Neue Wohnungen auf alter Hofstelle

Die Investoren Dominik Semrau (von rechts) und Jens Saatmann stellen zusammen mit dem Architekten Theodor Tiarks ihre Pläne für die Hofstelle Raupers vor.
 
Im Nordwesten des Grundstücks (links oben auf der Karte) planen die Investoren drei Mehrfamilienhäuser, die sich zusammen mit einigen vorhanden Gebäuden um einen zentralen Platz gruppieren sollen. Weiter südlich sind Einfamilienhäuser vorgesehen. Wie sie genaue angeordnete werden sollen, ist noch in der Diskussion. (Foto: Riesenberg & Tiarks Bauplanung)

Investoren planen Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser / Abstimmungsprozess mit der Stadt läuft noch

OTZE (fh). Mitten in Otze zwischen der Burgdorfer Straße und dem Kapellenweg soll ein neues dörflich geprägtes Wohnquartier entstehen. Jens Saatmann und Dominik Semrau von der S&S Projektentwicklung wollen auf der ehemaligen Hofstelle Raupers mehrere Einfamilien- und drei Mehrfamilienhäuser bauen. Im Frühjahr 2018 haben sie bei einem Bieterverfahren den Zuschlag für das Grundstück erhalten und seitdem zusammen mit dem Burgdorfer Architekten Theodor Tiarks ihre Entwürfe für das Areal weiterentwickelt. Den gegenwärtigen Planungsstand haben sie in der vergangenen Woche im Otzer Ortsrat und am Montagabend im Bauausschuss vorgestellt.
„Wichtig ist es uns, den dörflichen Charakter zu erhalten“, erläutert Dominik Semrau. Mit Klinkern und roten Dachziegeln solle das Thema der alten Hofstelle aufgegriffen werden. „Einerseits wollen wir modernen familienfreundlichen und barrierefreien Wohnraum schaffen, anderseits einen Teil der alten Gebäude in das Konzept integrieren.“ Das Projekt sei für ihn nicht nur wirtschaftlich von Interesse, sondern liege ihm auch persönlich am Herzen. „Schließlich war ich früher oft bei der Familie zu Besuch, die dort bis zu ihrer Auswanderung lebte. Ich habe fast meine ganze Kindheit auf der Hofstelle verbracht“, sagt er.
Zusammen mit seinem Geschäftspartner Jens Saatmann will er das Grundstück nun in ein zusammenhängendes Wohnquartier verwandeln: Im nördlichen Teil des Grundstücks sollen drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt mindestens 18 Wohnungen entstehen. Mit jeweils zwei Geschossen plus ausgebautem Dachgeschoss fügten sie sich gut in die Nachbarbebauung ein. Für die Autos ist eine Tiefgarage vorgesehen, sodass überirdisch keine Parkplätze eingeplant werden müssen.
Das Niedersachsenhaus und das bäuerliche Wohnhaus im Norden sollen als prägende Elemente stehen bleiben. „Wir diskutieren noch, welche Möglichkeiten der Nachnutzung es dafür gibt und wie sich das realisieren lässt“, kündigt Saatmann an. Nach außen hin jedenfalls sollen sich alte und neue Gebäude um einen zentralen Platz gruppieren und so eine Einheit bilden. Ein anderer Teil der vorhandenen Bausubstanz muss den neuen Wohngebäuden weichen, so unter anderem die alte Schmiede und die Scheunen.
Im südlichen Teil des Grundstücks sollen sich sieben bis zehn Einfamilienhäuser oder Doppelhaushälften anschließen. Auch dafür haben Semrau und Saatmann schon recht genaue Vorstellungen. Ob sich die allerdings umsetzen lassen, lotet die Stadtverwaltung gegenwärtig noch aus. Das Problem: Um Zeit und Geld zu sparen, wollen alle Beteiligten möglichst vermeiden, einen neuen Bebauungsplan für den Bereich aufzustellen. Das sei nach §34 des Baugesetzbuches aber nur möglich, wenn sich neuen Gebäude eng an den vorhanden Gebäudegrenzen orientierten und allenfalls Baulücken geschlossen würden.
„Im nördlichen Teil des Grundstücks ist eine solche Nachverdichtung ganz gut vorstellbar. Die Einfamilienhäuser im Süden sind ohne Bebauungsplan hingegen nur schwer vorstellbar“, dämpft Stadtplaner Andreas Fischer von der Verwaltung die Erwartungen. Diesbezüglich sei der Abstimmungsprozess noch in vollem Gange. „Da muss es noch ins Eingemachte gehen“, kündigt Fischer an.
Die Investoren würden hingegen am liebsten sofort loslegen. „Ursprünglich hatten wir den Baubeginn für Mai angepeilt. Das wird jetzt kaum noch zu schaffen sein. Aber wir wollen auf keinen Fall, dass das Projekt auf die lange Bank geschoben wird“, betont Saatmann. Unterstützung bekommt er dafür von Ortsbürgermeisterin Ulla Träger. „Wir sind daran interessiert, dass es möglichst schnell geht und dass wir das ohne einen zeitaufwendigen Bebauungsplan hinbekommen“, betonte sie. Das jetzt vorgestellte Konzept sei ganz im Sinne des Ortsteils. „Es ist erfreulich, dass die Investoren das Grundstück nicht schachteln wollen, sondern eine harmonische Einheit anstreben“, lobte sie den Entwurf.