Neuwahl ohne Gegenstimme

Die aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Weferlingsen haben Björn Batschauer ohne Gegenstimme zum stellvertretenden Ortsbrandmeister gewählt.
 
Der Weferlingser Ortsbrandmeister Wolfgang Schlusche (von rechts) blickt in seinem Bericht auf das Jahr 2019 zurück. Sein Stellvertreter Martin Carlens hört zu und Schriftführerin Karin Carlens schreibt gewissenhaft mit.

Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Weferlingsen wählen die aktiven Mitglieder Björn Batschauer zum neuen stellvertretenden Ortsbrandmeister

WEFERLINGSEN (fh). In der Führungsriege der Freiwilligen Feuerwehr Weferlingsen steht ein Wechsel an: Bei ihrer Jahreshauptversammlung haben die aktiven Mitglieder Björn Batschauer zum neuen stellvertretenden Ortsbrandmeister gewählt. Damit er das Amt antreten kann, muss nun noch der Rat der Stadt Burgdorf zustimmen. In geheimer Wahl erhielt Batschauer 24 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen. Er hatte als einziger für den Posten kandidiert; der bisherige Ortsbrandmeister Martin Carlens stellte sich nicht mehr zur Wahl. "Dein gutes Ergebnis ist Fluch und Segen zugleich", kommentierte Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer mit einem Augenzwinkern und ergänzte: "Es zeigt, dass ein Gros deiner Kameraden hinter dir steht. Jetzt hast du sechs Jahre Zeit all das zu erfüllen, was sie sich von dir erhoffen."
Außerdem galt es einige Funktionsträger neu zu bestimmen: Henrik Brönnemann wurde einstimmig als Kleiderwart bestätigt und mit großer Mehrheit wurden Kenneth Alraun zum Gerätewart sowie Grit July zur Atemschutzgerätewartin gewählt. Beim nächsten Tagesordnungspunkt stand die Feuerwehrfrau dann gleich noch einmal im Rampenlicht: Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer verlieh Grit July den Dienstgrad Oberlöschmeisterin. Außerdem ernannte er Roberto Viola zum Oberfeuerwehrmann und Miriam Carlens nach bestandener Truppmann-Ausbildung zur Feuerwehrfrau.
Gleich drei Feuerwehrmänner wurden diesmal für 50-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet: Ortsvorsteher Bernhard Kracke, Gustav Carlens und Udo Grimpe. Nachdem er ihnen gratuliert und die Ehrennadeln angesteckt hatte, machte Stadtbrandmeister noch auf eine Besonderheit aufmerksam. Durch die auf Landesebene beschlossene Lebensarbeitszeitverlängerung für ehrenamtliche Feuerwehrleute komme es zu einer etwas verqueren Situation. "Bernhard Kracke ist deshalb aus seinem Ruhestand wieder zurückgekommen", so Heuer. Aufgrund einer kurzen Auszeit bekomme er deshalb in diesem Jahr die Auszeichnung für 50 Jahre Mitgliedschaft und im nächsten Jahr dann die für 50 Jahre aktiven Dienst.
In seinem Rückblick auf das Jahr 2019 berichtete Ortsbrandmeister Wolfgang Schlusche von insgesamt 3933 Dienststunden für Einsätze, Lehrgänge, Jugendfeuerwehr und weitere Aktivitäten. Die 34 aktiven Mitglieder seien zu 13 Einsätzen ausgerückt, darunter ein Unfall auf der B188, ein ABC-Einsatz in Hülptingsen, fünf Brände, eine technische Hilfeleistung bei Sturm sowie Brandsicherheitswachen und Übungen. Dazu gehörte auch die traditionelle Zugübung mit Dachtmissen und Otze, die es zumindest auf offizieller Ebene so zum letzten Mal gegeben habe.
Denn als Konsequenz aus dem Feuerwehrbedarfsplan wurde die Zugeinteilung geändert, um noch schneller am Einsatzort zu sein. Jetzt bildet Weferlingsen eine Einheit mit Otze, während sich Dachtmissen zusammen mit Hülptingsen um den Südosten Burgdorfs und das Burgdorfer Holz kümmern soll. "Für uns heißt das, dass wir künftig vielleicht noch einmal öfter nach Otze ausrücken werden", sagte Schlusche und stellte zugleich in Aussicht: "Wir werden aber auch weiterhin zusammen mit Dachtmissen üben." Und auch die Jugendfeuerwehr Da-O-We (Dachtmissen, Otze, Weferlingsen) bleibe weiter in gewohnter Form bestehen.
Als Besonderheiten des vergangene Jahres hob der Ortsbrandmeister außerdem eine Realbrandausbildung in Burgdorf hervor, an der sechs Mitglieder aus Weferlingsen teilnahmen, sowie die seit langem erwartete Einführung des Digitalfunks. Ein Großteil der Weferlingser Sprechfunker habe auch bereits die entsprechende Endanwenderschulung erhalten. "Das Prinzip bleibt das gleiche: Man muss auf eine Taste drücken und dann sprechen", fasste Schlusche verschmitzt zusammen. Die wesentliche Änderung: Die Funker müssten weniger sprechen als vorher, weil sie der Leitstelle per Statustasten mitteilen könnten, dass sie im Gerätehaus angekommen seien oder sich jetzt auf der Anfahrt zum Einsatzort befänden.
Als Ehrengäste richteten Simone Heller, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Burgdorf, Lars Schumacher von der städtischen Ordnungsabteilung und Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer Grußworte an die Versammlung und bedankten sich bei den Mitgliedern für ihr ehrenamtliches Engagement. Für die neue Vorsitzende des Feuerwehrausschusses Beate Neitzel war es in dieser Rolle eine Premiere bei der Jahreshauptversammlung. "Ich muss mich erst noch daran gewöhnen, dass ich jetzt in zivil hier sitze und nicht mehr in Uniform", bekannte sie. Doch weil sie bis vor Kurzem noch selbst als Feuerwehrfrau an solchen Versammlungen teilgenommen habe, wisse sie auch, wie dankbar die Teilnehmer für kurze Ansprachen seien. Dabei setzte sie einen etwas anderen Schwerpunkt. "Es wird viel zu wenig erwähnt, wie oft unsere Partner und Familien und loslassen und auf uns verzichten. Auch bei ihnen möchte ich mich heute deshalb ganz besonders bedanken", sagte sie.