Neuer Pastor in St. Paulus

Matthias Freytag ist neuer Pastor in der St.-Paulus-Gemeinde.
 
Der neue Pastor Matthias Freytag tauscht sich intensiv mit der stellvertretenden Vorsitzenden des Kirchenvorstands Annegret Oelschlägel aus.

Matthias Freytag hat seine Arbeit in der Burgdorfer Kirchengemeinde aufgenommen

Burgdorf (fh). Vor rund vier Wochen ist der neue Pastor Matthias Freytag in der Paulusgemeinde angekommen, Anfang Juli hat Superintendentin Sabine Preuschoff ihn dann offiziell in sein Amt eingeführt. Die erste Zeit habe er vor allem genutzt, um sich mit dem Kirchenvorstand auszutauschen und möglichst viele Ehrenamtliche in der Gemeinde und weitere Akteure im Stadtteil kennenzulernen – wenn auch die meisten erst einmal nur mit Maske. „Zum Glück merke ich mit Gesichter vor allem über die Augen. Das ist im Moment ein großer Vorteil“, sagt der 34-Jährige mit einem Schmunzeln.
Aufgrund der Corona-Epidemie verlaufe sein Einstieg ein bisschen anders als unter normalen Bedingungen. „Eigentlich würde ich jetzt in der Gemeinde von Gruppe zu Gruppe gehen, doch viele von ihnen treffen sich noch gar nicht wieder regelmäßig“, nennt er ein Beispiel. Das verschaffe ihm andererseits die Zeit, sich erst einmal mit den Strukturen hinter den Kulissen vertraut zu machen. „Die Paulusgemeinde ist ein komplexes Gefüge. Sie hat viele Kooperationspartner und ist im positiven Sinne im Stadtteil verstrickt. Das kann ich jetzt für mich erst einmal ein bisschen sortieren“, so Freytag.
Zuletzt war er Pastor in der ev.-luth. Immanuel-Kirchengemeinde Alt-Laatzen. Für seine neue Stelle will er mit seiner Verlobten und ihrer gemeinsamen Tochter Luisa jetzt nach Burgdorf umziehen. Weil sie das von der Gemeinde gemietete Wohnhaus an der Grenzstraße erst ab August nutzen können, ist die Familie für die erste Zeit in einem Ferienhaus in Dachtmissen untergekommen. „So war ich von Anfang an näher an der Gemeinde dran und konnte auch mehrmals am Tag ins Kirchenzentrum kommen. Außerdem hat unsere zweieinhalbjährige Tochter schon einen Krippenplatz in Burgdorf. Von Laatzen aus wäre das viel Fahrerei gewesen“, begründet er.
Die Paulusgemeinde habe ihm den Einstieg leicht gemacht. Das sei keine Selbstverständlichkeit, schließlich sei der Wechsel für die Gemeinde nach 24 Jahren mit Pastor Matthias Paul eine große Umstellung. „Ich bin froh, dass ich trotzdem nicht mit Vergleichen konfrontiert werde. Bisher hat mit noch niemand gesagt, dass vorher irgendetwas besser oder schlechter war“, sagt er und fügt hinzu: „Alle begegnen mir mit einer großen Offenheit und Neugier!“
Und er sei genauso neugierig, seine neue Gemeinde richtig kennenzulernen. Vor allem die starke Vernetzung im Stadtteil sei für ihn eine ganz neue Herausforderung, biete aber auch viele Entfaltungsmöglichkeiten. Dabei wolle er einerseits an Bewährtes anknüpfen, andererseits aber auch eigene Akzente setzen. „Gerade am Anfang ist es natürlich hilfreich, dass ich in den Fußspuren meines Vorgängers gehen kann. Das gibt Orientierung und macht vieles einfacher“, sagt er und fügt dann mit einem Augenzwinkern hinzu: „Aber irgendwann freue ich mich auch darauf, im übertragenen Sinne ganz unberührten Neuschnee zu betreten.“
Vor dem Hintergrund des Neubaugebiets An den Hecken und den Plänen für das Quartier Aue-Süd könne er sich beispielsweise Angebote für Neubürger vorstellen. „Die Strukturen der Paulusgemeinde sind zwar schon jetzt sehr offen und jeder, der kommt, wird freundlich aufgenommen, aber es gibt wenige Angebote, die einem vor die Füße fallen, wenn man neu nach Burgdorf oder in die Südstadt kommt“, sagt er. Ihm schwebe beispielsweise ein Brunch vor, bei dem sich neu Hinzugezogene und Alteingesessene austauschen können oder regelmäßige Treffen speziell für Neubürger
Er freue sich auf viele Begegnungen in der Paulusgemeinde und in der Südstadt. „Das Interesse an den Menschen war für mich die wichtigste Motivation bei meiner Entscheidung, Pastor zu werden“, sagt er. Außerdem wolle er seine eigene Erfahrung weitergeben. „Ich hatte als Jugendlicher und junger Erwachsener eine belastende Körperangst, manche würden es vielleicht als Panikattacken bezeichnen“, blickt er zurück. Im Gebet habe er innere Ruhe und Kraft gefunden und sich immer mehr Gott anvertraut..