Orgelmusik mit neuen Pfeifen

Andreas Bauer vom Kirchenvorstand der St.-Pankratius-Gemeinde (von links), Kantor Martin Burzeya und Pastorin Friederike Grote freuen sich über den neuen Klang der frisch sanierten Orgel.
 
Kantor Martin Burzeya wird einem Gottesdienst die neuen klanglichen Möglichkeiten vorstellen.

Die St.-Pankratius-Gemeinde stellt das frisch sanierte Instrument in zwei Gottesdiensten vor

Burgdorf (fh). Alle 1500 Pfeifen sind wieder an ihrem Platz, der große Balg wurde durch einen deutlich kleineren ersetzt und die Tasten haben neue Beläge bekommen: Die Orgel-Sanierung in der St.-Panktratius-Kirche ist nach rund fünf Monaten abgeschlossen. In zwei Gottesdiensten wollen Kantor Martin Burzeya und Kantorin Tina Röber-Burzeya nun einen Eindruck von den neuen klanglichen Möglichkeiten des Instruments vermitteln. Und sie hoffen, dass die Gemeindemitglieder und Gäste dann genauso angetan sind wie der Orgel-Revisor Martin Ehlbeck, der kürzlich das Ergebnis der Sanierungsmaßnahme überprüft hat. "Er hat uns zurückgemeldet, dass unsere Orgel in ihrer langen Geschichte wahrscheinlich nie besser geklungen hat", sagt Pastorin Friederike Grote.
Die Orgelbaufirma Hillebrand aus Altwarmbüchen hat das Instrument von Januar bis Mai nicht nur gründlich gereinigt, überprüft und defekte Teile repariert, sondern auch vier neue Register eingebaut. Das sind Pfeifen-Familien, die jeweils eine bestimmte Klangfarbe repräsentieren. Weil ihre Gesamtzahl nicht verändert werden kann, mussten dafür vier der bisherigen Register weichen, die aber durchaus verzichtbar seien. Die Burgdorfer Orgel besteht aus 31 Registern, die sich ihrerseits jeweils aus 51 Pfeifen zusammensetzen. 
Durch die neuen Pfeifen-Familien habe die Orgel enorm gewonnen, betont Kantor Martin Burzeya. "Wir haben beispielsweise eine Melodie-Stimme ergänzt, mit der wir den Gemeindegesang künftig noch besser begleiten können", sagt er. Außerdem sei der Klang wärmer und voller geworden. "Wir können jetzt viele Stücke noch originalgetreuer aufführen und einige Werke, die bisher gar nicht möglich waren", sagt er.
So finden sich jetzt im Hauptwerk mit den großen Pfeifen, im kleineren Brustwerk in der Mitte und im Rückpositiv an der Emporenbrüstung vergleichbare Register in unterschiedlichen Tonlagen. "Damit lassen sich jetzt auch Echo-Effekte darstellen, bei denen kurze Sequenzen in einer anderen Oktave aufgegriffen und wiederholt werden", beschreibt Burzeya. Ein Paradebeispiel dafür sei das Praeludium in e-moll des Komponisten Nicolaus Bruhns aus dem 17. Jahrhundert.
Die klangliche Erneuerung war ursprünglich gar nicht der Anlass für die Renovierung. Hauptsächlich ging es darum, das Instrument einmal wieder gründlich zu säubern und einige Reparaturen vorzunehmen. Die Mitarbeiter löteten beispielsweise Pfeifen-Deckel nach, die sich im Laufe der Zeit gelockert haben. Zuletzt ist das vor mehr als 25 Jahren passiert. Außerdem musste der alte Balg ausgetauscht werden, weil sich dort Schimmel gebildet hatte. Bei dieser Gelegenheit entschied sich die Gemeinde für ein deutlich kleineres Modell. In früheren Zeiten wurde mit seiner Hilfe die Druckluft erzeugt, die dann die Pfeifen zum Klingen brachte. Heute übernimmt das ein elektrisches Gebläse - der Balg wird nur noch zum Druckausgleich benötigt, muss dafür heute aber längst nicht mehr so groß sein.
Insgesamt hat die Sanierung rund 75.000 Euro gekostet. Die Landeskirche beteiligt sich daran mit 20.000 Euro. Der Rest wird zu einem großen Teil aus Spenden und Patenschaften für einzelne Pfeifen finanziert. "Wir sind überwältigt von der großen Unterstützung. Vielen Burgdorfern liegt die Orgel sehr am Herzen", sagt Burzeya.

Gottesdienste mit viel Orgelmusik

Um das Ergebnis der Sanierungsmaßnahme vorzustellen, lädt die St.-Pankratius-Gemeinde zu zwei Gottesdiensten mit besonders viel Orgelmusik ein: am Sonntag, 20. Juni, ab 10 Uhr mit Pastor Valentin Winnen und Kantorin Tina Röber-Burzeya sowie am Sonntag, 27. Juni, ab 10 Uhr mit Pastorin Friederike Grote und Kantor Martin Burzeya. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es gelten die üblichen Abstands- und Hygieneregeln. Außerdem werden die Kontaktdaten erfasst. Die Anzahl der Sitzplätze ist auf 100 begrenzt. Die Orgel wird, sobald dies wieder möglich ist, bei Solo-Konzerten, Kinderkonzerten sowie als Begleitung bei Auftritten von Kantorei und Posaunenchor zum Einsatz kommen.