Otzes Männer sind Meister im Kartoffelnschälen

Die 500 Sitzplätze auf dem Lindenbrink waren ständig besetzt, denn dort wurden die verschiedenen Kartoffelspezialitäten mit Genuss verzehrt. (Foto: Sina Balkau)
 
Die Feuerwehrmänner gaben alles beim Kartoffelschäl-Wettbewerb. (Foto: Sina Balkau)

Rund 3000 Besucher beim traditionellen Otzer Kartoffelmarkt

OTZE (sib). Die alljährliche Otzer Veranstaltungswoche ging wie immer mit dem Highlight, dem Kartoffelmarkt, zu Ende. Rund um den Lindenbrink und den Backhausplatz drehte sich am Samstag alles um die tolle Knolle: Zu Live-Musik ließen sich insgesamt rund 3000 Besucher leckere Kartoffelspezialitäten schmecken, feuerten die Vereine beim Schälen an und bummelten über den vielseitigen Hobbymarkt.
Wer behauptet, dass das Kartoffelnschälen eine traditionell weibliche Angelegenheit sei, der hat die männlichen Einwohner Otzes noch nicht in Aktion erlebt. Beim Kartoffelschäl-Wettbewerb bewiesen sie flinke Finger, um nach anderthalb Minuten mehr geschälte Kartoffeln und längere Schalen – diese wurden hinterher sogar mit dem Maßband vermessen – als ihre Konkurrentinnen präsentieren zu können. Das verblüffende Ergebnis: In der Mannschaftswertung lagen die Feuerwehrherren I mit 1155 Punkten ganz vorne, gefolgt von den Damen vom Kleingärtnerverein mit 1074 Punkten. Platz drei belegten die Schützendamen mit 1073 Punkten. Die Sieger wurden mit einem Präsentkorb belohnt.
Die längste Schale des Tages maß stolze 137 Zentimeter – ein absoluter Rekord in der Otzer Wettbewerbsgeschichte – und stammte von Helmut Beier, der folgerichtig als Kartoffelkönig 2010 gekrönt wurde. Damit schlug er Kartoffelkönigin Sigrid Scholze um fünf Zentimeter.
Neben dem Schälwettbewerb hatten die Otzer Vereine und Verbände zahlreiche weitere Attraktionen zu bieten: Auf dem Hobbymarkt rund um den Backhausplatz gab es ein umfangreiches Angebot an Kunsthandwerk. Ob selbstgemachte Liköre, handgenähte Kissenbezüge oder kuschelig-warme Wollsocken – hier bekamen die Besucher alles, um es sich in der kühlen Herbstzeit gemütlich zu machen. Schönes für den Nachwuchs hatte der Kinderflohmarkt zu bieten, auf dem von Kleidung über Spielzeug bis hin zu Fahrrädern viel Nützliches zu günstigen Preisen verkauft wurde.
Für diejenigen, die nicht handeln, sondern gewinnen wollten, war die große Tombola mit über 1000 Preisen zu empfehlen. Zu den Hauptpreisen gehörten ein Reisegutschein, ein Trekkingfahrrad, ein Elektrogrill sowie eine Digitalkamera. Da lohnte sich der Loskauf auf jeden Fall.
Natürlich war auch für musikalische Unterhaltung gesorgt worden. Die Lehrter Band „The Sidekicks“ heizte ihrem Publikum mit Rock’n’Roll und Beat-Musik kräftig ein. Auf dem Backhausplatz wurde entspannte Jazzmusik gespielt.
Bei einem Kartoffelmarkt steht jedoch das Kulinarische im Vordergrund. Auf dem Lindenbrink konnte sich jeder davon überzeugen, dass zahlreiche Möglichkeiten existieren, das Knollengewächs zuzubereiten: Kartoffelsuppe, Pellkartoffeln mit Hering, Kartoffelsalat mit Bockwurst, Pommes Frites, Folienkartoffeln, Kartoffelbrot aus dem Backhaus mit Schmalz – alles, was aus dem Erdapfel rauszuholen ist, konnte hier gekostet werden. Am beliebtesten waren allerdings die schon legendären Kartoffelpuffer, die das Deutsche Rote Kreuz im Eiltempo backen musste: Die Leute standen meterlang Schlange, um die knusprigen, goldgelben Reibekuchen mit Apfelmus zu bekommen.