Osterfeuer loderten unter blauem Aprilhimmel

Unter blauem Aprilhimmel hatten sich viele große und kleine Sorgenser am Osterfeuer vor der „Schützenkate“ eingefunden. (Foto: Georg Bosse)

Großer Andrang bei zahlreichen Brauchtumsfeuern

BURGDORF/SORGENSEN (gb). Entstehung, Inhalt und Bedeutung des christlichen Auferstehungsglaubens sind für das gesamte Christentum von zentraler Bedeutung. So ist Ostern (hebrä. pessach) die jährliche Gedächtnisfeier der Auferstehung Jesu Christi, der nach dem Neuen Testament am dritten Tag seiner Kreuzigung von den Toten zu neuem, unzerstörbarem Leben auferstanden sowie seinen Jüngern in leiblicher Gestalt erschienen ist. Damit ist Ostern weltweit das älteste und wichtigste christliche Fest, das seit Jahrhunderten von vielerlei Brauchtümer, wie den Osterfeuern, begleitet wird.
Viele Osterbräuche, wie eben die Feuer, sind außerchristlicher, „heidnischer“ Herkunft. Sie werden meist, wie im gesamten Verbreitungsgebiet des MARKTSPIEGEL, am Samstag vor Ostern entzündet. Kurz vor Einbruch der Dämmerung brennen dann die möglichst hoch aufgetürmten Holzstöße aus Baum- und Strauchschnitt. Da die Holzstapel über viele Tage von den Freiwilligen Feuerwehren und/oder den Ortsbewohnern angesammelt wurden, verkriechen sich hier gerne Kleintiere, die vor dem Entfachen verscheucht werden müssen.
Der Osterfeuerbrauch stammt aus alten Zeiten und dient(e) dazu, den Winter zu „verbrennen“. Ferner soll der Schein der weithin sichtbaren, funkenstiebenden Feuer reinigende Wirkung haben und so die keimende Saat vor „bösen Geistern“ schützen. Sie galten und gelten ebenfalls als Kult zur Sicherung der Fruchtbarkeit und des Wachstums der Ernte. Erst später wurde dieser Brauch von den Christen übernommen.
In Sorgensen sowie den anderen Ortschaften rund um Burgdorf und Uetze kamen am jüngsten Osterwochenende unzählige große und kleine Menschen unter blauem Himmel zu geselligen Runden zusammen, um im Angesicht der prasselnden Flammen gemeinsam Getränke und Gegrilltes zu genießen. „Einmal mehr haben der Schützenverein sowie alle Dorfbewohner zu dieser gastfreundlichen Tradition vis á vis der „Schützenkate“ beigetragen“, freute sich Ortsvorsteher Dirk Schwerdtfeger über das gelungene Open Air-Fest. Und bei den doch recht kühlen Apriltemperaturen feierten dann auch Grog und Glühwein ihre „fröhliche Urständ“.
Bei der katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus im Burgdorfer „Langen Mühlenfeld“ wurde am vergangenen Ostersamstag ebenfalls ein Osterfeuer angeschürt. Nachdem sich die zahlreich Anwesenden um das Osterfeuer vor St. Nikolaus versammelt hatten, weihte Pfarrer Jan Kowalski das Feuer und entzündete an ihren Flammen die Osterkerze, die dann von Diakon Hartmut Berkowsky als Licht in die dunkle Kirche getragen wurde. Dabei ist die brennende Osterkerze das Zeichen für den auferstandenen Christus. Ihr schlossen sich hernach in einer Prozession die Gläubigen an, die so dem Sohn Gottes auf seinem Weg vom Tod ins Leben folgten. Und im Schein der vielen eigenen kleinen Lichter der Mitfeiernden wurden in der Kirche außerdem noch die zwölf Apostelkerzen zum Erstrahlen gebracht.