OP-Roboter „da Vinci“ zum Anfassen

Dr. Joachim Stein, Chefarzt der Urologie des Krankenhauses Großburgwedel informierte Vertreter der Presse im Vorfeld der Informationsveranstaltung über den OP-Roboter „da Vinci“ . (Foto: Anna Kentrath)

Krankenhaus Großburgwedel bietet Interessierten eine Informationsveranstaltung an

GROSSBURGWEDEL (ak). Das Krankenhaus Großburgwedel lädt am kommenden Mittwoch, 30. März, ab 12.00 Uhr Interessierte in das hauseigene Foyer, um den OP-Roboter „da Vinci“ vorzustellen. Bisher ist noch nicht geklärt, ob diese technische Neuerung auch für das Klinikum Region Hannover angeschafft wird, jedoch setzt man sich von ärztlicher Seite, aber auch von der Geschäftsführung, intensiv mit dem Thema auseinander. Der medizinische Nutzen für Patienten und Operateure ist bisher noch nicht erwiesen.
Die Technik hält immer mehr Einzug in unser Leben und auch die Medizin ist so in einem ständigen Wandel begriffen. Der OP-Roboter „da Vinci“ wird bisher vornehmlich im Falle von Prostatakrebs-Operationen eingesetzt, doch neben der Urologie soll er auch in der Gynäkologie zum Einsatz kommen können. Anders als bei der minimalinvasiven Laparoskopie stehen dem Operateur bei „da Vinci“ Greifarme mit den jeweiligen Instrumenten zur Verfügung, die komplett um die eigene Achse rotieren können. Auch muss hier nicht zweidimensional operiert werden, da der Computer des OP-Roboters eine 3D Ansicht darstellt.
Der Chefarzt der Urologie des Krankenhauses Großburgwedel, Dr. Joachim Stein, erklärte gegenüber Pressevertretern, dass „da Vinci“ medizinisch gesehen bisher weder Vor- noch Nachteile mit sich bringe. Nach heutigem Standpunkt gebe es „keine nachweislich wissenschaftlichen Vorteile für den Patienten“, interessant sei eine solche Operationsmethode für den Chirurgen natürlich schon. Ob das jedoch die enormen Anschaffungskosten von knapp zwei Millionen Euro oder die etwa 2.500 bis 3.000 Euro Mehrkosten pro Patienten rechtfertigt, ist fraglich.
Das Können des Operateurs ist und bleibt trotz der fortgeschrittenen Technologie weiterhin maßgeblich für den Verlauf einer Operation, so Stein weiter. „Das Gerät übermittelt nur die geschickten Bewegungen des Operateurs“, selbst könne es keine Bewegungen ausführen ohne menschliches Zutun, so der Chefarzt der Urologie. Die Informationsveranstaltung diene vor allem der Aufklärung, ergänzte Florian Lechner, Oberarzt der Urologie. Wir wollen „potenzielle Patienten auf einem informierten Stand halten“. In den USA würden mittlerweile an die 70 Prozent der Prostatakrebsoperationen mit diesem Gerät durchgeführt und auch in Deutschland seien bisher über 50 Einheiten verkauft worden, so Dr. Joachim Stein. Man wolle, dass sich die Patienten selbst ein Bild von dem OP-Roboter machen können.
Nach einer Präsentation für das lokale Direktorium und die KRH Geschäftsführung zwischen 10.00 und 12.00 Uhr folgt dann im Foyer die öffentliche für Patienten, Besucher und Interessierte sowie für Mitarbeiter des Klinikums Großburgwedel.