Neues Gemeindehaus am Spittaplatz

Astrid Beigel vom Kirchenvorstand (links) und Pastorin Friederike Grote zeigen die alte Scheune, in der eine Projekt-Werkstatt für die Gemeindearbeit entstehen soll.
 
Im Garten hinter der Superintendentur will die St.-Pankratius-Gemeinde ihr neues Gemeindehaus bauen.

St.-Pankratius-Gemeinde will Gebäude an der Lippoldstraße und an der Gartenstraße verkaufen

Burgdorf (fh). Durch den demografischen Wandel und aktive Austritte gehen die Mitgliederzahlen der Kirchen bundesweit zurück und ihre Steuereinnahmen sinken. Darauf muss auch die St.-Pankratius-Gemeinde in Burgdorf reagieren. Der Kirchenvorstand hat deshalb entschieden, die Gemeindehäuser an der Lippoldstraße in der Weststadt und an der Gartenstraße zu verkaufen. Stattdessen will sie ein neues zentrales Gemeindehaus in unmittelbarer Nähe zur Kirche am Spittaplatz bauen.
Denn gemessen an ihren derzeit rund 7000 Mitgliedern stünde der St.-Pankratius-Gemeinde laut den Vorgaben der Landeskirche eine Gemeindehausfläche von 800 Quadratmetern zu. Die bestehenden Gebäude an Garten- und Lippoldstraße verfügen zusammen über etwa 1600 Quadratmeter und damit doppelt soviel. „Deshalb war nach den ersten Überlegungen schnell klar, dass wir künftig nur noch ein Gemeindehaus unterhalten können“, sagt Astrid Beigel vom Kirchenvorstand.
Wäre es nicht wirtschaftlicher, eines der beiden bestehenden Gebäude zu behalten, anstatt beide zu verkaufen und ein drittes neu zu bauen? „Das haben wir geprüft und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Nachteile überwogen hätten“, antwortet Beigel. Denn das Gemeindehaus an der Gartenstraße sei nicht barrierefrei und energetisch in schlechtem Zustand. „Eine möglich Sanierung wäre durch den Denkmalschutz des Gebäudes zusätzlich erschwert worden“, erläutert sie. Das Gemeindehaus an der Lippoldstraße wurde erst 2007 fertig gestellt und ist deshalb baulich und energetisch in erheblich besserem Zustand. „Als alleiniges Gemeindehaus kommt es aber nicht infrage, weil es zu klein ist und nicht zentral genug liegt“, sagt Pastorin Friederike Grote.
Die St.-Pankratius-Gemeinde will das neue Gemeindehaus im Garten hinter der Superintendentur am Spittaplatz errichten. Dafür sollen die weißen Mauern mit roten Dachziegeln entfernt werden, die das Grundstück bisher den Blicken entziehen. Und auch ein Gebäuderiegel, in dem sich das Archiv befindet, werde abgerissen, da er stark von Schimmel befallen sei. „Insgesamt wird dieser Teil des Spittaplatzes künftig viel offener wirken“, kündigt Grote an.
Der Neubau soll über zwei Stockwerke mit einer Fläche von insgesamt 600 Quadratmetern verfügen. Zusätzlich soll die alte Scheune auf dem Grundstück der Superintendentur mit einbezogen werden. „Dort wollen wir eine Projekt-Werkstatt mit einer Fläche von 40 bis 50 Quadratmetern schaffen“, so Grote. Sie wäre ein Treffpunkt für Gemeindegruppen wie CampusCreativ, den Blumenschmuck-Kreis oder Bastelgruppen für Kinder. „Und auch unsere Trommelgruppe könnte dort proben, ohne andere Nutzer zu stören“, sagt Grote.
Der zentrale Standort des neuen Gemeindehauses habe viele Vorteile. „Beim Konfirmandenunterricht sowie bei Feiern und Veranstaltungen können wir die Kirche künftig viel besser mit einbeziehen“, so Grote. Außerdem verkürzten sich für Pastoren, Diakone sowie andere haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter die Wege, sodass die knappen personellen Ressourcen effizienter eingesetzt werden könnten.
Wie viel der Neubau kosten wird und wann die ersten Bagger anrollen, teilt die Gemeinde noch nicht mit. „Dafür ist es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh“, sagt Grote. Auch bei der Finanzierung seien noch viele Fragen offen. „Das hängt auch davon ab, welche Preise wir beim Verkauf der bestehenden Gemeindehäuser erzielen können und ob wir Fördermittel von der Landeskirche und dem Kirchenkreis bekommen“, erläutert Grote. Ziel sei es, das neue Gemeindehaus 2024 einzuweihen. „Allerdings können wir nicht sicher sagen, ob das noch einzuhalten ist. Denn aufgrund der Corona-Epidemie ist es bei der Planung schon zu der ein oder anderen Verzögerung gekommen“, sagt die Pastorin.
Ausführlich will die St.-Pankratius-Gemeinde ihre Pläne bei einer Informationsveranstaltung am Freitag, 21. Januar, ab 18 Uhr in der Kirche am Spittaplatz vorstellen.