„Passio secundum Johannem“ in Burgdorf

Fast auf den Tag genau 287 Jahre nach ihrer Uraufführung in Leipzig, kam Johann Sebastian Bachs „Johannes-Passion“ in der Burgdorfer St.-Pankratiuskirche zur Aufführung. (Foto: Georg Bosse)

Publikum begeistert von der Johannes-Passion in St. Pankratius

BURGDORF (gb). Die Johannes-Passion („Passio secundum Johannem“) ist eine von zwei (Matthäus-Passion) vollständig erhaltenen authentischen Passionen eines biblischen Textes von Johann Sebastian Bach (1685-1750), wie er einem der Evangelien festgehalten ist. Die Uraufführung war am Karfreitag, 7. April 1724, in der Nikolaikirche zu Leipzig. Fast genau 287 Jahre später war die Aufführung dieses großen Zeugnisses christlicher Frömmigkeit und europäischer Kultur in der Burgdorfer St.-Pankratiuskirche ein himmlisches kirchenmusikalisches Ereignis.
Bachs Werk schildert die Leidensgeschichte des Jesus von Nazareth, wie sie das Johannes-Evangelium erzählt. Es besteht aus zwei Teilen, die sich in fünf „Akte“ gliedern. Der erste Teil berichtet von Verrat und Gefangennahme Jesu (1. Akt) sowie die Verleugnung durch Petrus (2. Akt). Der längere zweite Teil kündet von den Verhören und der Verurteilung durch Pontius Pilatus (3. Akt), von Kreuzigung und Tod (4. Akt) sowie schließlich von dem Begräbnis (5. Akt). Dabei umspannen die beiden Kapitel nicht nur den biblischen Bericht, sondern auch Choräle sowie frei gedichtete Chöre und Arien.
Die Besetzung für die Johannes-Passion in der St. Pankratiuskirche umfasste die Hannoversche Hofkapelle, die Solisten Dorothee Wohlgemuth (Sopran) und Claudia Erdmann (Alt), Jörn Lindemann (Tenor), Michael Humann (Bass; Arien & Pilatus) und Daniel Dropulja (Bass; Christus) sowie die großartige Burgdorfer Kantorei. Die musikalische Gesamtleitung hatte Kreiskantor Martin Burzeya. So ergab sich - mit dem beeindruckenden Eingangschor „Herr, unser Herrscher“ - eine dramatisch ausgefeilte Gesamtform, die die rund 300 Besucher förmlich zu fesseln vermochte.