Neue Leiterin im JohnnyB.

Laura Ohlemacher (rechts) übernimmt die Leitung von Traude Minke.

Traude Minke geht in den Ruhestand / Nachfolgerin ist Laura Ohlemacher

Burgdorf (fh). Das Jugendhaus JohnnyB. hat eine neue Leiterin: Laura Ohlemacher hat die Stelle zum 1. März übernommen und kehrt damit zu ihren Wurzeln zurück. Sie ist in Burgdorf aufgewachsen und hat beim Kinderzirkus Kritzpritzknuckelmuckeldü mitgemacht. Später gründete sie dann zusammen mit Freunden einen eigenen Jugendzirkus, mit dem sie vor allem Mitmachaktionen in Kindergärten und Grundschulen anbot. „Diese Erfahrungen hatten einen großen Anteil an meiner Berufswahl“, sagt Ohlemacher.
Sie studierte Soziale Arbeit in Hamburg und war dort in den vergangenen Jahren in der Jugendhilfe tätig, wo sie straffällig gewordene Jugendliche begleitete. „Ich war sehr glücklich mit der Stelle. Aber für mich war immer klar, dass ich irgendwann nach Burgdorf zurückkehren möchte und mein Kontakt zum JohnnyB. ist nie ganz abgerissen“, sagt Ohlemacher. Sie ist beispielsweise im Förderverein Kultürchen aktiv und half regelmäßig beim Pony-Track und anderen Ferienaktionen mit.
Deshalb habe sie auch nicht lange gezögert, als die Stelle ausgeschrieben wurde. „Wir sind froh, dass sie es geworden ist“, sagt ihre Vorgängerin Traude Minke, die sich jetzt in den Ruhestand verabschiedet hat. Sie war insgesamt rund 20 Jahre lang beim JohnnyB. tätig, davon die letzten zweieinhalb Jahre als Leiterin. Sie hatte diesen Posten im Herbst 2019 übernommen, als der langjährige Leiter Horst Gohla Stadtjugendpfleger wurde.
Nach dem Studium der Sozialpädagogik hatte Minke zunächst in Einrichtungen für Behinderte gearbeitet und war dann nach der Geburt ihrer Kinder einige Jahre lang zu Hause geblieben. „Der Kontakt zum JohnnyB. ist über mein Ehrenamt in unserer Kirchengemeinde in Hildesheim zustande gekommen“, erinnert sie sich. Dort hatte ein Vikar Zirkusprojekte für Kinder und Jugendliche initiiert und Minke war nach Burgdorf gefahren, um im JohnnyB. einige Utensilien dafür auszuleihen. Und so habe sie dann von einer freien Stelle erfahren und sich beworben.
Der Kinderzirkus ist nach wie vor eine tragende Säule im JohnnyB.. „Dabei ist vor allem die soziale Komponente wichtig. In vielen Lebensbereichen lernen Kinder, sich als Einzelkämpfer durchzusetzen. Der Zirkus lebt hingegen von der Gemeinschaft“, betont Minke. Dabei könne jeder entsprechend seiner persönlichen Fähigkeiten und Interessen seinen Platz finden. „Die Kinder und Jugendlichen können sich ganz neu entdecken und erfinden. Sie gehen an ihre eigenen Grenzen und manchmal vielleicht auch darüber hinaus“, beschreibt Minke.
Solche sozialen Erfahrungen seien gerade angesichts der Corona-Epidemie aktuell besonders wichtig. „Wir bekommen aus den Schulen im Moment deutlich mehr Anfragen zum Sozialtraining“, sagt Minke. Dabei machen Mitarbeiter des JohnnyB. mit den Schülern Spiele und Gemeinschaftsübungen, um problematisches Sozialverhalten und Gruppendynamiken zu überwinden. „Vor der Pandemie ging es meistens um Mobbing oder Dominanz. Jetzt sind immer häufiger Ängste und Unsicherheiten ein Thema“, so Minke. Der Zusammenhalt in den Klassen habe ebenfalls gelitten, weil sich die Schüler während des Home-Schoolings lange nicht gesehen haben.
Auch nach 20 Jahren habe die Arbeit im JohnnyB. nichts von ihrem Reiz verloren. „Wir haben viele Freiheiten und können immer wieder neue Angebote entwickeln. Es ist so viel möglich, wenn man es anpackt“, sagt sie. Bei Projekten und Ferienaktionen des Jugendhauses wolle sie sich auch weiterhin einbringen. „Zum Beispiel bei einer Projektwoche an der Astrid-Lindgren-Grundschule und bei einem Kulturcamp in Kooperation mit der Sommerschule des Mehrgenerationenhauses“, zählt sie auf.
Sie freue sich aber auch auf den Ruhestand. „Ich werde es genießen, nicht mehr so einen festen Zeitplan und weniger Verpflichtungen zu haben. Wenn das Wetter schön ist, kann ich einfach nach draußen in die Sonne gehen oder spontan das machen, wozu ich Lust habe“, sagt sie.
Ihre Nachfolgerin Laura Ohlemacher will an die bisherige Arbeit anknüpfen, aber auch neue Projekte auf den Weg bringen. „Ich habe 1000 Ideen im Kopf, aber die möchte ich nicht überstülpen, sondern zusammen mit dem Team entwickeln. Ich will erst einmal richtig ankommen und alle kennenlernen“, betont sie.