Offenbar leuchtet ein Nordlicht am Kabaretthimmel

Am achten und letzten Tag des Burgdorfer CulturCircus` brachte Matthias Brodowy seine „Offenbarung - das 7. Programm“ auf die Bühne. (Foto: Georg Bosse)

Burgdorfer CulturCircus endete mit Matthias Brodowys „Offenbarung“

BURGDORF (gb). Vertreter können bekanntermaßen richtig lästig sein. Aber ein „Vertreter des gehobenen Blödsinns“, so Matthias Brodowy über den Kabarettisten Brodowy, kann ganz schön lustig sein. Diese Erfahrung machten am vergangenen Montagabend weit über 200 Besucher im Burgdorfer CulturCircus-Zelt bei der „Offenbarung - das 7. Programm“ mit dem intelligent-kritischen Sprach- und Musikkünstler aus Hannover.
Der gebürtige Braunschweiger hat katholische Theologie studiert und ist dabei nicht von ungefähr auf die „Sieben“ gestoßen. Die „Sieben“ ist in vielen Kulturen und Religionen eine mystische Zahl. Im Christentum wird sie als Kombination der göttlichen Dreifaltigkeit mit den irdischen vier Elementen gedeutet.
Bei seinen „Offenbarungen“ war das „Nordlicht aus dem tiefsten Süden des Nordens“ (Brodowy) fürwahr in seinem Element. Mit pointiertem Wortwitz bewegte sich Matthias Brodowy zwischen Urknall und Untergang, lenkte die Sinne auf die Widersprüche der Zeit und den real existierenden Wahnsinn. Seine musikpoetischen Stücke, gepaart mit Edelblödsinn und gescheiter Verbalakrobatik, waren zweifellos eine kleinkünstlerische „Offenbarung“ und der würdige Abschluss der Burgdorfer CulturCircus-Tage 2011.