Neuer Umkleidetrakt beim RSE

Alfred Runge vom RSE zeigt die Rohre der neuen Lüftungsanlage im Umkleidetrakt.
 
Freuen sich über den Anbau und die energetische Sanierung: Ulf Meldau vom Regionssportbund, der stellvertretende Bürgermeister Matthias Paul, der Alfred Runge vom RSE, der stellvertretende Vereinsvorsitzende Kurt Becker, Rike Arff von der Klimaschutzleitstelle der Region Hannover und Hela Brixius von der Projektkoordination e.coSport. (Foto: privat)

Der Verein hat angebaut, das Dach des Clubhauses saniert und die Bewässerung erneuert

Ramlingen (fh). Der SV Ramlingen-Ehlershausen (RSE) hat auf seiner Sportanlage am Akazienweg vor Kurzem einen neuen Umkleidetrakt mit zusätzlichen Mannschaftskabinen eingeweiht. „Die bisherigen Räume reichten für unsere vielen Jugendmannschaften nicht mehr aus“, betont Alfred Runge, der die Baumaßnahme organisiert hat.
Außerdem wurde in dem Anbau ein separater Bereich für die Schiedsrichter eingerichtet. „Die Anforderungen sind im Laufe der Zeit gestiegen, zumal unsere 1. Herren jetzt in der Oberliga spielt“, begründet Runge. Und bei der Gelegenheit hat der RSE auf der Tribüne am A-Platz nahe dem Clubhaus auch gleich noch Sitzplätze in den Vereinsfarben Grün-Weiß installiert. Bisher gab es dort nur Stehplätze.
Der Anbau ist bereits Ende vergangenen Jahres fertig geworden – doch die feierliche Eröffnung musste wegen der Corona-Epidemie mehrfach verschoben werden. Ende Juli hat der RSE den Festakt nun nachgeholt. Zu den Gästen zählten der stellvertretende Bürgermeister Matthias Paul, die stellvertretende Ortsbürgermeisterin Katrin Thies, der Vorsitzende des Regionssportbundes Ulf Meldau und die Leiterin der Klimaschutzleitstelle der Region Hannover Rike Arff.
Der RSE hat die Baumaßnahme zugleich genutzt, um im gesamten Umkleidebereich, auch im Altbau, eine leistungsstarke Lüftungsanlage zu installieren. Unter der Decke verlaufen jetzt dicke Metallrohre, die einen ständigen Luftaustausch ermöglichen. Vor allem beim Duschen nach Trainingseinheiten und Spielen sinkt die Luftfeuchtigkeit dadurch schnell wieder. „In der Vergangenheit hat sich an der Decke, insbesondere in den Ecken immer wieder Schimmel gebildet“, erläutert Runge den Hintergrund. Das solle die neue Anlage künftig verhindern. Außerdem transportiere sie Keime und Milben nach draußen.
Dank Wärmerückgewinnung verbrauche sie dabei vergleichsweise wenig Energie und sei darüber hinaus sehr leise. „Ich musste mehrfach bei den Fachleuten nachfragen, ob sie überhaupt eingeschaltet ist“, beschreibt Runge und fügt hinzu: „Solch ein Gerät könnte ich mir gut in unseren Schulen vorstellen!“ Damit spielt er auf eine Debatte in den Ratsgremien an. Denn Elterninitiativen fordern seit längerem, in den Klassenräumen und in den Gruppenräumen der Kitas Luftreiniger zu installieren, um das Corona-Infektionsrisiko zu senken. Die Verwaltung und die Mehrheit der Kommunalpolitiker lehnen das bisher ab.
Zusätzlich zum Anbau des neuen Umkleidetraktes für rund 167.000 Euro hat der RSE noch zwei weitere Baumaßnahmen realisiert: die Erneuerung der Wasserversorgung auf dem A-Platz für 17.000 Euro und die energetische Dachsanierung am Clubhaus für rund 112.000 Euro. An den Gesamtkosten von annähernd 300.000 Euro beteiligte sich der Landessportbund mit 72.000 Euro, die Stadt Burgdorf mit 70.000 Euro und die Region Hannover mit 30.000 Euro. Der Verein selbst trug die verbleibenden 125.000 Euro aus Rücklagen, die er für Erhaltungsmaßnahmen und Zukunftsentwicklung gebildet hatte. Um die Kosten im Griff zu behalten hat Architekt Michael Riesenberg zusammen mit dem Verein immer wieder Kompromisse zwischen Wunsch und finanziellen Ressourcen gefunden.
Einen Teil der Zuschüsse hat der Verein speziell für die energetische Sanierung bekommen, unter anderem aus der ­e.coSport-Förderrichtlinie der Region. Durch die verbesserte Dämmung und weitere Maßnahmen spart der Verein künftig rund 6300 Kilowattstunden Wärme pro Jahr ein und dementsprechend 1,3 Tonnen CO2. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel des RSE. Denn die jährlichen Heizkosten sinken um etwa 500 Euro. Und der Verein plant bereits das nächste Projekt, um den Energieverbrauch weiter zu senken: Die Flutlichtanlage soll demnächst auf LED umgerüstet werden.