Otze ohne Schranke?

Der Bundestagsabgeordnete Hendrik Hoppenstedt (von links) diskutiert mit dem BIOS-Vorsitzenden Arnim Goldbach über die Auswirkungen von Alpha-E in Otze.

Die Bürgerinitiative Otze Schiene will sich dafür einsetzen, dass der Bahnübergang Brücke oder Tunnel bekommt / Hoppenstedt sieht gute Chancen

OTZE (fh). "Wir haben gute Chancen, unsere Forderungen durchzusetzen", machte Hendrik Hoppenstedt (CDU) den Besuchern im Altenteilerhaus Mut. Die Bürgerinitiative Otze Schiene (BIOS) hatte den Bundestagsabgeordneten zu einer Diskussion über den aktuellen Stand des Projektes Alpha-E eingeladen. Dabei geht es um den Beschluss, auf den Neubau einer Y-Trasse von Hamburg und Bremen nach Hannover zu verzichten und stattdessen bestehende Strecken auszubauen.
Auch durch Otze werden dann voraussichtlich noch deutlich mehr Güterzüge rollen als bisher. Die Mitglieder der Bürgerinitiative setzen sich vor allem für einen angemessenen Lärmschutz ein. Ihre zweite Forderung ist ein höhenungleichen Bahnübergang. Das heißt, in Otze soll eine Brücke oder ein Tunnel gebaut werden, damit Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger künftig nicht ständig vor der geschlossenen Schranke stehen. Bei beiden Themen sagte Hoppenstedt seine Unterstützung zu. Er gehe davon aus, dass die Deutsche Bahn den Otzern entgegenkomme. "Sie wollen eine möglichst geräuscharme Lösung, die bald umgesetzt werden kann und nicht noch 20 Jahre lang auf Eis liegt, weil Bürger dagegen klagen", so seine Einschätzung.
Beim Lärmschutz gebe es bereits eine Vereinbarung mit der Bahn, über die gesetzlichen Vorgaben hinauszugehen. "Obwohl es sich um bestehende Strecken handelt werden die Top-Standards angelegt, die sonst nur für Neubaustrecken gelten", sicherte Hoppenstedt zu.
Schon jetzt gibt es beim Thema Lärm eine positive Entwicklung: Die Güterwaggons seien zusehends mit sogenannten Flüsterbremsen ausgestattet. "Nach unserer subjektiven Eindruck sind schon mehr leise Züge unterwegs", sagte der BIOS-Vorsitzende Arnim Goldbach. Eine Beobachtung, die Hoppenstedt mit Zahlen bestätigen konnte. "Ziel ist es, dass Ende 2021 keine Waggons mit lauten Bremsen mehr im Umlauf sind. Und die DB Cargo ist bisher voll im Plan", berichtete er. Mit den neuen Bremsen reduziere sich der Lärm um 10 Dezibel, was der Hälfte des gefühlten Lärms entspreche.
Etwas komplizierter als beim Lärmschutz könnte es bei der Forderung nach Tunnel oder Brücke werden. Das hat vor allem zwei Gründe: 1) Die Stadt Burgdorf müsste sich finanziell beteiligen, weil sie Baulastträger der betroffenen Straße ist. Die Kosten tragen Bund, Bahn und Kommune zu je einem Drittel. Vom kommunalen Anteil übernimmt wiederum 75 Prozent das Land Niedersachsen. Aber auch die verbleibenden acht Prozent stellen eine Belastung für die Stadtkasse dar.
2) Ein höhenungleicher Bahnübergang sei außerdem an bestimmte Voraussetzungen geknüpft wie eine Mindestanzahl an Zügen und Querungen. Um einen entsprechenden Antrag zu stellen brauche die Stadt Burgdorf deshalb eine aktuelle und belastbare Prognose für die Entwicklung des Schienenverkehrs bis 2030. Hoppenstedt will sich dafür einsetzen, diese Zahlen bald zu erhalten. „Ich kümmere mich darum“, versprach er.