Ortsrat wünscht sich Windräder

Nach dem Willen der Ortsratspolitiker soll im Otzer Bruch der Bau von Windrädern ermöglicht werden. (Foto: OpenStreetMap/bearbeitet)
 
Die Politiker im Otzer Ortsrat setzen sich für den Bau neuer Windräder ein. (Foto: Symbolbild/Pixabay)

In einem gemeinsamen Antrag bringen SPD und CDU wieder den Otzer Bruch ins Spiel

Otze (fh). Der Ortsrat Otze will im Otzer Bruch den Bau von Windrädern ermöglichen. In einem gemeinsamen Antrag fordern die Fraktionen von SPD und CDU die Stadtverwaltung auf, entsprechende Planungen voranzutreiben. Sonst stößt es in betroffenen Dörfern oft auf wenig Gegenliebe, wenn innerhalb ihrer Gemarkung neue Windkraftanlagen gebaut werden sollen. Anwohner befürchten beispielsweise Lärm und Schattenwurf. Doch bei dieser Fläche gibt es offenbar wenig Konfliktpotenzial.
Sie liegt zwischen Röhndamm und B3, ganz in der Nähe des bereits bestehenden Windparks an der Bundesstraße. Vom Otzer Ortskern ist sie also weit entfernt und zu Ehlershausen wird ebenfalls ein ausreichender Abstand eingehalten. Auch für die nächstgelegene Siedlung Flatmoor seien keine nennenswerten negativen Auswirkungen zu erwarten.
Stattdessen zählen die Fraktionen in ihrem Antrag eine Reihe von Vorteilen auf. Als wichtigen Punkt nennen sie den Klimaschutz. "Um die Energiewende zu schaffen, müssen wir als Kommune unseren Beitrag leisten", heißt es im Begründungstext. Aber auch wirtschaftlich komme ein neuer Windpark Burgdorf zugute: Die Stadt profitiere vor allem von der Gewerbesteuer und die Bürger könnten sich in vielen Fällen finanziell beteiligen und dadurch ebenfalls an den Erträgen partizipieren.
Obwohl sich alle Ortsratsmitglieder darin einig waren, konnte über den Antrag nicht abgestimmt werden. "Wir sind in diesem Punkt nicht beschlussfähig, weil drei von fünf Mitgliedern in dem Gebiet Flächen besitzen und deshalb ein Mitwirkungsverbot besteht", erläutert Ortsbürgermeister Andreas Meyer. Am 23. Februar wird sich nun der städtische Umweltausschuss mit dem Thema befassen, die Entscheidung trifft dann der Verwaltungsausschuss.
Ganz neu ist die Idee nicht, der Otzer Bruch ist seit Längerem im Gespräch: Schon als die Region 2016 ihr Raumordnungsprogramm aufgestellt hat, setzte sich die Stadt Burgdorf mit entsprechender Rückendeckung aus den Ortschaften dafür ein, diese Fläche als Vorranggebiet für Windenergie aufzunehmen. Doch daraus wurde nichts. Einer der Hauptgründe: Der Bereich ist Teil eines Landschaftsschutzgebietes. Deshalb besteht dort ein generelles Bauverbot, das auch für Windräder gilt.
Doch jetzt ist wieder Bewegung in die Sache gekommen: Im März 2019 hat das Oberverwaltungsgebiet Lüneburg die Bestimmungen zur Windenergie im hiesigen Raumordnungsprogramm für unwirksam erklärt. Nun will die Region zwar erneut Vorranggebiete ausweisen, allerdings sollen diese nicht mehr bindend sein. Das eröffnet Städten und Gemeinden neuen Gestaltungsspielraum, weil sie dann auch an anderer Stelle planen könnten.
Außerdem untersucht die Region gegenwärtig, ob sich Landschaftsschutzgebiete in Teilbereichen für die Windenergie öffnen lassen. Dabei werde auch der Otzer Bruch berücksichtigt. Mit den Ergebnissen ist nach Auskunft der Stadt Burgdorf Anfang März zu rechnen. "Wie solch eine Öffnung ablaufen könnte und welche Bedingungen daran geknüpft wären, muss im Einzelfall und in Abstimmung mit der Region Hannover erörtert werden", teilt Stadtsprecherin Alexandra Veith auf Anfrage mit.
Nachdem sich durch das Urteil des Oberverwaltungsgerichts die Rahmenbedingungen geändert haben, hat die Stadt Burgdorf angekündigt, die kommunale Windenergienutzung wieder aufzunehmen. Dafür will sie zeitnah eine Potenzialflächenanalyse in Auftrag geben. Sie soll Aufschluss darüber geben, wo möglicherweise neue Windräder aufgestellt werden könnten. Einen konkreten Zeitplan, wann die Ergebnisse vorliegen werden, gebe es derzeit aber nicht.