Online-Portal für die Friedhöfe

Bürgermeister Armin Pollehn und Anja Piel von der Tiefbauverwaltung stellen das neue Themenportal Friedhöfe vor.

Stadt will auf unterschiedliche Bestattungsformen aufmerksam machen

Burgdorf (fh). Wer sich im Internet über die städtischen Friedhöfe am Niedersachsenring und in den Ortsteilen informieren will, kommt jetzt mit deutlich weniger Klicks zum Ziel. Denn unter der Adresse www.burgdorfer-friedhoefe.de bietet die Stadt ein neues Themenportal an. „Im Wesentlichen haben wir dort die Informationen zusammengestellt, die auch bisher schon auf der Internetseite der Stadt Burgdorf zu finden waren“, erläutert Anja Piel von der Tiefbauverwaltung und fügt hinzu: „Dort war das aber ziemlich verschachtelt, jetzt ist es viel übersichtlicher geworden.“
Bürgermeister Armin Pollehn sieht darin einen weiteren Schritt hin zu mehr Bürgernähe und Digitalisierung in der Stadtverwaltung. Erst vor Kurzem hatte er ein neues ServicePortal vorgestellt, über das Bürger jetzt auch online Anträge einreichen können. Aber warum brauchen ausgerechnet die Friedhöfe ein eigenes Online-Portal? Dafür führen Piel und Pollehn mehrere Gründe an. „Viele Familien sprechen kaum über den Tod und tauschen sich nicht über ihre Wünsche für die Bestattung aus“, so Piel. Mit dem neuen Portal solle dieses Thema stärker in den Fokus gerückt werden und die Hemmschwelle gesenkt werden, um sich damit zu beschäftigen.
Zugleich will die Stadt damit aber auch noch wirksamer auf ihre vielfältigen Bestattungsangebote aufmerksam machen. „Die Friedhofskultur vor Ort ist wichtig und die kurzen Wege zum Grab helfen vielen Angehörigen bei der Trauerbewältigung“, argumentiert Piel und ergänzt: „Wir möchten unsere Friedhöfe deshalb unbedingt erhalten.“ Das gehe aber nur, wenn es auch weiterhin eine entsprechende Nachfrage gebe. „Der Friedwald in Uetze und der Ruheforst im Deister sind zu einer starken Konkurrenz geworden“, räumt Piel ein.
Ziel sei es deshalb ins Bewusstsein zu rücken, dass es auch auf den Friedhöfen der Stadt Burgdorf die Möglichkeit gebe, sich ohne Grabstein beispielsweise unter einem Baum, in einem kleinen Wäldchen oder inmitten von Hochbeeten bestatten zu lassen. Denn es sei heute keine Selbstverständlichkeit mehr, dass sich Verwandte um ein Grab kümmern können, auch weil die Familien oft weit verstreut leben. „Und selbst wenn sie am Ort leben, wollen ältere Menschen ihren erwachsenen Kindern die Grabpflege manchmal lieber ersparen“, hat Piel beobachtet.
Oft werde dann eine anonyme Urnenbestattung ins Spiel gebracht. „Dabei gibt es viel bessere Alternativen“, so Piel. Auch bei BaumOase, ZeitenInsel und Ruhehain müssten sich die Angehörigen nicht um ein Grab kümmern. „Aber sie haben trotzdem einen Ort, um Abschied zu nehmen und sich dem Verstorbenen nah zu fühlen“, ergänzt sie.
Und so ist das neue Themenportal aufgebaut: Über eine Registerkarte oben auf der Seite gelangen die Nutzer zu den Beschreibungen der unterschiedlichen Grabarten oder aber der einzelnen Friedhöfe. Letztere können sie sich außerdem auf einem Stadtplan anzeigen lassen. In der Kategorie „Aktuelles“ finden sich zur Zeit vor allem Informationen zu den coronabedingten Vorschriften für Trauerfeiern. Aber auch über Natur und Artenvielfalt auf den Friedhöfen können sich Interessierte informieren oder im Pressearchiv einen Blick in die Vergangenheit werfen: Denn dort finden sich auch Berichte aus dem Burgdorfer Kreisblatt zur Eröffnung des Friedhofs 1970 und zum Bau der Kapelle 1985.
Das Ergebnis könne sich sehen lassen, resümiert Pollehn. „Wir sind regionsweit die erste Kommune, die ihre Friedhöfe in einem solchen Online-Portal präsentiert“, so der Bürgermeister.