Nikolaus verbindet Ost und West

Der Burgdorfer Nikolaus (Wolfgang Obst) und sein Helfer (Wolfgang Buckmann) bedanken sich bei ihren Gastgebern Angelika und Christian Naumann. (Foto: St.-Nikolaus-Gemeinde)

Zum 30. Mal haben Katholiken aus Burgdorf Anfang Dezember die Kinder in der ostdeutschen Partnerstadt Calbe und im benachbarten Schönebeck besucht

BURGDORF/CALBE (r/fh). Die Deutsche Einheit war 1990 gerade einmal vor zwei Monaten vollzogen, da fuhren am 6. Dezember 1990 Hubert Reiß und Wolfgang Buckmann von der Burgdorfer St.-Nikolaus-Gemeinde nach Calbe an der Saale, um dort die Jungen und Mädchen der katholischen Gemeinde zu beschenken. Das sollte in den folgenden Jahren zur Tradition werden und so besuchte der Nikolaus aus Burgdorf in diesem Jahr nun zum 30. Mal die Kinder der St.-Norbert-GemeindeCalbe und der St.-Marien-Gemeinde im benachbarten Schönebeck.
Doch das soll nun das letzte Mal gewesen sein. Denn Gemeindereferentin Maria Scherbaum, die die Veranstaltungen in der ostdeutschen Partnerstadt all die Jahre organisiert und die Burgdorfer Gäste betreut hat, geht im nächsten Jahr in den Ruhestand. Und auch Wolfgang Buckmann aus Burgdorf betrachtet den 30. Besuch für sich als runden Abschluss. Die Verbindung werde aber über die vielfältigen privaten Kontakte und die Partnerschaft zwischen den Pfarrgemeinden auch weiterhin bestehen.
Nach dem plötzlichen Tod von Hubert Reiß im Februar 2011 war schon einmal unklar gewesen, wie es weitergehen sollte. Denn er war 20 Jahre lang als Gitarre spielender Nikolaus in nach Calbe und Schönebeck gereist und hatte sich dort bei allen eingeprägt. Doch damals erklärte sich Wolfgang Obst bereit, die Rolle fortan zu übernehmen, um die Tradition weiterzuführen.
So reiste er auch diesmal zusammen mit seiner Ehefrau Angelika sowie seinem Helfer Wolfgang Buckmann und dessen Frau Elke in die beiden benachbarten Kleinstädte in Sachsen-Anhalt. Im Pfarrheim in Calbe hatten Angelika und Christian Naumann einen geselligen Gemeindeabend vorbereitet. Dazu war auch Robert Denzel eigens angereist, der viele Jahre lang Pfarrer von St. Norbert war; mittlerweile ist er pensioniert und lebt in Magdeburg. Und auch eine junge Frau, die schon den ersten Besuch vor 30 Jahren als kleines Mädchen miterlebt hatte, war gekommen.
In Schönebeck bereiteten die rund 50 Jungen und Mädchen zusammen mit ihren Eltern und den Verantwortlichen der Gemeinde dem angereisten Nikolaus wieder einmal einen überwältigenden Empfang. Gemeindereferentin Maria Scherbaum hatte einmal mehr einen lockeren, fröhlichen Nachmittag organisiert, an dem viel gesungen, Gedichte zum Nikolaustag und zur Vorweihnacht vorgetragen wurden.
Die Besuche gehen auf die Initiative von Martin Patzelt zurück, der damals ein katholisches Kinder- und Jugendheim in Calbe leitete und heute CDU-Bundestagsabgeordneter ist. Kurz nach der Grenzöffnung hatte er die St.-Nikolaus-Gemeinde in Burgdorf besucht. So wurden die ersten Kontakte zur St.-Norbert-Gemeinde geknüpft und später entstand daraus auch die Städtepartnerschaft zwischen Burgdorf und Calbe auf kommunaler Ebene.