren nach Ehlershausen gekommen.
Neben der langsam einsetzenden Dämmerung wurde die „Weiße Tafel“ in Ehlershausen vom ortsansässigen Musiker Detlef Reifgerst auf dem Akkordeon musikalisch begleitet.

Weiße Tafel
Ausgangspunkt für das Phänomen „Weiße Tafel“ (Dîner en blanc) war Paris. Im Sommer 1988 soll ein gewisser Francois Pasquier seine überfüllte private Gartenparty spontan in den nahegelegenen Bois die Boulogne verlegt haben. Seitdem bezeichnet die jährlich wiederkehrende Veranstaltung das auf Privatinitiative beruhende, über Netzwerke (Internet) von Freunden und Bekannten organisierte Massenpicknick weiß gekleideter Menschen an öffentlichen Orten.
Das „Dîner en blanc“ galt lange als exklusives Oberschicht-Event ohne kommerzielle oder politische Hintergründe. Allerdings hat sich der Charakter der Veranstaltung nach und nach verändert und mittlerweile geht die Anzahl der Teilnehmer in die Tausende. Die Initiative zieht Menschen aus jeder Gesellschaftsschicht an und findet inzwischen weltweit auf allen Kontinenten statt.