Neues Kindergartenjahr – altes Problem

Ortsbürgermeister Herbert Löffler (links) verteilte vor der Kita in Kirchhorst einen Elternbrief.

Ortsbürgermeister macht sich ein Bild vom Verkehrschaos rund um die Kita

VON DANA NOLL

KIRCHHORST. Die Sicherheit der Kinder auf ihrem Weg zur Kita oder Schule steht derzeit in Kirchhorst wieder im Kreuzfeuer. Besonders der Kindergarten Hinter Pastors Hofe ist dabei ein Brennpunkt. Zur Haupt-Bringzeit zwischen 8 und 9 Uhr kommt es hier zunehmend zu einem Park-Chaos. Die Kritik daran kommt aus den eigenen Reihen. Denn viele Eltern sehen ihre Kinder gefährdet und haben sich nun an den Ortsbürgermeister gewandt. Herbert Löffler hat bereits im November vergangenen Jahres einen Appell an die Eltern gerichtet. Doch, neue Eltern – altes Problem!
So wiederholte er diese Aktion und verteilte am vergangenen Dienstag- und Mittwochmorgen einen Brief an die Eltern und versuchte mit ihnen vor dem Kindergarten ins Gespräch zu kommen. „Viele zeigten sich dabei einsichtig“, so Herbert Löffler, der Verständnis zeigte, für die Situation, in der sich viele Eltern morgens befinden, die in Eile sind, weil sie Kinder und Beruf vereinen müssen.
Wenig Verständnis hatte der Ortsbürgermeister allerdings für die Argumentation einer Dame, die angesprochen auf das Blockieren des Rettungsweges durch ihr Fahrzeug, meinte, „die Rettungskräfte können sich doch einen anderen Weg suchen!“
„Bei dem Verkehrsraum vor dem Kindergarten handelt es sich auch um eine Rettungsdienst- und Feuerwehrzufahrt für den Kindergarten, die ständig freigehalten werden muss. Ich möchte mir nicht vorstellen, was passiert, wenn hier tatsächlich Rettungswagen oder die Feuerwehr akut anrücken müssten“, so Löffler.
Die Sach- und Rechtslage rund um Pastors Hofe ist eindeutig. Hier handelt es sich um eine verkehrsberuhigte Zone. Als Führer eines Kfz, darf man hier den Fußgängerverkehr weder gefährden noch behindern. Außerhalb der dafür gekennzeichneten Flächen darf nicht geparkt werden. Auch wenn es zum Ein- oder Aussteigen eine Ausnahme gibt, bleibt der Grundsatz, des Gefährdungs- und Behinderungsverbots bestehen. Für die Zu- und Abfahrten besteht Schrittgeschwindigkeit – laut Rechtsprechung sind das 4 bis 7 km/h.
Löffler macht in seinem Appell auf den § 3 Abs. 2a der STVO aufmerksam, der besagt, „Wer ein Fahrzeug führt, muss sich gegenüber Kindern, hilfsbedürftigen und älteren Menschen, insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft, so verhalten, dass eine Gefährdung dieser Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.“
Derzeit gibt es neun Parkplätze an der Kita und fünf Stellplätze, die ausschließlich für das Personal vorgesehen sind. „Zu wenig“, bemängeln einige Eltern. Doch die Kapazitäten sind am Limit. Daher kann die Lösung nur in einem verantwortungsvollen Fahren liegen. Auch der Ortsbürgermeister sieht das so und rät: „Fahren Sie nicht bis vor die Tür des Kindergartens, sondern nutzen Sie alle Parkmöglichkeiten im gesamten Bereich „Hinter Pastors Hofe“. Wenn Sie sowieso nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen, halten Sie doch einfach früher an, entzerren Sie die Situation, seien Sie Vorbild!“