Neuer Name für Grünanlage

Bürgermeister Armin Pollehn enthüllt das neue Straßenschild für den Bürgermeister-Schuster-Park. (Foto: Stadt Burgdorf)

Die Stadt benennt den Park am Wall in Bürgermeister-Schuster-Park um

Burgdorf (r/fh). Die kleine Grünanlage an der oberen Marktstraße gegenüber der Post hat einen neuen Namen: Aus dem Park am Wall ist der Bürgermeister-Schuster-Park geworden. Der Rat hatte diese Namensgebung bereits im vergangenen Sommer beschlossen. Nun hat Bürgermeister Armin Pollehn offiziell das neue Straßenschild enthüllt. In seiner Rede bezeichnete Pollehn den einstigen Burgdorfer Bürgermeister Heinrich Schuster als „visionären Gestalter“. Von den damaligen Entscheidungen profitiere Burgdorf noch heute. „Kaum ein anderer hat das Stadtbild mehr geprägt als er“, so Pollehn.
Heinrich Schuster wurde am 15. August 1858 geboren. Im Alter von 31 Jahren trat er 1889 das Amt des Bürgermeisters an und hatte es 37 Jahre inne, bis er am 30. September 1926 in Ruhestand ging. Vier Jahre später, am 1. Oktober 1931, starb er.
Bei seinem Amtsantritt war Burg­dorf zwar bereits eine Stadt mit rund 3.000 Einwohnern, bot aber noch ein weitgehend dörfliches Aussehen. Erst auf Betreiben Schusters wurden viele Straßen gepflastert und um 1900 begann der Bau einer öffentlichen Kanalisation. Bis dahin waren die Abwässer in die Aue oder den Wallgraben geleitet worden.
Ein weiterer Meilenstein in der Stadtentwicklung war der Bau des Elektrizitätswerkes an der heutigen Schmiedestraße. Vom 17. Dezember 1895 an versorgte es Burgdorf mit Strom. An der Marktstraße wurden die alten Petroleumleuchten bald durch hellere elektrische Straßenlampen ersetzt.
Auch im Schulwesen initiierte und förderte Schuster mehrere Neuerungen: unter anderem die Einrichtung einer Landwirtschaftsschule im Jahr 1893 und die Gründung einer Handelsschule im Jahr 1919. In seine Amtszeit wurden außerdem Neubauten für das Amtgericht, das Postamt und die Stadtsparkasse errichtet, ebenso das Betriebsgebäudes für die Genossenschafts-Molkerei.
Zudem hat Schuster nach Einschätzung der Stadt einen Beitrag dazu geleistet, dass Burg­dorf bis zur Gebietsreform 1974 Kreisstadt blieb. Denn im September 1909 hatte der Burgdorfer Kreistag mit knapper Mehrheit eigentlich beschlossen, das Landratsamt von Burgdorf nach Lehrte zu verlegen, weil die Stadt Lehrte sich bereit erklärte, einen Bauplatz kostenlos zur Verfügung zu stellen und den Bau eines Verwaltungsgebäudes mit 200.000 Mark zu unterstützen. Nicht zuletzt auf Intervention von Bürgermeister Schuster stimmte das Innenministerium der Verlegung des Kreissitzes nach Lehrte nicht zu. Burgdorf blieb Kreisstadt und der Kreistag ließ daraufhin die Landratsvilla im Burgdorfer Schlosspark errichten, in der heute das Rathaus II untergebracht ist.
Und noch in einem weiteren Punkt konnte sich Burgdorf damals gegen Lehrte durchsetzen. Als 1920 neue Finanzämter eingerichtet wurden, bewarben sich Burgdorf und Lehrte um den Sitz. Schuster habe dazu beigetragen, dass Burgdorf die Kriterien erfüllte: die Bereitstellung von Büroräumen für 24 Beamte sowie von Wohnungen. Im Juni 1920 wurde das Staatssteueramt in Lehrte deshalb geschlossen und das Finanzamt im heutigen Rathaus I in Burgdorf eröffnet.