Otzer Schützen im Aufwind

Die Otzer Majestäten 2019: Armbrustkönig Andre Buckschun (von links), Schüützenkönig Thomas Müller, Damenkönigin Gisela Bode, Volkskönig Jan Bettels, Jugendkönigin Sina Heuer und Kinderkönig Harald Squarra freuen sich über ihre Erfolge.
 
In diesem Jahr führt der kommissarische Vorsitzende Reinhard Lüssenhop den Festumzug am Samstag an.

Beim Kommers feiern 185 Besucher die neuen Majestäten / Starke Jugendabteilung sorgt für Optimismus

OTZE (fh). Viele örtliche Vereine haben mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen und auch die Schützenfeste sind nicht mehr solche Selbstläufer wie in früheren Jahren. Vor diesem Hintergrund kann der Schützenverein Otzenia Otze einen positiven Trends vermelden: Zum Kommers mit der Königsproklamation sind am Freitagabend 185 Mitglieder und Gäste gekommen - in etwa so viele wie zum 111-jährigen Jubiläum 2018. In den Jahren zuvor hatten sich zum Schützenfestauftakt jeweils nur um die 130 Besucher im Festzelt eingefunden. "Unsere Werbung hat Wirkung gezeigt. Und vielen hat es im vergangenen Jahr anscheinend so gut gefallen, dass sie wiedergekommen sind", freut sich Karl-Heinz Dralle, der bis vor kurzem Vorsitzender von Otzenia Otze war. Er hat sein Amt aus gesundheitlichen Gründen abgegeben, den kommissarischen Schützenchef Reinhard Lüssenhop im Hintergrund aber noch tatkräftig unterstützt.
Und es gibt für die Otzer Schützen sogar noch einen Grund für Optimismus: Seit einiger Zeit hat sich in ihrem Verein eine starke Jugendabteilung etabliert. "Früher hat es das bei uns fast gar nicht gegeben - jetzt haben wir bei den Kindern und Jugendlichen 16 Mitglieder", freut sich Dralle. Die meisten von ihnen kämen regelmäßig zweimal die Woche zum Trainingsschießen. Und wie hat der Verein das erreicht? "Durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Es hat mit zwei Nachwuchsschützen angefangen und dann hat sich das herumgesprochen", sagt Dralle.
So war es auch bei der jungen Otzer Hoffnungsträgerin Sina Heuer. "Eine Freundin hat ihre Geburtstagsparty auf dem Schießstand gefeiert. Das hat mir so einen Spaß gemacht, dass ich das dann unbedingt regelmäßig machen wollte", erinnert sie sich. Und schon nach kurzer Zeit hat sie ihr Talent unter Beweis gestellt. Sie war gerade erst ein halbes Jahr im Verein, da wurde sie im vergangenen Jahr zum ersten Mal Jugendkönigin. Nun hat sie nicht nur ihren Titel beim diesjährigen Otzer Schützenfest souverän verteidigt, sondern kürzlich auch beim Kreiskönigsschießen in Burgdorf den ersten Platz bei den Jugendlichen belegt. "Damit stellt unser Verein zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder eine Majestät auf Kreisebene", betont Dralle.
Auch Thomas Müller ist jetzt zum zweiten Mal in Folge Schützenkönig. Im vergangenen Jahr hatte er diese hohe Würde allerdings nicht in Otze errungen, sondern in seinem Heimatdorf Obershagen. Dort ist er ebenso Mitglied bei den Schützen wie in dem Burgdorfer Ortsteil. Nach der Proklamation hatte er damals mit einem Augenzwinkern angekündigt, eine doppelte Regentschaft anzustreben. Das missglückte ihm zwar, dafür hat er sich in Otze nun in diesem Jahr durchgesetzt. Und so musste er nicht allzu lange ohne Königskette auskommen: Kaum hatte er die in Obershagen an seinen Nachfolger abgegeben, da wurde ihm schon die Kette in Otze angelegt.
Eine deutlich längere Pause hatte Gisela Bode eingelegt. Sie ist nach 1984 und 1995 jetzt zum dritten Mal Otzer Schützenkönigin. "Ich war mir dieses Jahr unsicher, ob ich es überhaupt versuchen soll, aber meine Enkelkinder haben mich überredet", sagt sie. Und hat sie damit gerechnet, dass es klappt? "Spätestens nachdem ich den Schuss gesehen habe und alle anfingen, zu jubeln", so Bode. Ihre Kinder und Enkel hätten sich dann fast noch mehr gefreut, als sie selbst.
Die weiteren Otzer Majestäten 2019 sind Kinderkönig Harald Squarra, Volkskönig Jan Bettels und Armbrustkönig Andre Buckschun. Die Ehrenscheibe errang Sven Prieß. Ihm konnten die Schützen beim Kommers am Freitagabend gleich mehrfach gratulieren. Er wurde außerdem für 25-jährige Vereinszugehörigkeit ausgezeichnet und erhielt vom Kreisschützenverband (KSV) die Ehrennadel in Bronze für seine langjährige Funktionstätigkeit.
Noch höhere dekoriert wurden Reinhard Lüssenhop und Doris Günther: Sie erhielten beide die Goldene Ehrennadel vom NSSV, weil sie sich seit vielen Jahren ehrenamtlich engagieren. So ist Doris Günther seit 20 Jahren Damenleiterin, Schießsportleiterin und Jugendwartin in Personalunion. "Es ist selten, dass diese hohe Auszeichnung in einem Schützenverein im selben Jahr gleich zweimal verliehen wird", betont Dralle. Er selbst wurde für 60-jährige Vereinszugehörigkeit geehrt, "Ich bin bereits mit 13 Jahren bei Otzenia Otze eingetreten", erinnert sich der 73-Jährige.